Sa, 00:52 Uhr
04.06.2011
Zum Kaliwerk Immenrode
Eine historische Betrachtung zum Kaliwerk Immenrode führt unser Leser Hans-Jürgen Schmidt durch, gab es doch hier im Mai ein Ereignis dass gefeiert wird...
Das Kaliwerk lag an der Straße von Kleinfurra nach der Ortschaft Straußberg, unmittelbar am Waldrand der Hainleite. Die Ortschaften in der Nähe des Kaliwerkes sind Wernrode, Wolkramshausen, Kleinfurra, Straußberg und Immenrode. Allerdings ist die Ortschaft Immenrode, die südlich des Schachtes liegt, ca. 10 km entfernt. Von Bedeutung hingegen war Wolkramshausen, da sich hier die Chlorkaliumfabrik von Ludwigshall befand, die das geförderte Rohsalz verarbeitete. Verbunden war die Schachtanlage mit der Fabrik über eine Seilbahn.
Die Kaliwerke in Sondershausen, Bleicherode , Sollstedt und Volkenroda, die noch bis 1990 produzierten, waren in der Nachbarschaft. Heute liegt das ehemalige Schachtgelände an der Kreisgrenze vom Kyffhäuserkreis mit dem Kreis Nordhausen. Das Gelände selbst gehört zum Kyffhäuserkreis. Von den Schachtanlagen selbst ist nicht mehr viel erhalten, wenn man von Wohngebäuden und der Schachtabdeckung absieht. In unmittelbarer Nähe befinden sich Naherholungsgebiete mit einer Sommerrodelbahn, einem Tiergehege und einem Ferienlager in der Nähe des Dorfes Straußberg.
Die Gewerkschaft wurde am 11.7.1902 gegründet. Das Gelände gehört zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt. Am 23.91905 wurde begonnen den Schacht abzuteufen. Im Jahre 1908 wurde die Endteufe mit 832,60 m erreicht. Der Schachtsumpf stand im Staßfurtsteinsalz. Das Kalilager lag bei 779 m. Es hatte ein Mächtigkeit 17 m, davon 10 m Sylvinit und Hartsalz und 7 m Carnallitit. 1908 waren die Tagesanlagen fertiggestellt. Der Förderbeginn war im August 1908. Es wurden Strecken und Abbaue in Richtung Straußberg aufgefahren. Ende August wurden 36 445 dz Hartsalz mit einer Belegschaft von 230 gefördert. Das Rohsalz wurde über eine Seilbahn nach der Schachtanlage Ludwigshall (bei Wolkramshausen) transportiert, da dort die Chlorkaliumfabrik stand. Von Bedeutung war die Auffahrung eine Verbindungsstrecke im Jahr 1911 nach Ludwigshall mit einer Länge von 1,3 km.
Mit Ende des I. Weltkrieges wurde die Förderung zurückgefahren. Es kam zu einer vorübergehenden Stilllegung von 1925 bis 1935. Am 1935 übernahm die Heeresmunitionsanstalt die Regie. In Verbindung mit der Schachtanlage Ludwigshall wurde unter Tage Munition hergestellt. Im Juli 1942 gab es auf Ludwigshall in den Hallen der Munitionsherstellung unter Tage ein fürchterliche Explosion mit 145 Toten. Die Verbindungstrecke nach der Schachtanlage Immenrode war jetzt für die Wetterführung von Bedeutung. 1943 wurde die Munitionsherstellung eigestellt. Die Schachtanlage ruhte bis zum Jahr 1949. Ab diesem Jahr bis 1955 gab es dann geologische Erkundungen nach Kupferschiefer und Erdöl, die nicht erfolgreich waren.1955 war der Abschluss des Einbringens eines Süßwasserpropfen in die Schachtröhre. In den Jahren 1978 bis 1980 gab es Aktivitäten zur Herrichtung eines Untergrundspeichers für Gas, welche aus Geldmangel eingestellt wurden.
Im Jahr 1980 gab es eine letzte Befahrung durch die Grubenwehr und der Schacht wurde endgültig mit einem Süßwasserprofen verschlossen. Von Oktober 2009 bis April 2011 wurde der Schacht durch den Schachtbau Nordhausen verfüllt. Es wurden zirka 260000 t an Sand und Kies eingebracht. Im Bereich des untere Bundsandsteins wurde ein Betonwiderlager als Dichtungssystem eingebracht. Es bestand aus 1m Sand, 1 m Gußasphalt und 5 m Ton. Von Seite des Kaliwerkes "Glückauf" Sondershausen wurde noch in einer Vortriebsmaschinenstrecke ein Abdichtungsdamm gesetzt, um zu verhindern, dass Lauge in das Grubengebäude eindringen kann, da die Strecke bis auf 50 m bis ans Grubenfeld Immenerode herangefahren war.
Im Mai 2011 gab es dann eine Feierstunde, organisiert durch den Schachtbau Nordhausen zur endgültigen Versieglung des Schachtes. Bei dieser Gelegenheit gab es eine Spende zu Durchführung des 3.Thüringer Bergmannstages in Höhe von 10 000 Euro, nnz-tv berichtete.
Hans-Jürgen Schmidt, Sondershausen - Text und Bilder, die Bilder 7 bis 10 sind von Karsten Schröter
Bildtexte:
Autor: khhDas Kaliwerk lag an der Straße von Kleinfurra nach der Ortschaft Straußberg, unmittelbar am Waldrand der Hainleite. Die Ortschaften in der Nähe des Kaliwerkes sind Wernrode, Wolkramshausen, Kleinfurra, Straußberg und Immenrode. Allerdings ist die Ortschaft Immenrode, die südlich des Schachtes liegt, ca. 10 km entfernt. Von Bedeutung hingegen war Wolkramshausen, da sich hier die Chlorkaliumfabrik von Ludwigshall befand, die das geförderte Rohsalz verarbeitete. Verbunden war die Schachtanlage mit der Fabrik über eine Seilbahn.
