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Mo, 12:50 Uhr
22.08.2011

Hoffnung, Kritik und Sorge

Eine neue IHK-Studie belegt ein deutliches Votum für den Wirtschaftsstandort Thüringen. Im Ergebnis der Befragung gibt es aber auch Kritik und Sorge


Nur jedes siebente Unternehmen würde seine Produktion aus Thüringen verlagern, um damit die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter Industriebetrieben und industrienahen Dienstleistern. Große Sorgen bereite den Firmen aber die Angst vor steigenden Energiepreisen.

An einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zur Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes hatten sich auch 60 Betriebe aus Thüringen beteiligt.

„Thüringer Unternehmen sind ihrem Standort treu. Dieser Trumpf darf nun angesichts der Energiewende nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden“, warnt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Während laut Umfrage deutschlandweit 35 Prozent der Betriebe eine „flexible“ Standortpolitik betreiben, seien es im Freistaat gerade einmal 14 Prozent.

Die aktuelle Energiesituation bewerteten die Befragten jedoch auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) nur mit 4,8 – damit deutlich kritischer als auf Bundesebene (4,2). „Die Unternehmen brauchen eine verlässliche Energieversorgung zu bezahlbaren Preisen“, fordert der IHK-Chef. Deutschlandweit müsse diesem Thema aktuell die höchste Priorität in der Wirtschaftspolitik eingeräumt werden, denn die sichere Energieversorgung habe sich nach Ansicht der Betriebe bislang als großer Vorteil des Industrielandes Deutschland erwiesen (Note 2,7).

Auch mit Blick auf das aktuelle deutsche Steuerrecht werde Kritik laut. „Die Unternehmer sehen in der Komplexität und fehlenden Praxistauglichkeit des Steuerrechts ein großes Hindernis, was mit der Schulnote 5 zum Ausdruck gebracht wird“, so Grusser.

Einstimmigkeit herrsche hingegen in Ost und West bei der Einschätzung der Fachkräftequalität. Hier erreiche die Bewertung mit 2,4 den besten Wert aller Standortfaktoren. Deutlich schlechter bewerteten die Manager jedoch die Verfügbarkeit von geeigneten Fachkräften (3,1). Demografischer Wandel und der steigende Fachkräftebedarf erzeugten einen hohen Handlungsdruck. „Die Wirtschaft setzt alle Hebel in Bewegung, um ihr Arbeitskräftepotential zu stärken, auszuweiten und zu sichern. Trotzdem wollen nur etwa 20 Prozent der Thüringer Betriebe ausländische Fachkräfte anwerben, im Gegensatz zu knapp 40 Prozent der Unternehmen auf Bundesebene“, fasst Grusser zusammen.

Einen hohen Stellenwert würden die befragten Unternehmen auch der Entwicklung neuer produktionsnaher Dienstleistungen beimessen. Angesichts des wachsenden Wettbewerbsdrucks auf den Weltmärkten liege hier nach Einschätzung der Wirtschaft ein erhebliches Entwicklungspotenzial für den Standort Deutschland.

Die DIHK-Studie zur Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland („Deutschlands Motor läuft rund – aber nicht von alleine“) wurde zwischen April und Juni 2011 durchgeführt. Bundesweit waren 66 IHKs mit insgesamt 1.400 Unternehmen beteiligt.
Autor: nnz

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