Fr, 16:59 Uhr
22.07.2011
Der Strich durch die Rechnung
Über 5.500 Besucher sahen die Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen 2011. Wir nutzten die Gelegenheit, um mit dem Intendanten des Nordhäuser Theaters, Lars Tietje über das Festival und auch das Wetter zu sprechen...
nnz/kn: Die Besucher der diesjährigen Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen hatten großes Vergnügen an Rossinis komischer Oper Der Barbier von Sevilla. Acht Vorstellungen wurden gezeigt. Welche Bilanz können Sie ziehen?
L. Tietje: Es war eine sehr gelungene Produktion des Barbier von Sevilla – gut und witzig erzählt, sehr gut musiziert und gesungen. Dem Publikum hat es gefallen. Aber auch Rock meets Classic, das wir leider wegen Regens vorzeitig abbrechen mussten, und die Liszt-Oper Don Sanche oder Das Schloss der Liebe sind sehr gut angekommen.
nnz/kn: Der Erfolg einer Vorstellung im Freien hängt manchmal auch vom Wetter ab. Wie sind die Festspiele unter diesem Gesichtspunkt gelaufen?
L. Tietje: Im vergangenen Jahr hatten wir einen Traumsommer. In diesem Jahr hatten wir viel Pech mit dem Wetter. Zu den ersten Barbier-Vorstellungen war es kalt, und es hat teilweise geregnet. Eine Vorstellung Der Barbier von Sevilla mussten wir konzertant ins Haus der Kunst verlegen, einen Barbier und Rock meets Classic vorzeitig abbrechen. Vor allem aber haben wir nicht so viele Karten verkauft wie im vergangenen Jahr.
Open air macht ja auch mehr Spaß, wenn es warm ist und trocken. Auch die Sänger und die Orchestermusiker haben unter den Wetterverhältnissen gelitten. Aber zum Glück hat uns das Wetter am letzten Wochenende der Festspiele versöhnt. Freitag und Samstag hatten wir zwei letzte Vorstellungen des Barbier in lauen Sommernächten.
nnz/kn: Die Besucher kommen nicht nur aus der Region oder den angrenzenden Bundesländern. Etliche nehmen sogar den Weg aus Österreich und der Schweiz auf sich. Hat sich Sondershausen im Kalender der Festspielszene Deutschlands etabliert?
L. Tietje: Um von etabliert zu sprechen, ist es sicher noch zu früh. Wir sind ja immer noch am Wachsen, und ich sehe dazu weiter Potenziale. Aber es kommen immer mehr Besucher von weiter her, buchen unsere Pauschalen, auch immer mehr Busreiseveranstalter kommen zu uns. Dies sorgt für die wirtschaftlichen Effekte in der Stadt und der Region, die wir uns gewünscht haben, als wir das Festival 2006 ins Leben riefen.
nnz/kn: Besucher und Kritiker sind selten einer Meinung, wie hat Ihnen persönlich die Inszenierung des Barbier von Sevilla gefallen?
L. Tietje: Der Barbier ist eine Komödie. Holger Pototzki hat sie klug, humorvoll und mit viel Liebe zum Detail inszeniert. Vielleicht war es der Kritikerin, der es nicht so gefallen hat, zu kalt in der Premiere. Natürlich perlt eine solche Inszenierung viel besser in lauer Prosecco-Stimmung, wie der Regisseur es ausgedrückt hat. Besonders in den Vorstellungen an den warmen Abenden hat man gemerkt, wie gut die Inszenierung funktioniert hat. Das Publikum hat sich köstlich amüsiert. Und darum geht es ja.
nnz/kn: Die Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen sind ja sozusagen auch Sprungbrett für junge Opern- und Operettensänger. Konnte das Theater Nordhausen im Nachhinein davon schon profitieren?
L. Tietje: Wir haben bereits Sänger durch die Schlossfestspiele entdeckt und wieder engagiert. Aber auch der Ruf des Theaters Nordhausen ist durch die Festspiele gestiegen. Man hat Respekt vor der Arbeit, die wir hier mit den jungen Sängerinnen und Sängern machen.
nnz/kn: Worauf können sich die Besucher der Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen im Sommer 2012 freuen? Sind Veränderungen geplant?
L. Tietje: 2012 werden die Festspiele weiter wachsen. Erstmals werden wir zehn statt bisher acht Vorstellungen des großen Festspielstücks an dann vier statt bisher drei aufeinander folgenden Wochenenden zeigen. Wir spielen Mozarts Die Entführung aus dem Serail im Schlosshof. Außerdem wird es erstmals Schlossfestspiele für Kinder geben und auch wieder besondere Konzerte.
