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Mi, 15:28 Uhr
22.06.2011

nnz-Bücherkiste: Mitternachtskleid

In schön regelmäßigen Abständen informiert uns Terry Pratchett über das Geschehen auf der Scheibenwelt. Dort hatte die Junghexe Tiffany Weh wieder große Abenteuer zu bestehen.

pratchett (Foto: verlag) pratchett (Foto: verlag)

Terry Pratchett
„Das Mitternachtskleid“
(Manhattan)



Kinder, wie die Zeit vergeht! Jetzt hat der Pratchett - der Sir Terry - schon den vierten märchenhaften Scheibenwelt-Roman geschrieben, in dessen Mittelpunkt die Nachwuchshexe Tiffany Weh steht. Allerdings ist das kleine Hexlein inzwischen zur Frau gereift und amtierende Hexe des Kreidelands geworden. Quasi in Echtzeit können Pratchetts Leser das Heranwachsen der sympathischen Junghexe verfolgen. Bereits seit 2003 war Tiffany in „Kleine freie Männer“, „Ein Hut voller Sterne“ und „Der Winterschmied“ die liebenswerte Protagonistin in Erzählungen von der sagenhaften Scheibenwelt, die auf dem Rücken von vier Elefanten ruht, die wiederum auf dem Panzer der Schildkröte Groß A ’Tuin stehen, welche majestätisch durchs Multiversum schlingert.

In ihrem neuen Abenteuer „Das Mitternachtskleid“ muss die Magierin nichts weiter tun als ihr Land, ihre Zunft und vor allem sich selbst vor finsteren Mächten zu beschützen. Dabei hilft ihr das Koboldvolk der „Wir sind die Größten“ - ob Tiffany das nun will oder nicht. Und schon bald sehnt sie sich nach dem einfachen Hexenalltag mit Krankenbesuchen, Tierverarztungen und Hebammentätigkeiten zurück. Nebenbei versucht sie zu ergründen, ob sie nun Frau oder Hexe ist oder ob gar beides zusammen möglich ist. Und wenn ja – mit wem?

Pratchett ist Moralist. Und so sauerteigig diese Aussage auch klingen mag, niemand vermag Moral so wunderbar humorvoll und geistreich zu verpacken wie er. Was dem einen als Kinderbuch erscheint, wird dem nächsten zur Parabel menschlichen Verhaltens und Seins. Und als witziger Abenteuerroman lässt sich „Das Mitternachtskleid“ auch lesen.

Ich wüsste nicht, wer momentan außer dem erfolgreichsten lebenden britischen Autor der Gegenwart Sätze wie diesen schreiben könnte: „Allgemeiner Jubel brach aus, wie immer, wenn eine Menschenmenge begriffen hat, dass sie etwas bekommen soll, wofür sie nichts bezahlen muss.“

Insofern wird der „allgemeine Jubel“ über das vorliegende Buch nur dadurch gebremst, dass der Manhattan-Verlag wieder 18 Euro für eine einfache Taschenbuchausführung verlangt, ohne eine Hardcoverversion überhaupt anzubieten.
Olaf Schulze
Autor: nnz

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