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Mo, 20:36 Uhr
15.08.2011

kn-Forum zu "Neues aus Berlin (70)

Zum Betrag von "Neues aus Berlin (70)" von FDP-Bundestagsmitglied P. Kurth erreichte kn folgender Kommentar unseres Leser Torsten Blümel unter der Überschrift "Das kleine Vergessen oder Wie einer auszog, einseitig Geschichte zu lehren"...

„Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.“ schrieb bereits Voltaire.
Nun will ich keine Geschichtsschreibung zum Thema "50 Jahre Mauerbau" beginnen, denn das Thema ist in Kürze nicht abzuhandeln und das würde dem auch nicht gerecht werden. Aber mich stört doch die etwas einseitige Darstellung des Herrn Kurth bzw. das Ausblenden mancher Dinge. Man landet am Ende beim berühmten Thema von im Glashaus sitzen und dem dortigen Umgang mit Steinen.

Er benennt SED und Linke, SPD und (West-)Grüne mit ihrem Standpunkt, Mauer und Teilung akzeptiert zu haben bzw. heute noch zu akzeptieren. Seltsamerweise schreibt er nichts über liberale Standpunkte. Bedeutet "weglassen" bei Herrn Kurth "nicht wissen" oder hat er andere Gründe dafür? Das muss leider offen bleiben.

Die LDPD als eine der beiden liberalen Parteien der DDR ging in der FDP der BRD auf. Letzter Vorsitzender der LDPD war Rainer Ortleb, der es von 1991-94 zum Bundesminister für Bildung und Wissenschaft brachte.
Ortleb trat 1977 auf dem 12. Parteitag der LDPD in Weimar mit den Worten " Mein Diskussionsbeitrag beginnt nicht mit dem ersten gesprochenen Wort, sondern mein erstes Argument ist, für jeden sichtbar, die Uniform, die ich heute trage." in NVA-Uniform auf.*
Unter anderem sagte er auch: " Wir haben keinen Zweifel an der Verteidigungswürdigkeit unseres Staates, den wir mittragen, und die Konsequenz, die Kriegskunst zu trainieren, wird uns täglich von der imperialistischen Tat aufgezwungen. Ein Soldat hat gelernt, eine Meldung knapp und exakt zu formulieren, nach der Regel: Wer - was - wo - wann. Wer - wir Liberaldemokraten. Was - bereit zur Verteidigung unseres Staates. Wo und wann - hier, zu jeder Zeit."
Im November 1976 rückte er in den LDPD-Bezirksvorstand Dresden auf, dessen Sekretariat am 17. Dezember 1976 den Ausschluss eines LDPD-Mitgliedes durch den Kreisvorstand Riesa bestätigte. Das LDPD-Mitglied hatte einen Ausreiseantrag gestellt.
Noch als die DDR bereits am Untergehen war, berichtete er am 10. Oktober 1989 mit seinen Parteikollegen an den Vorstand in Berlin zur Ausreisewelle dieses Jahres: "Einerseits stoßen westliche Diffamierungen und damit verbundene "großdeutsche" Absichtserklärungen auf Ablehnung bei den Mitgliedern, andererseits wird aber die Forderung nach öffentlicher Verständigung über die Ursache für diese "Abkehrwelle" drängender und ungeduldiger."

Wenn Herr Kurth also in seiner Pressemitteilung meint "Bereits während der Teilung hatten sich zahlreiche Parteien und Akteure – die auch heute noch aktiv sind – mit der Mauer abgefunden.", hätte er dabei die Liberalen mit benennen müssen. So scheint er aber den Eindruck erwecken zu wollen, die Liberalen seien die "Saubermänner".

* Quelle (auch für nachfolgende Zitate): "Der Spiegel", Ausgabe 34/1993 Zur Quellenangabe
Torsten Blümel
Autor: khh

Anmerkung der Redaktion:
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