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„Casanova“ geht in die Endproben

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 17:32 Uhr
In der Schneiderei des Theaters Nordhausen hängen bereits wunderschöne Kostüme, weitere sind in Arbeit. Sie sind für die nächste Operettenpremiere bestimmt. Nach Venedig entführt „Casanova“ von Paul Lincke. Entsprechend werden Solisten, Chor und Ballettkompanie kostümiert sein. Farbenfrohe, edle Stoffe in historischen Schnitten werden das Bild der Inszenierung bestimmen...


In Bearbeitung (Foto: B. Susemihl) In Bearbeitung (Foto: B. Susemihl) Paul Lincke erzählt in seiner Operette eine geschickt erfundene Episode aus dem Leben des legendären Verführers Giacomo Casanova nach. Venedig, Mitte des 18. Jahrhunderts. Casanova sitzt in der Festung St. Andrée in Haft. Pikantes Detail: Einst unterhielt er eine amouröse Beziehung zur Gattin des Festungskommandanten. Leonore schrieb ihm damals innige Briefe, die sie heute zurückfordert, um sie zu vernichten. Gesehen hat Casanova Leonore nie – in Venedig trifft man sich nach altem Brauch zum Stelldichein maskiert! So vermutet er eher in Teresina, Leonores Tochter, seine ehemalige Favoritin.

Casanova wäre nicht Casanova, wenn es ihm nicht gelingen würde, die Festungsmauern für einen galanten Ballbesuch zu überwinden, um die Beziehung zu Leonore aufzufrischen. Bevor man ihn auf dem Ball enttarnen kann, flieht er ins Gefängnis zurück. Da niemand glauben will, dass gerade die eigene Frau Casanovas Favoritin war, kann er auf Begnadigung hoffen und sich danach wieder frei und abenteuerlustig bewegen.

„Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe“, die „Berliner Luft“ oder die Operette „Frau Luna“ bringt jeder mit Paul Lincke, dem berlinischsten aller Komponisten, in Verbindung. Und Casanova? Zu Unrecht wurde die Operette über den legendären Verführer in den letzten Jahren nur wenig gespielt. Die Musik der deftigen Berliner Operette – der Casanova-Marsch oder die melodische Barcarole „Auf der Lagune“ haben das Zeug dazu, auch in Nordhausen zu Publikumslieblingen zu werden. Übrigens hat Paul Lincke seinen Lebensabend nicht allzu fern von Nordhausen verbracht: in Hahnenklee, einem Ortsteil von Goslar im Harz, wo er auch begraben ist.

Als Darsteller des Casanova wurde der Tenor Aaron Judisch aus den Vereinigten Staaten von Amerika engagiert. An seiner Seite steht Sabine Mucke als Leonore. Die musikalische Leitung hat Oliver Weder, Chefdirigent des Theaters Rudolstadt. Mit Wolfgang Dosch konnte für die Wiederentdeckung dieser schwungvollen Berliner Operette ein Regisseur gewonnen werden, der das Nordhäuser Publikum mit Inszenierungen wie „Die Csárdásfürstin“, „Mein Freund Bunbury“ und zuletzt „Gräfin Mariza“ schon oft begeistert hat. Für Bühne und Kostüme zeichnet Bernhard Niechotz verantwortlich, der unter anderem das Bühnenbild für „Die Csárdásfürstin“ in Nordhausen und im vergangenen Sommer die Ausstattung der Oper „Der Barbier von Sevilla“ bei den Thüringer Schlossfestspielen Sondershausen entworfen hat.

Die Premiere der Operette „Casanova“ findet am 18. November um 19.30 Uhr im Theater Nordhausen statt. Die nächsten Vorstellungen folgen am 25.11. um 19.30 Uhr und am 7.12. um 15 Uhr. Karten gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.

Neugierige können schon am 6. November um 15 Uhr im Theaterrestaurant „Da Capo“ bei Kaffee und Kuchen mehr über „Casanova“ erfahren, wenn Chefdramaturgin Anja Eisner und Regisseur Wolfgang Dosch zum Operettencafé zur Einführung in die Inszenierung einladen.
Autor: nnz

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