So, 11:24 Uhr
20.03.2011
Mitreden! Mitentscheiden?
Bürgerinitiativen in Hesserode, in Sundhausen, Bürger wollen bei der Gestaltung des Blasiikirchplatzes beteiligt werden. Das ist Nordhausen im Jahr 2011. Die Bürger dieser Stadt wollen mitreden und liegen das mit Trend, was eine Studie der Bertelsmann-Stiftung belegt, die uns vorliegt...
Eine große Mehrheit der deutschen Bevölkerung (81 Prozent) wünscht sich mehr Beteiligungs- und Mitsprachemöglichkeiten im politischen Prozess. Gleichzeitig sind 60 Prozent der Befragten bereit, sich über den Gang zur Wahlurne hinaus in Form von Bürgerbegeh ren, Diskussionsforen oder Anhörungen aktiv in Entscheidungen einzubringen. Dies ist das Ergeb nis einer aktuellen Meinungsumfrage der Bertelsmann Stiftung.
Der Wunsch nach größerer Beteiligung findet sich bei allen Altersgruppen und wächst mit zuneh mender Lebenserfahrung. Während unter den Jüngeren immerhin 74 Prozent mehr Mitsprache fordern, sind es in der Gruppe der 50- bis 64jährigen sogar 90 Prozent. Besonders erstaunlich ist es, dass sich auch unter den Nichtwählern eine überwältigende Mehrheit (89 Prozent) für mehr Bürgerbeteiligung ausspricht.
Unter den Bevölkerungsgruppen, die sich aktiv in den Prozess der politischen Willensbildung durch Bürgerbegehren oder Anhörungen einbringen wollen, liegen wiederum die Älteren unter den Be fragten mit 70 Prozent vorn. Bei den Anhängern politischer Parteien führen Bündnis 90/ Die Grü nen mit 75 Prozent vor den SPD-Anhängern (62 Prozent) und den CDU-Sympathisanten (53 Pro zent).
Angesichts dieser Umfrageergebnisse forderte Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger zu erweitern und die repräsenta tive Demokratie durch neue Formen der Mitsprache zu ergänzen. Die Bürger wollen nicht nur alle paar Jahre ihre Stimme abgeben. Sie möchten sich mit ihrem Sachverstand einbringen, angehört werden und bei wichtigen Fragenstellungen auch mitentscheiden können, sagte Thielen. Auf die sem Weg könnte viele Enttäuschte wieder interessiert und für politische Teilhabe mobilisiert wer den. Wenn ausgerechnet die große Gruppe der Nichtwähler mehr Beteiligung wünscht, fehlen alternative Möglichkeiten, politisch mitbestimmen zu können.
Die Auswertung der Umfrage zeigt darüber hinaus, dass die Bundesbürger mit der Möglichkeit nach mehr Beteiligung auch große Hoffnungen auf gesellschaftliche Veränderungen verbinden. So sagen 85 Prozent der Befragten, bei größerer politischer Mitsprache hätten politische Entschei dungen in der Bevölkerung eine höhere Akzeptanz. 80 Prozent glauben, die Entscheidungen wä ren demokratischer. 78 Prozent meinen, dass es weniger Politikverdrossenheit gebe und 76 Pro zent denken, dass Deutschland gerechter würde.
Obwohl der Wunsch nach größerer Mitsprache insgesamt sehr ausgeprägt ist, fallen einige Grup pen durch besondere Zurückhaltung auf. So zeigen vor allem Bürger ohne abgeschlossene Be rufsausbildung, mit sehr geringem Einkommen oder ältere Menschen (über 65 Jahre) eine deutlich geringere Bereitschaft zum politischen Engagement. Wir müssen aufpassen, dass in neue Kon zepte für mehr Bürgerbeteiligung alle Bevölkerungsgruppen und nicht nur die ohnehin engagierten Bildungsbürger einbezogen werden.
Mit diesem Ziel startet die Bertelsmann Stiftung in diesem Jahr eine Kampagne für mehr Bürger beteiligung. Erstmals wird im Juni der Reinhard Mohn Preis zu diesem Thema verliehen. Unter dem Motto Demokratie vitalisieren – Politische Teilhabe stärken werden mit dem Preis vorbildli che internationale Beispiele für mehr Bürgerbeteiligung ausgezeichnet. Zudem ist die
Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit der Heinz Nixdorf Stiftung Partner des bundesweiten Bür gerforums 2011, einer Initiative von Bundespräsident Christian Wulff. In 25 Städten und Landkrei sen erarbeiten 10.000 Bürgerinnen und Bürger derzeit in einem Online-Forum Lösungsvorschläge zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts in Deutschland.