Und das Wetter soll viel besser werden als 2011 ;-).
Autor: nnznnz/kn: Die Besucher der diesjährigen Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen hatten großes Vergnügen an Rossinis komischer Oper Der Barbier von Sevilla. Acht Vorstellungen wurden gezeigt. Welche Bilanz können Sie ziehen?
L. Tietje: Es war eine sehr gelungene Produktion des Barbier von Sevilla – gut und witzig erzählt, sehr gut musiziert und gesungen. Dem Publikum hat es gefallen. Aber auch Rock meets Classic, das wir leider wegen Regens vorzeitig abbrechen mussten, und die Liszt-Oper Don Sanche oder Das Schloss der Liebe sind sehr gut angekommen.
nnz/kn: Der Erfolg einer Vorstellung im Freien hängt manchmal auch vom Wetter ab. Wie sind die Festspiele unter diesem Gesichtspunkt gelaufen?
L. Tietje: Im vergangenen Jahr hatten wir einen Traumsommer. In diesem Jahr hatten wir viel Pech mit dem Wetter. Zu den ersten Barbier-Vorstellungen war es kalt, und es hat teilweise geregnet. Eine Vorstellung Der Barbier von Sevilla mussten wir konzertant ins Haus der Kunst verlegen, einen Barbier und Rock meets Classic vorzeitig abbrechen. Vor allem aber haben wir nicht so viele Karten verkauft wie im vergangenen Jahr.
Open air macht ja auch mehr Spaß, wenn es warm ist und trocken. Auch die Sänger und die Orchestermusiker haben unter den Wetterverhältnissen gelitten. Aber zum Glück hat uns das Wetter am letzten Wochenende der Festspiele versöhnt. Freitag und Samstag hatten wir zwei letzte Vorstellungen des Barbier in lauen Sommernächten.
nnz/kn: Die Besucher kommen nicht nur aus der Region oder den angrenzenden Bundesländern. Etliche nehmen sogar den Weg aus Österreich und der Schweiz auf sich. Hat sich Sondershausen im Kalender der Festspielszene Deutschlands etabliert?
L. Tietje: Um von etabliert zu sprechen, ist es sicher noch zu früh. Wir sind ja immer noch am Wachsen, und ich sehe dazu weiter Potenziale. Aber es kommen immer mehr Besucher von weiter her, buchen unsere Pauschalen, auch immer mehr Busreiseveranstalter kommen zu uns. Dies sorgt für die wirtschaftlichen Effekte in der Stadt und der Region, die wir uns gewünscht haben, als wir das Festival 2006 ins Leben riefen.
nnz/kn: Besucher und Kritiker sind selten einer Meinung, wie hat Ihnen persönlich die Inszenierung des Barbier von Sevilla gefallen?
L. Tietje: Der Barbier ist eine Komödie. Holger Pototzki hat sie klug, humorvoll und mit viel Liebe zum Detail inszeniert. Vielleicht war es der Kritikerin, der es nicht so gefallen hat, zu kalt in der Premiere. Natürlich perlt eine solche Inszenierung viel besser in lauer Prosecco-Stimmung, wie der Regisseur es ausgedrückt hat. Besonders in den Vorstellungen an den warmen Abenden hat man gemerkt, wie gut die Inszenierung funktioniert hat. Das Publikum hat sich köstlich amüsiert. Und darum geht es ja.
nnz/kn: Die Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen sind ja sozusagen auch Sprungbrett für junge Opern- und Operettensänger. Konnte das Theater Nordhausen im Nachhinein davon schon profitieren?
L. Tietje: Wir haben bereits Sänger durch die Schlossfestspiele entdeckt und wieder engagiert. Aber auch der Ruf des Theaters Nordhausen ist durch die Festspiele gestiegen. Man hat Respekt vor der Arbeit, die wir hier mit den jungen Sängerinnen und Sängern machen.
nnz/kn: Worauf können sich die Besucher der Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen im Sommer 2012 freuen? Sind Veränderungen geplant?
L. Tietje: 2012 werden die Festspiele weiter wachsen. Erstmals werden wir zehn statt bisher acht Vorstellungen des großen Festspielstücks an dann vier statt bisher drei aufeinander folgenden Wochenenden zeigen. Wir spielen Mozarts Die Entführung aus dem Serail im Schlosshof. Außerdem wird es erstmals Schlossfestspiele für Kinder geben und auch wieder besondere Konzerte.
Und das Wetter soll viel besser werden als 2011 ;-).
