Fr, 12:19 Uhr
17.06.2011
Endlich mal Tarif zahlen
Für die Thüringer Wirtschaft wird es immer schwerer, offene Ausbildungsplätze zu besetzen. Der Thüringer Wirtschaftsminister appelliert deshalb an die Wirtschaft, Lehrlinge endlich nach Tarif zu bezahlen...
Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) kommen in Thüringen auf 119 angebotene Lehrstellen inzwischen nur noch 100 Bewerber. Damit hat sich die Situation im Vergleich zu den Vorjahren komplett umgekehrt, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD). Für die Unternehmen sei es deshalb notwendig, sich frühzeitig – noch vor dem Start des Ausbildungsjahres 2011/2012 am 1. September – um Lehrlinge zu bemühen.
Das wichtigste Werbeargument ist und bleibt dabei eine angemessene Ausbildungsvergütung, so der Minister. Thüringen konkurriere auch mit Standorten in den alten Bundesländern um den Fachkräftenachwuchs. Künftig führt deshalb kein Weg mehr daran vorbei, dass die Betriebe ihre Auszubildenden mindestens auf dem Niveau der geltenden Tarifverträge bezahlen. In der Vergangenheit sei dieses Niveau von nicht tarifgebundenen Unternehmen zum Teil um bis zu 20 Prozent unterschritten worden.
Bessere Löhne und Lehrlingsentgelte sind letztlich auch das Ziel einer Vereinbarung zur Stärkung der Tarifbindung, die Arbeitgeber und Gewerkschaften im vergangenen Jahr im Rahmen der Konzertierten Aktion Thüringen geschlossen hatten. Darin werden die Thüringer Unternehmen aufgefordert, den jeweiligen Arbeitgeberverbänden und Tarifgemeinschaften beizutreten.
In Thüringen liegt die Tarifbindung derzeit bei 24 Prozent. Damit ist nur jedes vierte Unternehmen an eine Branchen- oder Haustarifvertrag gebunden, nur 53 Prozent der Beschäftigten erhalten eine tarifliche Entlohnung. Eine stärkere Tarifbindung und eine bessere Vergütung von Lehrlingen ist ein Beitrag dazu, dass Thüringen als Ausbildungs- und damit auch als Wirtschaftsstandort attraktiv bleibt, sagte der Wirtschaftsminister.
Nach aktuellen Zahlen sind derzeit 9.568 Thüringer Jungen und Mädchen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dieser Nachfrage stehen derzeit 11.400 Lehrstellen gegenüber. Dabei ging die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahr um 7,8 Prozent zurück – deutlich stärker als im Schnitt der neuen (-3,4 Prozent) und alten Länder (-1,2 Prozent). Die Zahl der gemeldeten Stellen stieg demgegenüber in Thüringen um 14,3 Prozent (neue Länder: +11,5 Prozent, alte Länder: +11,3 Prozent), wobei sich die Zahl der betrieblichen Lehrstellen um 17,8 Prozent erhöhte.
Autor: nnzNach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) kommen in Thüringen auf 119 angebotene Lehrstellen inzwischen nur noch 100 Bewerber. Damit hat sich die Situation im Vergleich zu den Vorjahren komplett umgekehrt, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD). Für die Unternehmen sei es deshalb notwendig, sich frühzeitig – noch vor dem Start des Ausbildungsjahres 2011/2012 am 1. September – um Lehrlinge zu bemühen.
Das wichtigste Werbeargument ist und bleibt dabei eine angemessene Ausbildungsvergütung, so der Minister. Thüringen konkurriere auch mit Standorten in den alten Bundesländern um den Fachkräftenachwuchs. Künftig führt deshalb kein Weg mehr daran vorbei, dass die Betriebe ihre Auszubildenden mindestens auf dem Niveau der geltenden Tarifverträge bezahlen. In der Vergangenheit sei dieses Niveau von nicht tarifgebundenen Unternehmen zum Teil um bis zu 20 Prozent unterschritten worden.
Bessere Löhne und Lehrlingsentgelte sind letztlich auch das Ziel einer Vereinbarung zur Stärkung der Tarifbindung, die Arbeitgeber und Gewerkschaften im vergangenen Jahr im Rahmen der Konzertierten Aktion Thüringen geschlossen hatten. Darin werden die Thüringer Unternehmen aufgefordert, den jeweiligen Arbeitgeberverbänden und Tarifgemeinschaften beizutreten.
In Thüringen liegt die Tarifbindung derzeit bei 24 Prozent. Damit ist nur jedes vierte Unternehmen an eine Branchen- oder Haustarifvertrag gebunden, nur 53 Prozent der Beschäftigten erhalten eine tarifliche Entlohnung. Eine stärkere Tarifbindung und eine bessere Vergütung von Lehrlingen ist ein Beitrag dazu, dass Thüringen als Ausbildungs- und damit auch als Wirtschaftsstandort attraktiv bleibt, sagte der Wirtschaftsminister.
Nach aktuellen Zahlen sind derzeit 9.568 Thüringer Jungen und Mädchen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dieser Nachfrage stehen derzeit 11.400 Lehrstellen gegenüber. Dabei ging die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahr um 7,8 Prozent zurück – deutlich stärker als im Schnitt der neuen (-3,4 Prozent) und alten Länder (-1,2 Prozent). Die Zahl der gemeldeten Stellen stieg demgegenüber in Thüringen um 14,3 Prozent (neue Länder: +11,5 Prozent, alte Länder: +11,3 Prozent), wobei sich die Zahl der betrieblichen Lehrstellen um 17,8 Prozent erhöhte.