Arbeitsmarkt-Reaktionen
Mittwoch, 31. August 2011, 11:17 Uhr
Er und sein Ministerium sind immer die ersten Kommentatoren der aktuellen Arbeitsmarktdaten. Was Wirtschaftsminister Mathias Machnig (SPD) heute zu sagen hat, das haben wir für Sie notiert...
Die gute Konjunkturentwicklung in Thüringen sorgt für einen stabilen Arbeitsmarkt. Mit weniger als 100.000 Jobsuchenden und einer Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent hat Thüringen die niedrigste August-Arbeitslosigkeit seit der Wende, sagte Thüringens Arbeitsminister Matthias Machnig heute in Erfurt. Auch für die weitere Entwicklung ist er optimistisch: Wir erleben eine steigende Nachfrage nach Arbeitskräften in Thüringen, so Machnig. Dafür sprechen nicht zuletzt die 6.480 Stellenzugänge im August – ein Plus gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,1 Prozent.
Gerade in der momentanen Aufschwungphase komme es allerdings darauf an, Arbeit zu fairen Bedingungen und guten Löhnen zu schaffen, so Machnig weiter. Wann sollen reguläre und gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen, wenn nicht jetzt in Zeiten des Aufschwungs, machte der Minister seine Position deutlich. Die Rückkehr zum Kriterium der Schaffung neuer Arbeitsplätze in der GRW-Investitionsförderung, das bereits auch vor der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 gegolten hatte, und die Einführung eines Leiharbeitskriteriums, das die GRW-Förderung für Unternehmen mit einem Leiharbeiteranteil von mehr als 30 Prozent ausschließt, seien daher notwendig und richtig. Das ist ein wesentlicher Beitrag dazu, das Niedriglohnimage Thüringens zu bekämpfen und dafür zu sorgen, dass Thüringen ein attraktiver Standort für Unternehmen und Beschäftigte ist.
Kritisch beurteilt der Arbeitsminister die Tatsache, dass es vor allem bei den älteren Arbeitslosen nur wenig Bewegung gibt. Ältere profitieren nach wie vor zu wenig von der insgesamt positiven Entwicklung, sagte Machnig. Sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahr habe es hier kaum eine Verbesserung gegeben. Dagegen habe sich die Situation – trotz des saisonal bedingten geringfügigen Anstiegs der Jugendarbeitslosigkeit – vor allem für jüngere Jobsuchende spürbar verbessert.
Das werde nicht zuletzt auf dem Lehrstellenmarkt deutlich: Auf 114 freie Lehrstellen kommen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) inzwischen nur noch 100 Lehrstellensuchende. Damit hat sich die Situation im Vergleich zu den Vorjahren komplett umgekehrt, so der Minister. Für die Unternehmen sei es deshalb notwendig, ihr Werben um potentielle Lehrlinge noch zu verstärken. Das wichtigste Werbeargument ist und bleibt dabei eine angemessene Ausbildungsvergütung, so der Minister.
Thüringen konkurriere auch mit Standorten in den alten Bundesländern um den Fachkräftenachwuchs. Diese Konkurrenz gehe derzeit noch zu oft zu Ungunsten Thüringens aus: Fast 6.000 Thüringer Jugendliche absolvieren ihre Ausbildung in einem anderen Bundesland, was einer Auspendlerquote von 13,7 Prozent entspricht. "Das sind potentielle Fachkräfte, die wir für Thüringen zurückgewinnen sollten."
Autor: nnzDie gute Konjunkturentwicklung in Thüringen sorgt für einen stabilen Arbeitsmarkt. Mit weniger als 100.000 Jobsuchenden und einer Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent hat Thüringen die niedrigste August-Arbeitslosigkeit seit der Wende, sagte Thüringens Arbeitsminister Matthias Machnig heute in Erfurt. Auch für die weitere Entwicklung ist er optimistisch: Wir erleben eine steigende Nachfrage nach Arbeitskräften in Thüringen, so Machnig. Dafür sprechen nicht zuletzt die 6.480 Stellenzugänge im August – ein Plus gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,1 Prozent.
Gerade in der momentanen Aufschwungphase komme es allerdings darauf an, Arbeit zu fairen Bedingungen und guten Löhnen zu schaffen, so Machnig weiter. Wann sollen reguläre und gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen, wenn nicht jetzt in Zeiten des Aufschwungs, machte der Minister seine Position deutlich. Die Rückkehr zum Kriterium der Schaffung neuer Arbeitsplätze in der GRW-Investitionsförderung, das bereits auch vor der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 gegolten hatte, und die Einführung eines Leiharbeitskriteriums, das die GRW-Förderung für Unternehmen mit einem Leiharbeiteranteil von mehr als 30 Prozent ausschließt, seien daher notwendig und richtig. Das ist ein wesentlicher Beitrag dazu, das Niedriglohnimage Thüringens zu bekämpfen und dafür zu sorgen, dass Thüringen ein attraktiver Standort für Unternehmen und Beschäftigte ist.
Kritisch beurteilt der Arbeitsminister die Tatsache, dass es vor allem bei den älteren Arbeitslosen nur wenig Bewegung gibt. Ältere profitieren nach wie vor zu wenig von der insgesamt positiven Entwicklung, sagte Machnig. Sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahr habe es hier kaum eine Verbesserung gegeben. Dagegen habe sich die Situation – trotz des saisonal bedingten geringfügigen Anstiegs der Jugendarbeitslosigkeit – vor allem für jüngere Jobsuchende spürbar verbessert.
Das werde nicht zuletzt auf dem Lehrstellenmarkt deutlich: Auf 114 freie Lehrstellen kommen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) inzwischen nur noch 100 Lehrstellensuchende. Damit hat sich die Situation im Vergleich zu den Vorjahren komplett umgekehrt, so der Minister. Für die Unternehmen sei es deshalb notwendig, ihr Werben um potentielle Lehrlinge noch zu verstärken. Das wichtigste Werbeargument ist und bleibt dabei eine angemessene Ausbildungsvergütung, so der Minister.
Thüringen konkurriere auch mit Standorten in den alten Bundesländern um den Fachkräftenachwuchs. Diese Konkurrenz gehe derzeit noch zu oft zu Ungunsten Thüringens aus: Fast 6.000 Thüringer Jugendliche absolvieren ihre Ausbildung in einem anderen Bundesland, was einer Auspendlerquote von 13,7 Prozent entspricht. "Das sind potentielle Fachkräfte, die wir für Thüringen zurückgewinnen sollten."
