Mo, 00:37 Uhr
27.06.2011
Renn, wenn du kannst
Diesmal empfiehlt Fred Böhme vom Panoramamuseum Bad Frankenhausen einen deutschen Film, der im StuKi 76 läuft...
Benjamin sitzt seit einem Unfall vor sieben Jahren im Rollstuhl. Er schikaniert seine Mutter, die ihn betüttelt, und den neuen Zivi Christian. An dem prallen seine Zynismen ab, weiß er doch, dass er nach einem halben Jahr sein Medizinstudium fortsetzt. Benjamin übertüncht damit aber nur seine wahren Gefühle. Er wünscht sich eine normale Beziehung. Beide jungen Männer verlieben sich ausgerechnet in dasselbe Mädchen, die umtriebige Musikstudentin Annika, die sich nicht entscheiden kann und ihre Gunst zwischen ihnen aufteilt.
Die zärtliche Beschreibung der Figuren macht den Zugang zu ihnen leicht. Brüggemann greift das Thema Behinderung ohne Larmoyanz auf, zeigt, wie der an den Rollstuhl gefesselte junge Mann unter der Abhängigkeit leidet, unter dem Wunsch nach einem Leben voller Zuneigung und Sex. Er will keine Partnerschaft mit einer Behinderten, sondern Liebe, aber bemerkt pragmatisch "wer steht schon auf einen Typen im Rollstuhl". Ohne die Behindertenkarte zu sehr auszureizen, geht es auch um äußerliche Attraktivität als Verkaufswert, um die Erfüllung eines fast unmöglichen Traumes, die Ziellosigkeit einer Generation.
Die Kamera schaut oft aus der Vogelperspektive auf das Geschehen und schafft so eine Freiheit und Schwerelosigkeit, die dem in der Bewegung beeinträchtigten Protagonisten schmerzlich fehlt. Trotz trockenen Humors und witziger Dialoge bleibt vieles
unausgesprochen, trotzt die Leichtigkeit der Erzählung dem nicht ganz leichten Thema und vermeidet die Fallstricke eines Behindertendramas. kino.de
Statistik
Renn, wenn du kannst (D 2009) - Freitag, 1. Juli, 20:00 Uhr im StuKi 76
Regie: Dietrich Brüggemann
Buch: Dietrich und Anna Brüggemann
D.: Robert Gwisdek, Anna Brüggemann, Jacob Matschenz, Franziska Weisz, Leslie Malton, Michael Sens
FSK: 12; L.: 116 min
Mit Shuttleservice! Abfahrt ab REHA-Klinik 19:30 Uhr. Interessenten melden bitte ihren Bedarf unter der 0800-3023666 an bzw. REHA-Patienten tragen sich bitte in die Liste im Patientenordner ein
Fred Böhme
Autor: khhBenjamin sitzt seit einem Unfall vor sieben Jahren im Rollstuhl. Er schikaniert seine Mutter, die ihn betüttelt, und den neuen Zivi Christian. An dem prallen seine Zynismen ab, weiß er doch, dass er nach einem halben Jahr sein Medizinstudium fortsetzt. Benjamin übertüncht damit aber nur seine wahren Gefühle. Er wünscht sich eine normale Beziehung. Beide jungen Männer verlieben sich ausgerechnet in dasselbe Mädchen, die umtriebige Musikstudentin Annika, die sich nicht entscheiden kann und ihre Gunst zwischen ihnen aufteilt.
Die zärtliche Beschreibung der Figuren macht den Zugang zu ihnen leicht. Brüggemann greift das Thema Behinderung ohne Larmoyanz auf, zeigt, wie der an den Rollstuhl gefesselte junge Mann unter der Abhängigkeit leidet, unter dem Wunsch nach einem Leben voller Zuneigung und Sex. Er will keine Partnerschaft mit einer Behinderten, sondern Liebe, aber bemerkt pragmatisch "wer steht schon auf einen Typen im Rollstuhl". Ohne die Behindertenkarte zu sehr auszureizen, geht es auch um äußerliche Attraktivität als Verkaufswert, um die Erfüllung eines fast unmöglichen Traumes, die Ziellosigkeit einer Generation.
Die Kamera schaut oft aus der Vogelperspektive auf das Geschehen und schafft so eine Freiheit und Schwerelosigkeit, die dem in der Bewegung beeinträchtigten Protagonisten schmerzlich fehlt. Trotz trockenen Humors und witziger Dialoge bleibt vieles
unausgesprochen, trotzt die Leichtigkeit der Erzählung dem nicht ganz leichten Thema und vermeidet die Fallstricke eines Behindertendramas. kino.de
Statistik
Renn, wenn du kannst (D 2009) - Freitag, 1. Juli, 20:00 Uhr im StuKi 76
Regie: Dietrich Brüggemann
Buch: Dietrich und Anna Brüggemann
D.: Robert Gwisdek, Anna Brüggemann, Jacob Matschenz, Franziska Weisz, Leslie Malton, Michael Sens
FSK: 12; L.: 116 min
Mit Shuttleservice! Abfahrt ab REHA-Klinik 19:30 Uhr. Interessenten melden bitte ihren Bedarf unter der 0800-3023666 an bzw. REHA-Patienten tragen sich bitte in die Liste im Patientenordner ein
Fred Böhme
