So, 07:39 Uhr
03.04.2011
Rückblick auf die Märzfilme
Wie lief das Filmangebot des StuKi76 im Monat März ab? Fred Böhme vom Panoramamuseum gibt hier seine Eindrücke wieder...
2011 begann für unser kleines Kino auf dem Schlachtberg sehr erfolgreich, so war die bisherige Nachfrage für die Filmveranstaltungen erfreulich positiv. Eine Winzlingsproduktion (was nichts über die Qualität des Films sondern lediglich über sein Produktionsbudget sagt) wie Emma und Marie lockte immerhin 50 Filmfreunde auf den Schlachtberg und bei Die Eleganz der Madame Michel waren sogar 84, was nichts anderes bedeutet, das zusätzlich Stühle gestellt werden mussten, damit alle Filmfreunde Platz fanden.
Trotzdem sagen diese Zahlen in Regel nichts über die Qualität des betreffenden Films aus, eher schon etwas über seinen Werbeetat oder die Popularität der verfilmten Geschichte. Mit Emma und Marie - ein Film, der nur als Original mit deutschen Untertiteln und auch nur in digitaler Form zur Verfügung stand – hatten wir wieder eines dieser wunderbaren kleinen Meisterwerke auf der Leinwand, die eher im Kinobetrieb untergehen. Diese Geschichte einer obsessiven Liebe und der Loslösung des einen der beiden Partner aus dieser Beziehung war für mich nicht nur in der schauspielerischen Umsetzung, in der logischen Konsequenz des Drehbuchs oder in ihrer poetischen Doppelbödigkeit überzeugend sondern auch durch die Qualität der fotografierten Bilder.
Anders erging es mir mit dem Film Die Eleganz der Madame Michel, auf den ich vorab schon sehr gespannt war. Hier schien allerdings das Drehbuch schon einige Schwächen aufzuweisen, die sich in der allzu vordergründigen Sozialromantik (Beziehung zwischen vermögendem Japaner und Concierge) oder in der schablonenhaften Typisierung der Nebenrollen zeigten. Trotz origineller Details wie der Ausstattung der verschiedenen Drehorte, des Kamera- und Perspektivwechsels, erschien mir manches eher behauptet als durch die Filmhandlung nachvollziehbar.
Das fiel besonders bei der Begründung der Selbstmordabsicht der überambitionierten 11jährigen Hauptperson des Films wie auch bei dem etwas inkonsequenten Perspektivwechseln auf die Geschichte auf. War der Film anfangs aus der Perspektive der 11Jährigen erzählt, verließ er diese dann abrupt mit dem Auftauchen des Japaners. Letztlich hatte ich den Eindruck, dass die Macher dieses Films verzweifelt an der literarischen Vorlage klebten und abgesehen von einigen sehr schönen optischen Details es nicht vermochten, durch den Film eine überzeugende, in sich logische Neuinterpretation des Stoffes zu verfilmen.
Fred Böhme
Autor: khh2011 begann für unser kleines Kino auf dem Schlachtberg sehr erfolgreich, so war die bisherige Nachfrage für die Filmveranstaltungen erfreulich positiv. Eine Winzlingsproduktion (was nichts über die Qualität des Films sondern lediglich über sein Produktionsbudget sagt) wie Emma und Marie lockte immerhin 50 Filmfreunde auf den Schlachtberg und bei Die Eleganz der Madame Michel waren sogar 84, was nichts anderes bedeutet, das zusätzlich Stühle gestellt werden mussten, damit alle Filmfreunde Platz fanden.
Trotzdem sagen diese Zahlen in Regel nichts über die Qualität des betreffenden Films aus, eher schon etwas über seinen Werbeetat oder die Popularität der verfilmten Geschichte. Mit Emma und Marie - ein Film, der nur als Original mit deutschen Untertiteln und auch nur in digitaler Form zur Verfügung stand – hatten wir wieder eines dieser wunderbaren kleinen Meisterwerke auf der Leinwand, die eher im Kinobetrieb untergehen. Diese Geschichte einer obsessiven Liebe und der Loslösung des einen der beiden Partner aus dieser Beziehung war für mich nicht nur in der schauspielerischen Umsetzung, in der logischen Konsequenz des Drehbuchs oder in ihrer poetischen Doppelbödigkeit überzeugend sondern auch durch die Qualität der fotografierten Bilder.
Anders erging es mir mit dem Film Die Eleganz der Madame Michel, auf den ich vorab schon sehr gespannt war. Hier schien allerdings das Drehbuch schon einige Schwächen aufzuweisen, die sich in der allzu vordergründigen Sozialromantik (Beziehung zwischen vermögendem Japaner und Concierge) oder in der schablonenhaften Typisierung der Nebenrollen zeigten. Trotz origineller Details wie der Ausstattung der verschiedenen Drehorte, des Kamera- und Perspektivwechsels, erschien mir manches eher behauptet als durch die Filmhandlung nachvollziehbar.
Das fiel besonders bei der Begründung der Selbstmordabsicht der überambitionierten 11jährigen Hauptperson des Films wie auch bei dem etwas inkonsequenten Perspektivwechseln auf die Geschichte auf. War der Film anfangs aus der Perspektive der 11Jährigen erzählt, verließ er diese dann abrupt mit dem Auftauchen des Japaners. Letztlich hatte ich den Eindruck, dass die Macher dieses Films verzweifelt an der literarischen Vorlage klebten und abgesehen von einigen sehr schönen optischen Details es nicht vermochten, durch den Film eine überzeugende, in sich logische Neuinterpretation des Stoffes zu verfilmen.
Fred Böhme