Mi, 07:12 Uhr
18.05.2011
Kein Thema?
Am Montag wurde in der Kantine des Landratsamtes über den Atomausstieg diskutiert. Diskussionspartner u.a. Mitglied des Bundestages Patrick Kurth (FDP). Das Thema scheint im Kyffhäuserkreis aber nicht groß wert zu sein, diskutiert zu werden...
Die Veranstaltung war Teil einer bundesweiten Dialogwoche, zu dem das KampagnenNetzwerk Campact aufgerufen hat. Organisiert wurde sie vor Ort von Bürger/innen der Nordhäuser Kreisgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Atomlobby setzt alles daran, ihre gefährlichen Reaktoren noch möglichst lange weiter betreiben zu können., sagt Christian Darr, Sprecher der Nordhäuser BUND-Kreisgruppe im Vorfeld. Da wollen wir als Bürgerlobby ein Gegengewicht für die Energiewende bilden. Wir werden Herrn Kurth deutlich machen, dass die große Mehrheit einen schnellen Atomausstieg ohne Hintertür will.
Große Worte die da Christian Darr anschlug. Das Thema hat aber an diesem Abend die Bevölkerung nicht die Bohne interessiert. Zieht man die Offiziellen ab, die an dem Abend dabei sein mussten, kamen weniger als 10 echte Besucher zusammen, wovon noch zwei von einem Photovoltaikhersteller waren, der mehr Werbung für die Firma machte. Liegen die Kernkraftwerke für die Sondershäuser an Weser und in Tschechin zu weit weg um sich einen Kopf wegen der Gefahr zu machen? oder ist es hingebungsvolle Demut vor der Politik, nach dem Motto, die machen eh was sie wollen?
Letztendlich haben sich die Politiker und Wirtschaftler im Präsidium gegenseitig selbst unterhalten. Ob da dem Bundestagsmitglied Patrick Kurth Druck gemacht wurde, bleibt zu bezweifeln. Im Präsidium diskutierten Christian Darr, Wilhelm Schreier, Geschäftsführer der Stadtwerke Sondershausen, der Landessprecher der Grünen Thüringens, Dieter Lauinger, Patrick Kurt und Dr. Burkhard Vogel vom BUND Thüringen.
Wie viele AKWs gehen dauerhaft vom Netz? Wann ist Schluss mit der Atomkraft? Wie soll die Energiewende konkret aussehen? Diese Fragen müssen bald die Abgeordneten des Bundestags mit dem neuen Atomgesetz entscheiden. Aber einen Konsens konnte man in der Diskussion nur in einer Frage finden, den Atomausstieg wollten alle, nur über den Zeitrahmen gab es keine Einigung. Einzig Wilhelm Schreier konnte zufrieden sein, denn mit dem Konzept der Stadtwerke, der dezentralen Energieversorgung, und der Forderung nach intelligenten Netzen, um die Diskrepanz der Stromversorgung zu glätten, konnte er sich auf der sicheren Seite wähnen.
Weit auseinander gingen mögliche zusätzlich Kosten durch Strompreiserhöhung beim schnellen Atomausstieg für die Bevölkerung, von bis zu 500 Euro (Kurth) pro Jahr (4-köpfige Familie), bis hin zur nur 50 Euro (Lauinger). Die zahl 500 Euro, die einige Experten gescheckt haben, bezeichnete Parick Kurth für die hiesige Region mit ihrem geringen Durchschnittseinkommen als nicht tragbar.
Auch die These von Dr. Vogel hatte es in sich. Für ihn ist es in kürzester Zeit machbar, dass der Durschnitt der Bevölkerung ohne größere Probleme 50 Prozent der Energie einzusparen und so die Kernkraft spielend überflüssig zu machen. Hier widersprach Kurth vehemend. Die Einkommensstruktur der Region lasse es einfach nicht zu, dass so viele Mittel in neuste Geräte investiert werden, dass es für niedrige Einkommensschichten nicht annähernd finanzielle möglich sein wird, so ein Einsparungsniveau zu erreichen, ohne an Lebensqualität Abstriche zu machen. Besonders wandte sich Dr. Vogel gegen die vielen "Stand-by-Schaltungen", die zwei Kernkraftwerke überflüssig machen würde.
Im übrigen war die Diskussion später stark geprägt, parteipolitischen Vorwürfen, was die Sache nicht erleichterte. Es gibt, so dass Fazit dieser Diskussion genügend Ansatzpunkte nicht nur einer Partei auf die Finger zu schauen und Einfluss zu nehmen. Nur dazu muss die Bevölkerung ihren Volksvertreter sagen, wohin die Richtung gehen soll. Am Montag hat man das klar verpasst. Also wundere sich keiner, wenn die Politiker machen was sie denken, und nicht was der Wähler will. Das gilt im übrigen für alle Parteien!