Die Umfrage wurde am 4. und 5. März 2011 vom Meinungsforschungsinstitut tns-Emnid unter 1.000 repräsentativ ausgewählten Bürgern durchgeführt
Autor: nnzEine große Mehrheit der deutschen Bevölkerung (81 Prozent) wünscht sich mehr Beteiligungs- und Mitsprachemöglichkeiten im politischen Prozess. Gleichzeitig sind 60 Prozent der Befragten bereit, sich über den Gang zur Wahlurne hinaus in Form von Bürgerbegeh ren, Diskussionsforen oder Anhörungen aktiv in Entscheidungen einzubringen. Dies ist das Ergeb nis einer aktuellen Meinungsumfrage der Bertelsmann Stiftung.
Der Wunsch nach größerer Beteiligung findet sich bei allen Altersgruppen und wächst mit zuneh mender Lebenserfahrung. Während unter den Jüngeren immerhin 74 Prozent mehr Mitsprache fordern, sind es in der Gruppe der 50- bis 64jährigen sogar 90 Prozent. Besonders erstaunlich ist es, dass sich auch unter den Nichtwählern eine überwältigende Mehrheit (89 Prozent) für mehr Bürgerbeteiligung ausspricht.
Unter den Bevölkerungsgruppen, die sich aktiv in den Prozess der politischen Willensbildung durch Bürgerbegehren oder Anhörungen einbringen wollen, liegen wiederum die Älteren unter den Be fragten mit 70 Prozent vorn. Bei den Anhängern politischer Parteien führen Bündnis 90/ Die Grü nen mit 75 Prozent vor den SPD-Anhängern (62 Prozent) und den CDU-Sympathisanten (53 Pro zent).
Angesichts dieser Umfrageergebnisse forderte Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger zu erweitern und die repräsenta tive Demokratie durch neue Formen der Mitsprache zu ergänzen. Die Bürger wollen nicht nur alle paar Jahre ihre Stimme abgeben. Sie möchten sich mit ihrem Sachverstand einbringen, angehört werden und bei wichtigen Fragenstellungen auch mitentscheiden können, sagte Thielen. Auf die sem Weg könnte viele Enttäuschte wieder interessiert und für politische Teilhabe mobilisiert wer den. Wenn ausgerechnet die große Gruppe der Nichtwähler mehr Beteiligung wünscht, fehlen alternative Möglichkeiten, politisch mitbestimmen zu können.
Die Auswertung der Umfrage zeigt darüber hinaus, dass die Bundesbürger mit der Möglichkeit nach mehr Beteiligung auch große Hoffnungen auf gesellschaftliche Veränderungen verbinden. So sagen 85 Prozent der Befragten, bei größerer politischer Mitsprache hätten politische Entschei dungen in der Bevölkerung eine höhere Akzeptanz. 80 Prozent glauben, die Entscheidungen wä ren demokratischer. 78 Prozent meinen, dass es weniger Politikverdrossenheit gebe und 76 Pro zent denken, dass Deutschland gerechter würde.
Obwohl der Wunsch nach größerer Mitsprache insgesamt sehr ausgeprägt ist, fallen einige Grup pen durch besondere Zurückhaltung auf. So zeigen vor allem Bürger ohne abgeschlossene Be rufsausbildung, mit sehr geringem Einkommen oder ältere Menschen (über 65 Jahre) eine deutlich geringere Bereitschaft zum politischen Engagement. Wir müssen aufpassen, dass in neue Kon zepte für mehr Bürgerbeteiligung alle Bevölkerungsgruppen und nicht nur die ohnehin engagierten Bildungsbürger einbezogen werden.
Mit diesem Ziel startet die Bertelsmann Stiftung in diesem Jahr eine Kampagne für mehr Bürger beteiligung. Erstmals wird im Juni der Reinhard Mohn Preis zu diesem Thema verliehen. Unter dem Motto Demokratie vitalisieren – Politische Teilhabe stärken werden mit dem Preis vorbildli che internationale Beispiele für mehr Bürgerbeteiligung ausgezeichnet. Zudem ist die
Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit der Heinz Nixdorf Stiftung Partner des bundesweiten Bür gerforums 2011, einer Initiative von Bundespräsident Christian Wulff. In 25 Städten und Landkrei sen erarbeiten 10.000 Bürgerinnen und Bürger derzeit in einem Online-Forum Lösungsvorschläge zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts in Deutschland.
Die Umfrage wurde am 4. und 5. März 2011 vom Meinungsforschungsinstitut tns-Emnid unter 1.000 repräsentativ ausgewählten Bürgern durchgeführt