Sa, 20:17 Uhr
16.04.2011
kn-Forum: Neues Kaliwerk
"Dass die Investoren die Tür einrennen macht wenig Hoffnung", so ein Leser in unserem Forum. Gedanken zu einem neuen Kaliwerk...
Wenn bei der GVV im Mai wieder Gespräche mit zukünftigen Investoren für ein neues Kaliwerk aufgenommen werden sollen, so steht nur die Hoffnung im Raum.
Alle Schachtanlagen des Südharzes, wenn man von Schacht I des ehemaligen Kaliwerkes "Glückauf" Sondershausen absieht sind verfüllt. Warum musst dies so schnell geschehen? Nun, es gibt unter den heutigen Wirtschaftsbedingungen nicht nur die gerühmte Marktwirtschaft, sondern auch ständig den Versuch Konkurrenten aus den Weg zu räumen. So geschah es auch mit Roßleben.
Die Schächte in Wangen, "Unstrut" und "Georg", die zum Kaliwerk in Roßleben gehörten, standen ungefähr in dem Feldesteil, dass für einen zukünftigen Abbau angedacht war. Blicken wir in die Geschichte. Im Jahre 1921 gab es eine Novelle zum Kaliwirtschaftsgesetz. Im § 83 wurde festgelegt, dass die Schächte in 3 Kategorien eingeteilt wurden: in Förderung stehende Schächte, in Schächte, die stillgelegt werden , so in Göllingen, Oldisleben, Oberheldrungen und Schächte, die in Reserve bis 1953 gehalten werden sollten, so Schacht VI des Kaliwerkes in Sondershausen. Warum nicht nach der Wende so verfahren wurde, ist der Politik geschuldet. Wenn man jetzt an ein neues Kaliwerk denkt, so ist doch zu vermerken, dass der Aufbau einen Kaliwerkes nicht in einem Jahr zu bewältigen ist. Auf welchen Stand dann die Kalipreise stehen, wenn in zirka 3 bis 4 Jahren ein Kaliwerk aufgebaut wurde, kann keiner 100-%ig voraussagen. Deshalb den Aufbau eines Kaliwerkes vom Weltmarktpreis abhängig zu machen , der gegenwärtig bestimmend ist, sollt doch nicht der Grund sein.
So gibt es zum Beispiel bei dem Kaliproduzenten K+S interessante Entwicklungen, so wird K+S noch in diesem Jahr in Kanada "Potash One" übernehmen, so dass K+S zu einem Weltmarktführer wird. Die Lagerstätte in Kanada ist kaum tektonische beansprucht. In der Zeitschrift "K+S information" Nr.1/2011 ist zu lesen: "Schon jetzt beginnen die Vorbereitungen zur Errichtung eines neuen Kaliwerkes, das ab 2015 die Produktion starten soll." Das Kaliwerk soll in der kanadischen Provinz Saskatchewan nordwestlich von Regina aufgebaut werden.
Deshalb vermute ich, dass für K+S Roßleben nicht mehr zur Diskussion steht, denn allein die deutschen Vorschriften sind enormer als vermutlich in Kanada. In Deutschland darf es keine Aufhaltung mehr geben und Abwasser soll vermieden werden. Da kommt selbst K+S in Schwierigkeiten, zumal das ESTA- Verfahren (Das Rohsalz wird mit einem elektrische geladenen Spannungsfeld getrennt. Es fällt also kein Abwasser an) für das Rohsalz im Bereich Roßleben Probleme bereitet hat.
Die Schächte "Unstrut" und "Georg" in Wangen in historischer Zeit.
Betrachtet man die "Floretgruppe", so wird es vermutlich an Kapital liegen. Hier sind die deutschen Vorschriften auch knallhart. Zwar wurde einmal diskutiert, eine Leitung nach Bischhoffrode zu legen, um anfallendes Abwasser in den Schacht zu leiten. Wie weit das noch auf der Tagesordnung steht, ist nicht bekannt. Zum anderen muss sicherlich die Lagerstätte im Bereich südlich von Hachelbich noch weiter mit Bohrungen erkundet werden.
So weist eine Bohrung bei Oberspier aus dem Jahr dem Jahr 1910/1911 das Kalilager bei 1064 m nach, so dass sicherlich die klimatische Bedingungen im untertage Bereich in dieser Teufe mit ins Kalkül gezogen werden müssen. Man kann also sagen, die Hoffnung stirbt zu letzt, wenn man den Gesprächen der GVV mit zukünftigen Investoren im Mai entgegen sieht.