Autor: khhDie Veranstaltung war Teil einer bundesweiten Dialogwoche, zu dem das KampagnenNetzwerk Campact aufgerufen hat. Organisiert wurde sie vor Ort von Bürger/innen der Nordhäuser Kreisgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Atomlobby setzt alles daran, ihre gefährlichen Reaktoren noch möglichst lange weiter betreiben zu können., sagt Christian Darr, Sprecher der Nordhäuser BUND-Kreisgruppe im Vorfeld. Da wollen wir als Bürgerlobby ein Gegengewicht für die Energiewende bilden. Wir werden Herrn Kurth deutlich machen, dass die große Mehrheit einen schnellen Atomausstieg ohne Hintertür will.
Große Worte die da Christian Darr anschlug. Das Thema hat aber an diesem Abend die Bevölkerung nicht die Bohne interessiert. Zieht man die Offiziellen ab, die an dem Abend dabei sein mussten, kamen weniger als 10 echte Besucher zusammen, wovon noch zwei von einem Photovoltaikhersteller waren, der mehr Werbung für die Firma machte. Liegen die Kernkraftwerke für die Sondershäuser an Weser und in Tschechin zu weit weg um sich einen Kopf wegen der Gefahr zu machen? oder ist es hingebungsvolle Demut vor der Politik, nach dem Motto, die machen eh was sie wollen?
Letztendlich haben sich die Politiker und Wirtschaftler im Präsidium gegenseitig selbst unterhalten. Ob da dem Bundestagsmitglied Patrick Kurth Druck gemacht wurde, bleibt zu bezweifeln. Im Präsidium diskutierten Christian Darr, Wilhelm Schreier, Geschäftsführer der Stadtwerke Sondershausen, der Landessprecher der Grünen Thüringens, Dieter Lauinger, Patrick Kurt und Dr. Burkhard Vogel vom BUND Thüringen.
Wie viele AKWs gehen dauerhaft vom Netz? Wann ist Schluss mit der Atomkraft? Wie soll die Energiewende konkret aussehen? Diese Fragen müssen bald die Abgeordneten des Bundestags mit dem neuen Atomgesetz entscheiden. Aber einen Konsens konnte man in der Diskussion nur in einer Frage finden, den Atomausstieg wollten alle, nur über den Zeitrahmen gab es keine Einigung. Einzig Wilhelm Schreier konnte zufrieden sein, denn mit dem Konzept der Stadtwerke, der dezentralen Energieversorgung, und der Forderung nach intelligenten Netzen, um die Diskrepanz der Stromversorgung zu glätten, konnte er sich auf der sicheren Seite wähnen.
Weit auseinander gingen mögliche zusätzlich Kosten durch Strompreiserhöhung beim schnellen Atomausstieg für die Bevölkerung, von bis zu 500 Euro (Kurth) pro Jahr (4-köpfige Familie), bis hin zur nur 50 Euro (Lauinger). Die zahl 500 Euro, die einige Experten gescheckt haben, bezeichnete Parick Kurth für die hiesige Region mit ihrem geringen Durchschnittseinkommen als nicht tragbar.
Auch die These von Dr. Vogel hatte es in sich. Für ihn ist es in kürzester Zeit machbar, dass der Durschnitt der Bevölkerung ohne größere Probleme 50 Prozent der Energie einzusparen und so die Kernkraft spielend überflüssig zu machen. Hier widersprach Kurth vehemend. Die Einkommensstruktur der Region lasse es einfach nicht zu, dass so viele Mittel in neuste Geräte investiert werden, dass es für niedrige Einkommensschichten nicht annähernd finanzielle möglich sein wird, so ein Einsparungsniveau zu erreichen, ohne an Lebensqualität Abstriche zu machen. Besonders wandte sich Dr. Vogel gegen die vielen "Stand-by-Schaltungen", die zwei Kernkraftwerke überflüssig machen würde.
Im übrigen war die Diskussion später stark geprägt, parteipolitischen Vorwürfen, was die Sache nicht erleichterte. Es gibt, so dass Fazit dieser Diskussion genügend Ansatzpunkte nicht nur einer Partei auf die Finger zu schauen und Einfluss zu nehmen. Nur dazu muss die Bevölkerung ihren Volksvertreter sagen, wohin die Richtung gehen soll. Am Montag hat man das klar verpasst. Also wundere sich keiner, wenn die Politiker machen was sie denken, und nicht was der Wähler will. Das gilt im übrigen für alle Parteien!