Mo, 20:59 Uhr
08.08.2011
kn-doku: Letzter Hilferuf
Vieles haben wir in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten über die Versuche zur Rettung des schiefen Turms der Frankenhäuser Oberkirche berichtet. Jetzt gibt es einen letzten Hilferuf aus dem Rathaus der Kurstadt...
Bürgermeister Matthias Strejc hat jetzt einen Brief an die Thüringer Landesregierung sowie an die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen geschrieben, den wir in unserer doku-Reihe veröffentlichen:
Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht,
in den letzten Monaten haben wir Sie regelmäßig über die Rettungsversuche des höchsten schiefsten Turmes der Welt informiert. Den großen Spenden-Marathon begleiteten regelmäßig zahlreiche Vertreter der Medien und berichteten über Bad Frankenhausen und damit auch über unseren Freistaat Thüringen. Selbst international wurde über den schiefen Riesen häufig berichtet und steigerte dadurch auch den Bekanntheitsgrad Thüringens.
Auch die Landesregierung hat auf verschiedenste Weise die Rettung unterstützt. Dafür danken wir ausdrücklich nochmals auf diesem Wege.
Unzählige Menschen, Vereine, Unternehmen und Institutionen aus Bad Frankenhausen, aus ganz Thüringen haben sich in den letzten Monaten mit enormen Einsatz für die Rettung eines besonderen Wahrzeichens Thüringens engagiert. Über die vielfältigen Aktionen hatten wir Sie bereits ausführlich informiert.
Mittlerweile gibt es ein umsetzbares Sanierungskonzept, welches den höchsten schiefsten Turm der Welt nachfolgenden Generationen erhält. Die schiefe Riese kann dauerhaft und robust gerettet werden und so zukünftig wesentlich mehr Besucher, Gäste und Touristen nicht nur nach Bad Frankenhausen, sondern auch nach Nordthüringen und ganz Thüringen locken.
Doch die Rettung des Wahrzeichens, eines Denkmales, eines touristischen Leuchtturmes Thüringens könnte an den Mehrkosten scheitern. Denn die Stabilisierung des Turmes benötigt zusätzlich zu den bereits bewilligten Mitteln aus dem Jahre 2006 (inkl. Eigenmittel waren es 2006 1 Mio. €) weitere 900.000,-€ in 3 Jahresscheiben.
Für die ersten notwendigen Sicherungsmaßnahmen in Höhe von 100.000,-€ , die in diesem Jahr durchgeführt werden müssen, würde der Förderverein und die Stadt Bad Frankenhausen aufkommen. Die restlichen 800.000,-€ werden dann in den Jahren 2012 bis 2014 benötigt.
Die Stadt Bad Frankenhausen hat bei einem Termin (03.08.2011) im Landesverwaltungsamt Weimar im Beisein des Thüringer Bauministeriums (vertreten durch Herrn Prof. Langlotz) einen Aufstockungsantrag der Fördermittel abgegeben. Doch alleine aus Städtebaufördermitteln sind diese Summen in den jeweiligen Jahren nicht abzudecken. Dafür hat die Stadt Bad Frankenhausen auch aufgrund der Kürzungen in diesem Bereich volles Verständnis. Das Thüringer Bauministerium könnte sich allerdings bei einer Beteiligung anderer Fachressourcen eine finanzielle Beteiligung an den Mehrkosten vorstellen.
Dennoch sollten wir alle gemeinsam eine Lösung für die Rettung eines besonderen Leuchtturmes Thüringens finden. Es ist kaum vermittelbar, dass die Landeskirche den Turm für ca. 200.000 € abreißen wird, wir aber für 800.000 Euro keine dauerhafte Rettung finanziert bekommen, zumal die Rettung in Jahresscheiben erfolgen kann.
Daher haben Sie auch bitte Verständnis, dass wir alle Minister der Thüringer Landesregierung mit diesem Schreiben über die prekäre Situation informieren. Wir bitten die Thüringer Landesregierung, intensiv auch übergreifend über die einzelnen Ministerien und Fachressourcen mit der Stadt Bad Frankenhausen eine Lösungsmöglichkeit zu finden.
Die Zeit drängt: Die Landeskirche erwartet seitens der Stadt Bad Frankenhausen bis zum 01. September 2011 eine Entscheidung, ob die Stadt den Turm in ihr Eigentum übernimmt und sanieren wird. Leider sind wir als Kommune alleine nicht in der Lage, die 800 T€ in den folgenden 3 Jahren finanziell aufzubringen. Sollten wir bis zum 01. September keine Aussicht auf die finanzielle Absicherung der gesamten Stabilisierung haben, werden wir den Turm leider nicht in unser Eigentum übernehmen können. Damit wird der schiefe Riese noch in diesem Jahr abgerissen.
Wir bitten die Thüringer Landesregierung, sehr kurzfristig bis zum 01. September 2011 auf Landesebene und auch auf Bundesebene nach geeigneten, gemeinsamen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Die Stadt Bad Frankenhausen begleitet diesen Prozess sehr gern und steht Ihnen jederzeit zu persönlichen Gesprächen bereit.
