kyffhaeuser-nachrichten.de

Kurth in Klinik

Donnerstag, 01. September 2011, 15:12 Uhr
Der Sondershäuser Bundestagsabgeordnete musste in die Klinik und wurde auf Herz und Nieren geprüft, zum Glück nur als FDP-Praktikum in Zentralklinik...


Zum Tagespraktikant wurde der FDP-Bundestagsabgeordnete Patrick Kurth in der Zentralklinik Bad Berka. Kurth war dabei zunächst als “Pfleger” auf der Intensivstation für Herzpatienten eingeteilt, später machte er sich von den stattfindenden Operationen ein Bild. Mit seinem “Seitenwechsel“ verfolgte Kurth zwei Ziele: “Einerseits geht es darum, ein Gefühl vom Arbeitsalltag in Krankenhäusern zu erhalten. Auf der anderen Seite will ich wissen, wie sich die Gesundheitspolitik auswirkt und welche Probleme vor Ort gesehen werden.” Kurth, der eigentlich in seiner Bundestagsfraktion für den Aufbau Ost zuständig ist, sagte: “Auch wenn ich kein Gesundheitspolitiker bin: Im Bundestag gehört Gesundheitspolitik zu den Top-Themen, die ständig auf der Tagesordnung stehen. Man kommt mit den Themen sehr oft in Berlin aber auch im Wahlkreis in Berührung. Ein Praxistag ist sehr gewinnbringend.”

Kurth in Klinik (Foto: FDP Wahlkreisbüro) Kurth in Klinik (Foto: FDP Wahlkreisbüro)

Zu Beginn des Tages erhielt der Bundestagsabgeordnete einen Überblick über die Zentralklinik von den beiden Geschäftsführern Martin Bosch und Dr. Kerstin Haase sowie dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Norbert Presselt. Anschließend tauschte der FDP-Politiker seine Arbeitskleidung: Der dunkle Anzug wich der weißen Pflegerausstattung. Auf der Station wurde er von der Pflegedienstleiterin Kerstin Träger eingewiesen und der – einen Tag zuvor examinierten – Krankenschwester Maria “unterstellt”. Mit ihr holte Kurth Patienten von der Operationsabteilung zur Intensivstation, bettete um oder betreute Patienten. “Dabei habe ich auch einen kleinen Eindruck vom Papierkrieg erhalten, den die Schwestern professionell, routiniert und kaum merkbar führten”, so Kurth. Mit der Stationsschwester Monique wiederum verteilte Kurth das Mittagessen. “Es treffen hier zwei Welten aufeinander. Eine Herz-OP bedeutet für die Patienten eine Ausnahmesituation, für das Pflegepersonal und die Ärzte ist es tägliches Geschäft und Routine. Dennoch wird nach Kräften auf die Patienten eingegangen und sie werden neben der Versorgung auch anständig begleitet. Das war sehr beeindruckend”, so Kurth in einem Zwischenfazit.

Am Nachmittag wechselte Kurth die Station und wurde vom “Pfleger” zum Beobachter. Chefarzt Prof. Dr. Christoph Geller (Klinik für Kardiologie) wies ihn in die Abteilung für Rhythmologie und invasive Elektrophysiologie ein, stellte die Methoden und Arbeitsweisen vor und erklärte die Behandlungsabläufe. Neben der Station selbst wurden auch die OP-Säle besichtigt, in denen parallel die Operationen stattfanden. “Der Ablauf der Realität unterscheidet sich doch erheblich vom gängigen Schwarzwaldklinik-Klischee. Und auch hier gilt wie auch in der Intensivstation: Die Patienten in einer persönlichen Ausnahmesituation treffen auf professionelle Ärzte und routiniertes Personal. Die Arbeitsabläufe waren beeindruckend.”

Im Ergebnis erklärt der FDP-Politiker, dass er um mehrere Erkenntnisse reicher sei. Es sei wichtig gewesen, durch praktische Mitarbeit und daraus entstehende Gespräche Eindrücke und Wissen zu erhalten. Angefangen von Ausbildungswegen über die Krankenhausstruktur bis hin zu Lohnentwicklung, Kosten für den Wissenschaftsbetrieb und natürlich Qualitäts- und Hygienemanagement reichen die Eindrücke auch zur Fachkräfteentwicklung, Arztausbildung oder Versorgungssicherheit. Ein wichtiger Punkt sei dabei die wirtschaftliche Entwicklung, den die Klinik mit ihren über 1.600 Mitarbeitern darstelle. Dies gelte insbesondere für den regionalen Wirtschaftskreislauf.

Kurth in Klinik (Foto: FDP Wahlkreisbüro) Kurth in Klinik (Foto: FDP Wahlkreisbüro)

Noch wichtiger und vor allem aktueller bezeichnete Kurth die Entwicklung im Bereich der sog. “Medizinischen Versorgungszentren”. Seitens der Bundespolitik sei deutlicher Gegenwind zu spüren, wenn es um die Betreuung und medizinische Versorgung von Patienten ginge, die nicht direkt im Krankenhaus seien. “Zu Gunsten der niedergelassenen Ärzte soll die Aktivität von Krankenhäusern bei der allgemeinen Gesundheitsbetreuung zurückgedrängt werden. Auch wenn dies grundsätzlich nützlich erscheint, gibt es doch offensichtlich zahlreiche praktische Probleme. Ich glaube, dass gerade in strukturschwächeren Gebieten die Krankenhäuser durchaus mehr Verantwortung übernehmen können.” Kurth wolle sich deshalb mit Gesundheitsminister Daniel Bahr sowie den Gesundheitspolitikern der Fraktion in Verbindung setzen.

Abschließend erklärte der Abgeordnete, dass das Tagespraktikum eines der eindrucksvollsten Tage als Abgeordneter gewesen sei. Die Eindrücke seien intensiv gewesen. Premiere war das Praktikum allerdings nicht. Zuvor hatte Kurth bereits in einem Altersheim als Pfleger mitgearbeitet oder war an einer Tankstelle als Tankwart beschäftigt. Weitere Einsätze folgen: Im Wach- und Sicherheitsgewerbe, in der Redaktion einer Tageszeitung oder in der Frühschicht einer Bäckerei.
Wahlkreisbüro Patrick Kurth
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de