So, 15:11 Uhr
14.08.2011
Abwanderung ist rückläufig
Die Abwanderung aus Thüringen geht zurück. Im Jahr 2010 habe Thüringen deutlich weniger Menschen durch Fortzüge verloren als in den Jahren zuvor, sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) heute in Erfurt. Weitere Einzelheiten wie immer mit dem bekannten Klick...
Zwar ist die Bevölkerungsentwicklung weiter stark rückläufig, so Machnig. Dafür sei aber vor allem die Geburtenarmut im Freistaat verantwortlich: Der Anteil der Sterbeüberschüsse am Bevölkerungsrückgang ist inzwischen fast doppelt so hoch wie die Wanderungsverluste, sagte der Minister. Das sei ein neues Bild: Die niedrigen Geburtenzahlen werden zu einem immer größeren demographischen Problem.
Damit rückt die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch stärker in den Vordergrund. Zugleich seien die sinkenden Abwanderungszahlen aber auch ein Hoffnungszeichen für eine baldige Trendumkehr: Es ist möglich, in einigen Jahren – vielleicht schon bis Mitte des Jahrzehnts – die Abwanderung ganz zu stoppen und mehr Zuwanderer ins Land zu locken. Voraussetzung dafür ist aber, dass wir beim Thema ‚Gute Arbeit’ noch besser vorankommen.
Der Bevölkerungsrückgang in Thüringen (negatives Wanderungssaldo und Sterbeüberschüsse) lag nach aktuellen Zahlen des Thüringer Landesamts für Statistik im Jahr 2010 bei insgesamt 15.949 Personen. Dabei macht der Sterbeüberschuss mit 10.208 den deutlich größeren Anteil am Rückgang der Bevölkerung aus. Der Wanderungssaldo liegt dagegen bei nur nur noch 5.741 (41.210 Wegzüge, 35.469 Zuzüge). Im Jahr 2009 lag diese Zahl noch bei 8.026, 2008 bei 12.693, 2007 bei 13.310 und 2006 bei 14.270. Damit ergibt sich ein eindeutig rückläufiger Trend.
Zudem weisen die Wanderungszahlen nach Analysen des Wirtschaftsministeriums mehrere interessante Aspekte auf:
Um diesen Trend zu verstetigen, müsse jetzt allerdings noch stärker an der Attraktivität Thüringens als Beschäftigungsstandort gearbeitet werden: Dazu zählen insbesondere Jobsicherheit, vernünftige Löhne und attraktive Karrierechancen, so der Minister. Gerade hier können und müssen wir in Thüringen noch besser werden.
Autor: nnzZwar ist die Bevölkerungsentwicklung weiter stark rückläufig, so Machnig. Dafür sei aber vor allem die Geburtenarmut im Freistaat verantwortlich: Der Anteil der Sterbeüberschüsse am Bevölkerungsrückgang ist inzwischen fast doppelt so hoch wie die Wanderungsverluste, sagte der Minister. Das sei ein neues Bild: Die niedrigen Geburtenzahlen werden zu einem immer größeren demographischen Problem.
Damit rückt die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch stärker in den Vordergrund. Zugleich seien die sinkenden Abwanderungszahlen aber auch ein Hoffnungszeichen für eine baldige Trendumkehr: Es ist möglich, in einigen Jahren – vielleicht schon bis Mitte des Jahrzehnts – die Abwanderung ganz zu stoppen und mehr Zuwanderer ins Land zu locken. Voraussetzung dafür ist aber, dass wir beim Thema ‚Gute Arbeit’ noch besser vorankommen.
Der Bevölkerungsrückgang in Thüringen (negatives Wanderungssaldo und Sterbeüberschüsse) lag nach aktuellen Zahlen des Thüringer Landesamts für Statistik im Jahr 2010 bei insgesamt 15.949 Personen. Dabei macht der Sterbeüberschuss mit 10.208 den deutlich größeren Anteil am Rückgang der Bevölkerung aus. Der Wanderungssaldo liegt dagegen bei nur nur noch 5.741 (41.210 Wegzüge, 35.469 Zuzüge). Im Jahr 2009 lag diese Zahl noch bei 8.026, 2008 bei 12.693, 2007 bei 13.310 und 2006 bei 14.270. Damit ergibt sich ein eindeutig rückläufiger Trend.
Zudem weisen die Wanderungszahlen nach Analysen des Wirtschaftsministeriums mehrere interessante Aspekte auf:
- So ist in praktisch allen Altersgruppen ein Rückgang der Wanderungsverluste zu verzeichnen. Dies führt dazu, dass es nicht mehr – wie in den Vorjahren überwiegend – vor allem die jungen, gut qualifizierten Frauen sind, die Thüringen verlassen.
- Im Gegenteil: Einem Wanderungsverlust von 3.022 Männern steht im Jahr 2010 eine Abwanderung von per Saldo 2.719 Frauen gegenüber.
- Gründe dafür erkennt man z.B. bei einem Vergleich der Jahre 2008 und 2010: Im Jahr 2010 sind gegenüber 2008 nicht nur deutlich weniger Frauen abgewandert (–2.545) sondern auch mehr Frauen zugewandert (+771). Besonders stark hat der Zuzug von Frauen in der Altersgruppe der 25- bis unter 30-Jährigen zugenommen: von 3.213 im Jahre 2008 auf 3.506 im Jahr 2010. Dem stehen zwar immer noch höhere Fortzüge gegenüber. Diese sind jedoch auch von 4.900 auf 4.474 zurückgegangen, so dass die Schere zwischen Fort- und Zuzügen insgesamt deutlich kleiner geworden ist.
- Schließlich zeigt sich: Nicht nur Erfurt (1.201), Jena (541) und Weimar (291), sondern drei weitere Gebietskörperschaften in Thüringen weisen ein positives Wanderungssaldo gegenüber den anderen Bundesländern, Berlin und dem Ausland aus: Eisenach (125), der Ilmkreis (82) und Nordhausen (39). Allerdings kann bei den drei Letzteren das Wanderungssaldo den Sterbeüberschuss nicht ganz ausgleichen, so dass die Bevölkerungsentwicklung hier insgesamt noch negativ verläuft.
Um diesen Trend zu verstetigen, müsse jetzt allerdings noch stärker an der Attraktivität Thüringens als Beschäftigungsstandort gearbeitet werden: Dazu zählen insbesondere Jobsicherheit, vernünftige Löhne und attraktive Karrierechancen, so der Minister. Gerade hier können und müssen wir in Thüringen noch besser werden.