Es ist der letzte Hilferuf des schiefen Turmes und der Stadt Bad Frankenhausen, denn finden wir gemeinsam keine kurzfristige Lösung, wird am touristischen Leuchtturm Thüringens, am schiefen Turm, das Licht ausgehen und der Turm wird abgerissen.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Strejc, Bürgermeister
Autor: nnzBürgermeister Matthias Strejc hat jetzt einen Brief an die Thüringer Landesregierung sowie an die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen geschrieben, den wir in unserer doku-Reihe veröffentlichen:
Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht,
in den letzten Monaten haben wir Sie regelmäßig über die Rettungsversuche des höchsten schiefsten Turmes der Welt informiert. Den großen Spenden-Marathon begleiteten regelmäßig zahlreiche Vertreter der Medien und berichteten über Bad Frankenhausen und damit auch über unseren Freistaat Thüringen. Selbst international wurde über den schiefen Riesen häufig berichtet und steigerte dadurch auch den Bekanntheitsgrad Thüringens.
Auch die Landesregierung hat auf verschiedenste Weise die Rettung unterstützt. Dafür danken wir ausdrücklich nochmals auf diesem Wege.
Unzählige Menschen, Vereine, Unternehmen und Institutionen aus Bad Frankenhausen, aus ganz Thüringen haben sich in den letzten Monaten mit enormen Einsatz für die Rettung eines besonderen Wahrzeichens Thüringens engagiert. Über die vielfältigen Aktionen hatten wir Sie bereits ausführlich informiert.
Mittlerweile gibt es ein umsetzbares Sanierungskonzept, welches den höchsten schiefsten Turm der Welt nachfolgenden Generationen erhält. Die schiefe Riese kann dauerhaft und robust gerettet werden und so zukünftig wesentlich mehr Besucher, Gäste und Touristen nicht nur nach Bad Frankenhausen, sondern auch nach Nordthüringen und ganz Thüringen locken.
Doch die Rettung des Wahrzeichens, eines Denkmales, eines touristischen Leuchtturmes Thüringens könnte an den Mehrkosten scheitern. Denn die Stabilisierung des Turmes benötigt zusätzlich zu den bereits bewilligten Mitteln aus dem Jahre 2006 (inkl. Eigenmittel waren es 2006 1 Mio. €) weitere 900.000,-€ in 3 Jahresscheiben.
Für die ersten notwendigen Sicherungsmaßnahmen in Höhe von 100.000,-€ , die in diesem Jahr durchgeführt werden müssen, würde der Förderverein und die Stadt Bad Frankenhausen aufkommen. Die restlichen 800.000,-€ werden dann in den Jahren 2012 bis 2014 benötigt.
Die Stadt Bad Frankenhausen hat bei einem Termin (03.08.2011) im Landesverwaltungsamt Weimar im Beisein des Thüringer Bauministeriums (vertreten durch Herrn Prof. Langlotz) einen Aufstockungsantrag der Fördermittel abgegeben. Doch alleine aus Städtebaufördermitteln sind diese Summen in den jeweiligen Jahren nicht abzudecken. Dafür hat die Stadt Bad Frankenhausen auch aufgrund der Kürzungen in diesem Bereich volles Verständnis. Das Thüringer Bauministerium könnte sich allerdings bei einer Beteiligung anderer Fachressourcen eine finanzielle Beteiligung an den Mehrkosten vorstellen.
Dennoch sollten wir alle gemeinsam eine Lösung für die Rettung eines besonderen Leuchtturmes Thüringens finden. Es ist kaum vermittelbar, dass die Landeskirche den Turm für ca. 200.000 € abreißen wird, wir aber für 800.000 Euro keine dauerhafte Rettung finanziert bekommen, zumal die Rettung in Jahresscheiben erfolgen kann.
Daher haben Sie auch bitte Verständnis, dass wir alle Minister der Thüringer Landesregierung mit diesem Schreiben über die prekäre Situation informieren. Wir bitten die Thüringer Landesregierung, intensiv auch übergreifend über die einzelnen Ministerien und Fachressourcen mit der Stadt Bad Frankenhausen eine Lösungsmöglichkeit zu finden.
Die Zeit drängt: Die Landeskirche erwartet seitens der Stadt Bad Frankenhausen bis zum 01. September 2011 eine Entscheidung, ob die Stadt den Turm in ihr Eigentum übernimmt und sanieren wird. Leider sind wir als Kommune alleine nicht in der Lage, die 800 T€ in den folgenden 3 Jahren finanziell aufzubringen. Sollten wir bis zum 01. September keine Aussicht auf die finanzielle Absicherung der gesamten Stabilisierung haben, werden wir den Turm leider nicht in unser Eigentum übernehmen können. Damit wird der schiefe Riese noch in diesem Jahr abgerissen.
Wir bitten die Thüringer Landesregierung, sehr kurzfristig bis zum 01. September 2011 auf Landesebene und auch auf Bundesebene nach geeigneten, gemeinsamen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Die Stadt Bad Frankenhausen begleitet diesen Prozess sehr gern und steht Ihnen jederzeit zu persönlichen Gesprächen bereit.
Es ist der letzte Hilferuf des schiefen Turmes und der Stadt Bad Frankenhausen, denn finden wir gemeinsam keine kurzfristige Lösung, wird am touristischen Leuchtturm Thüringens, am schiefen Turm, das Licht ausgehen und der Turm wird abgerissen.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Strejc, Bürgermeister