Die Kaliwerke in Sondershausen, Bleicherode , Sollstedt und Volkenroda, die noch bis 1990 produzierten, waren in der Nachbarschaft. Heute liegt das ehemalige Schachtgelände an der Kreisgrenze vom Kyffhäuserkreis mit dem Kreis Nordhausen. Das Gelände selbst gehört zum Kyffhäuserkreis. Von den Schachtanlagen selbst ist nicht mehr viel erhalten, wenn man von Wohngebäuden und der Schachtabdeckung absieht. In unmittelbarer Nähe befinden sich Naherholungsgebiete mit einer Sommerrodelbahn, einem Tiergehege und einem Ferienlager in der Nähe des Dorfes Straußberg.
Die Gewerkschaft wurde am 11.7.1902 gegründet. Das Gelände gehört zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt. Am 23.91905 wurde begonnen den Schacht abzuteufen. Im Jahre 1908 wurde die Endteufe mit 832,60 m erreicht. Der Schachtsumpf stand im Staßfurtsteinsalz. Das Kalilager lag bei 779 m. Es hatte ein Mächtigkeit 17 m, davon 10 m Sylvinit und Hartsalz und 7 m Carnallitit. 1908 waren die Tagesanlagen fertiggestellt. Der Förderbeginn war im August 1908. Es wurden Strecken und Abbaue in Richtung Straußberg aufgefahren. Ende August wurden 36 445 dz Hartsalz mit einer Belegschaft von 230 gefördert. Das Rohsalz wurde über eine Seilbahn nach der Schachtanlage Ludwigshall (bei Wolkramshausen) transportiert, da dort die Chlorkaliumfabrik stand. Von Bedeutung war die Auffahrung eine Verbindungsstrecke im Jahr 1911 nach Ludwigshall mit einer Länge von 1,3 km.
Mit Ende des I. Weltkrieges wurde die Förderung zurückgefahren. Es kam zu einer vorübergehenden Stilllegung von 1925 bis 1935. Am 1935 übernahm die Heeresmunitionsanstalt die Regie. In Verbindung mit der Schachtanlage Ludwigshall wurde unter Tage Munition hergestellt. Im Juli 1942 gab es auf Ludwigshall in den Hallen der Munitionsherstellung unter Tage ein fürchterliche Explosion mit 145 Toten. Die Verbindungstrecke nach der Schachtanlage Immenrode war jetzt für die Wetterführung von Bedeutung. 1943 wurde die Munitionsherstellung eigestellt. Die Schachtanlage ruhte bis zum Jahr 1949. Ab diesem Jahr bis 1955 gab es dann geologische Erkundungen nach Kupferschiefer und Erdöl, die nicht erfolgreich waren.1955 war der Abschluss des Einbringens eines Süßwasserpropfen in die Schachtröhre. In den Jahren 1978 bis 1980 gab es Aktivitäten zur Herrichtung eines Untergrundspeichers für Gas, welche aus Geldmangel eingestellt wurden.
Im Jahr 1980 gab es eine letzte Befahrung durch die Grubenwehr und der Schacht wurde endgültig mit einem Süßwasserprofen verschlossen. Von Oktober 2009 bis April 2011 wurde der Schacht durch den Schachtbau Nordhausen verfüllt. Es wurden zirka 260000 t an Sand und Kies eingebracht. Im Bereich des untere Bundsandsteins wurde ein Betonwiderlager als Dichtungssystem eingebracht. Es bestand aus 1m Sand, 1 m Gußasphalt und 5 m Ton. Von Seite des Kaliwerkes "Glückauf" Sondershausen wurde noch in einer Vortriebsmaschinenstrecke ein Abdichtungsdamm gesetzt, um zu verhindern, dass Lauge in das Grubengebäude eindringen kann, da die Strecke bis auf 50 m bis ans Grubenfeld Immenerode herangefahren war.
Im Mai 2011 gab es dann eine Feierstunde, organisiert durch den Schachtbau Nordhausen zur endgültigen Versieglung des Schachtes. Bei dieser Gelegenheit gab es eine Spende zu Durchführung des 3.Thüringer Bergmannstages in Höhe von 10 000 Euro, nnz-tv berichtete.
Hans-Jürgen Schmidt, Sondershausen - Text und Bilder, die Bilder 7 bis 10 sind von Karsten Schröter
Bildtexte:
- Bild 1 - Ein Kartenausschnitt aus dem Jahr 1918. Es werden die Kaliwerke Ludwigshall, Hain, Immenrode gezeigt. Die Seilbahnen von Hain und Schacht Immenrode gehen zur Chlorkaliumfabrik nach Ludwigshall (Wolkramshausen).
- Bild 2,3 - So sah die Schachtanlage 1908 aus.
- Bild 4 - Ein Bild von Untertage, vermutlich 1910
- Bild 5,6 - Riss von den Tagesanlagen
- Bild 7 bis 10 - Bilder von den Verwahrungsanlagen
- Bild 11 - So sieht das Schachtgelände heute aus
- Bild 12 - Betonplatte zur endgültigen Verwahrung
- Bild 13 - "Der Grabstein"
- Bild 14 - Es werden die beteiligten Unternehmen und die Geldgeber zur Verwahrung gezeigt