Text und Foto: Hans-Jürgen Schmidt
Autor: khhWenn bei der GVV im Mai wieder Gespräche mit zukünftigen Investoren für ein neues Kaliwerk aufgenommen werden sollen, so steht nur die Hoffnung im Raum.
Alle Schachtanlagen des Südharzes, wenn man von Schacht I des ehemaligen Kaliwerkes "Glückauf" Sondershausen absieht sind verfüllt. Warum musst dies so schnell geschehen? Nun, es gibt unter den heutigen Wirtschaftsbedingungen nicht nur die gerühmte Marktwirtschaft, sondern auch ständig den Versuch Konkurrenten aus den Weg zu räumen. So geschah es auch mit Roßleben.
Die Schächte in Wangen, "Unstrut" und "Georg", die zum Kaliwerk in Roßleben gehörten, standen ungefähr in dem Feldesteil, dass für einen zukünftigen Abbau angedacht war. Blicken wir in die Geschichte. Im Jahre 1921 gab es eine Novelle zum Kaliwirtschaftsgesetz. Im § 83 wurde festgelegt, dass die Schächte in 3 Kategorien eingeteilt wurden: in Förderung stehende Schächte, in Schächte, die stillgelegt werden , so in Göllingen, Oldisleben, Oberheldrungen und Schächte, die in Reserve bis 1953 gehalten werden sollten, so Schacht VI des Kaliwerkes in Sondershausen. Warum nicht nach der Wende so verfahren wurde, ist der Politik geschuldet. Wenn man jetzt an ein neues Kaliwerk denkt, so ist doch zu vermerken, dass der Aufbau einen Kaliwerkes nicht in einem Jahr zu bewältigen ist. Auf welchen Stand dann die Kalipreise stehen, wenn in zirka 3 bis 4 Jahren ein Kaliwerk aufgebaut wurde, kann keiner 100-%ig voraussagen. Deshalb den Aufbau eines Kaliwerkes vom Weltmarktpreis abhängig zu machen , der gegenwärtig bestimmend ist, sollt doch nicht der Grund sein.
So gibt es zum Beispiel bei dem Kaliproduzenten K+S interessante Entwicklungen, so wird K+S noch in diesem Jahr in Kanada "Potash One" übernehmen, so dass K+S zu einem Weltmarktführer wird. Die Lagerstätte in Kanada ist kaum tektonische beansprucht. In der Zeitschrift "K+S information" Nr.1/2011 ist zu lesen: "Schon jetzt beginnen die Vorbereitungen zur Errichtung eines neuen Kaliwerkes, das ab 2015 die Produktion starten soll." Das Kaliwerk soll in der kanadischen Provinz Saskatchewan nordwestlich von Regina aufgebaut werden.
Deshalb vermute ich, dass für K+S Roßleben nicht mehr zur Diskussion steht, denn allein die deutschen Vorschriften sind enormer als vermutlich in Kanada. In Deutschland darf es keine Aufhaltung mehr geben und Abwasser soll vermieden werden. Da kommt selbst K+S in Schwierigkeiten, zumal das ESTA- Verfahren (Das Rohsalz wird mit einem elektrische geladenen Spannungsfeld getrennt. Es fällt also kein Abwasser an) für das Rohsalz im Bereich Roßleben Probleme bereitet hat.
Die Schächte "Unstrut" und "Georg" in Wangen in historischer Zeit.
Betrachtet man die "Floretgruppe", so wird es vermutlich an Kapital liegen. Hier sind die deutschen Vorschriften auch knallhart. Zwar wurde einmal diskutiert, eine Leitung nach Bischhoffrode zu legen, um anfallendes Abwasser in den Schacht zu leiten. Wie weit das noch auf der Tagesordnung steht, ist nicht bekannt. Zum anderen muss sicherlich die Lagerstätte im Bereich südlich von Hachelbich noch weiter mit Bohrungen erkundet werden.
So weist eine Bohrung bei Oberspier aus dem Jahr dem Jahr 1910/1911 das Kalilager bei 1064 m nach, so dass sicherlich die klimatische Bedingungen im untertage Bereich in dieser Teufe mit ins Kalkül gezogen werden müssen. Man kann also sagen, die Hoffnung stirbt zu letzt, wenn man den Gesprächen der GVV mit zukünftigen Investoren im Mai entgegen sieht.
Text und Foto: Hans-Jürgen Schmidt
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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