eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mi, 13:57 Uhr
08.06.2011

Augenmaß bei der Energiewende

Vor dem Hintergrund des heutigen Energiegipfels der Landesregierung plädiert die Erfurter Industrie- und Handelskammer (IHK) nochmals für einen „Masterplan Energie“, der einen besonnenen und schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie in Abhängigkeit vom Aufbau neuer Kapazitäten garantiert. Hier die Einzelheiten...


„Vor uns liegt kein leichter Weg. Für die Umsetzung der Energiewende sind versorgungssichere und zukunftsfähige Lösungen notwendig“, sagt IHK-Vizepräsident Reimund Lehmann. Regenerative Ressourcen, wie die stark schwankenden Energieträger Photovoltaik und Wind, müssten durch entsprechende Speicher- und Reservekraftwerkskapazitäten verstetigt werden.

„Die Festlegung der Politik auf ein fixes Ausstiegsdatum ist solange verfrüht, bis der Einstieg in neue Kraftwerke und Netze, sowie in Stromspeicher nicht ebenso definiert ist“, kritisiert Lehmann. Zudem dürfe die Politik bei aller Aufbruchseuphorie nicht übersehen, dass auch beim Ausbau erneuerbarer Energien die Gebote von Wirtschaftlichkeit und Effizienz zu beachten seien.

Die Energiewende in Thüringen müsse so gestaltet werden, dass die Kosten für den Bürger verkraftbar und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sowie des Gewerbes nicht gefährdet seien. „Momentan verzeichnet der Freistaat in diesem Sektor bereits deutschlandweite Höchstpreise. Die Aufgabe besteht deshalb darin, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit als Einheit zu betrachten“, so Lehmann weiter.

Der Ausstieg aus der Atomenergie sei synchron mit dem Einstieg in neue Kraftwerke und Netze sowie in Stromspeicher vorzunehmen. Ein überstürztes Szenario würde zu Versorgungsengpässen führen, mit fatalen Folgen für die Wirtschaft. Bei den heutigen Maschinen und Ausrüstungen sowie den komplexen Taktstraßen mit ihren High-Tech-Steuerungen hätten mögliche Frequenzschwankungen oftmals Schnellabschaltungen zur Folge.

Unter den vergleichsweise hohen Strompreisen leide schon jetzt die Wettbewerbsfähigkeit Thüringer Unternehmen. „Es kann nicht im Landesinteresse liegen, wenn Unternehmen abwandern oder Investoren sich nicht ansiedeln“, warnt der IHK-Vizepräsident. Beim Ausbau erneuerbarer Energien müssten Wirtschaftlichkeit und Effizienz zwingend im Vordergrund stehen sowie Wind- oder Solaranlagen nur dort installiert werden, wo eine entsprechende Laufleistung gegeben sei. Darüber hinaus sollten zur Akzeptanzerhöhung die Bürger und Gemeinden stärker in die Planung eingebunden sowie Aufwand und Nutzen transparent dargestellt werden.

„Die jetzt anzustrebende Entwicklung erfordert noch größere Investitionen in die Energieforschung. Es geht vor allem um neue Formen der Speicherung, verlustarme Übertragung sowie kostengünstigere regenerative Stromerzeugung“, so Lehmann.

Die Elektroenergieversorgung aus Wind, Sonne, Wasser, Geothermie, Biomasse, die effektivere Nutzung und gesteigerte Produktivität von Energie sowie der klimagerechte Einsatz fossiler Energieträger stellten eine große Herausforderung für die Zukunft dar.

Lehmann warnt eindringlich vor übereilten Entscheidungen: „Kurzfristiges parteipolitisches Kalkül in Abhängigkeit von Wahlergebnissen ist keine gute Basis für eine Energiepolitik, die auf Jahrzehnte ausgerichtet sein muss.“ Durch einen optimal zusammengestellten „Masterplan Energie“ könnte die Thüringer Industrie in großem Maße von der Energiewende profitieren und damit ein nachhaltiger Innovationsschub ausgelöst werden.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
geloescht.otto
08.06.2011, 16:48 Uhr
und wer
wird diesen ganzen Kram wieder einmal bezahlen dürfen?? Richtig!! jeder einzelne Bürger, der gezwungen ist den Strom bei den Konzernen zukaufen!! Natürlich sprechen diese Brüder den Strompreis nicht ab - niemals!!
Wettbewerb sieht für mich aber ganz anders aus!!
TeeEff
08.06.2011, 20:33 Uhr
Energiekosten USA
in L.A die kWh 6 US-Cent!

Und die machen da auch Profit bei...
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)