Umfangreiche Instandsetzung
Freitag, 11. November 2011, 23:26 Uhr
Die Unterkirche von Bad Frankenhausen wird umfangreich instandgesetzt, darüber informierten Vertreter der Kirche und das Thüringer Landesamt für Denkmalspflege in einer Pressekonferenz in Bad Frankenhausen...
Die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Bad Frankenhausen verfolgt für ihre Unterkirche seit mehreren Jahren konsequent den Plan, das Gotteshaus denkmalgerecht herzurichten und somit seiner Bedeutung als geistlichem und kulturellem Zentrum in der Region gerecht zu werden. Historisch gesehen war die Unterkirche sogar schon mal Residenzkirche.
Das 1703 unter Leitung des bekannten Thüringer Architekten Johann Moritz Richter d.J. nach einem Brand wieder aufgebaute Gotteshaus geht ursprünglich auf die Kirche eines Zisterziensischen Nonnenklosters zurück. Besonders bekannt wurde das Bauwerk Anfang des 19. Jahrhunderts, als sie 1810 Austragungsort des ersten deutschen Musikfestes war.
Damit solche Traditionen fortgesetzt werden und sich die Gemeinde wie auch die Besucher dort wieder wohlfühlen können, wird seit Jahren an Konzepten für den Erhalt und die Sanierung der Kirche gearbeitet. Einer der wichtigsten Partner ist dabei das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, das die Kirchgemeinde nicht nur fachlich beratend unterstützte, sondern seit 2008 auch 81.300 G Fördermittel des Freistaates Thüringen zur Erhaltung und denkmalgerechte Sanierung bereitstellte.
Im Rahmen einer Zusammenkunft von Kirchgemeinde und Landesamt wurde heute über den Stand der Arbeiten und vor allem auch über die in den kommenden Jahren geplanten Vorhaben informiert. Im Vorfeld erfolgten in den vergangenen Jahren bereits umfangreiche restauratorische Untersuchungen, um die Ausstattung der einzelnen Bauphasen herauszuarbeiten und Empfehlungen für die Sanierung geben zu können. Viele weitere Partner wirkten auf dem Weg zur Umsetzung mit oder haben bereits Gelder zugesagt: so der Förderverein Unterkirche e.V., die ZEIT-Stiftung, die Rudolf-Dankwardt-Stiftung Hamburg, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Bonn, die Evangelische Landeskirche Mitteldeutschland, die Axel-Springer-Stiftung Hamburg, die Karin und Uwe Hollweg Stiftung, der Förderverein Unterkirche Bad Frankenhausen sowie der Förderverein Orgelfreunde der Großen Strobelorgel. 2010 erhielt die Unterkirche den u.a. von der Sparkassenkulturstiftung Hessen-Thüringen unterstützten Förderpreis des Fördervereins für Denkmalpflege e.V. Damit wurde neben den konzeptionellen Vorarbeiten das über die Kirchgemeinde hinausgehende bürgerschaftliche Engagement gewürdigt.
Exemplarisch kann man an einem Joch bereits einen Eindruck vom angestrebten Ergebnis der komplizierten Arbeiten gewinnen. Für dieses Jahr ist der Abschluss der vollständigen Innensanierung zwei weiterer Joche einschließlich der steinkonservatorischen Maßnahmen geplant. Nachdem im vorigen Jahr die stark in Mitleidenschaft gezogenen Zinnsärge von Mitgliedern der fürstlichen Schwarzburgischen Familie geborgen wurden, konnte einer durch den Metallrestaurator Prof. Bernhard Mai restauriert werden und fand nun wieder seinen Platz in der Kirche. Auch die Bleiglasfenster werden aufwendig saniert.
Harald Brandt, Vorsitzender des Fördervereins Unterkirche berichtete, dass allein im letzten Jahr 40.000 Euro für den Erhalt der Kirche gesammelt werden konnten.
Holger Reinhardt, Landeskonservator, Thüringen, Roland Voigt, Superintendent des Kirchenkreises Bad Frankenhausen, Peter Zimmer, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates , Harald Brandt, Vorsitzender des Fördervereins Unterkirche Prof. Bernhard Mai, Dipl.-Rest., Erfurt, Klaus Urban, leitender Architekt, Planungsbüro Urban/ Ringleben und Dr. Diethard Walter vom Landesamt informierten über die zukünftigen Arbeiten.
Im kommenden Jahr sollen mit Hilfe von Fördermitteln der Fußboden sowie das letzte Joch im Chorraum saniert werden. Geplant sind außerdem die aufwändige konservatorische Behandlung von Altar, Kanzel und Fürstenloge, sowie in den darauffolgenden Jahren die Sanierung der Seitenschiffe und der Decke des Kirchenschiffs sowie die Generalsanierung der Strobel-Orgel. Zur Unterstützung der Finanzierung gab es in der Vergangenheit bereits vielfältige öffentlichkeitswirksame Aktionen wie den "Orgellauf' durch die Innenstadt im September.
Erklärtes Ziel ist, mit den Sanierungsarbeiten im Jahre 2015 fertig zu sein. Der Hintergrund ist verständlich, denn dann würde das Ende der Sanierung mit den Feierlichkeiten zum 800 jährigen bestehen zusammen fallen. Ein ehrgeiziges Ziel, denn die Kosten sind nicht gering und die Gelder müssen erstmal fließen, denn es können rund 2,2 Millionen Euro in Summe bis 2015 gebracht werden. In den Kosten dann dabei die Sanierung der kostbaren Strobel-Orgel. Bei klammen Haushalten (Städtebaufördermittel für Kirchen sind voll gestrichen) ist die Finanzierung immer noch ein Problem, auch wenn EU-Fördermittel fließen sollen.
Holger Reinhardt, Landeskonservator Thüringen, betonte, dass die Region um Bad Frankenhausen für die deutsche Geschichte bedeutend sei. Er sei froh, dass nicht nur solche Regionen wie Wartburg, Erfurt und Weimar unterstützt werden, sondern auch diese region. In diesem Zusammenhang betonte er, dass die Bedeutung des Hausmannsturms und der Unterkirche unterschätzt werden.
Autor: khhDie evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Bad Frankenhausen verfolgt für ihre Unterkirche seit mehreren Jahren konsequent den Plan, das Gotteshaus denkmalgerecht herzurichten und somit seiner Bedeutung als geistlichem und kulturellem Zentrum in der Region gerecht zu werden. Historisch gesehen war die Unterkirche sogar schon mal Residenzkirche.
Das 1703 unter Leitung des bekannten Thüringer Architekten Johann Moritz Richter d.J. nach einem Brand wieder aufgebaute Gotteshaus geht ursprünglich auf die Kirche eines Zisterziensischen Nonnenklosters zurück. Besonders bekannt wurde das Bauwerk Anfang des 19. Jahrhunderts, als sie 1810 Austragungsort des ersten deutschen Musikfestes war.
Damit solche Traditionen fortgesetzt werden und sich die Gemeinde wie auch die Besucher dort wieder wohlfühlen können, wird seit Jahren an Konzepten für den Erhalt und die Sanierung der Kirche gearbeitet. Einer der wichtigsten Partner ist dabei das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, das die Kirchgemeinde nicht nur fachlich beratend unterstützte, sondern seit 2008 auch 81.300 G Fördermittel des Freistaates Thüringen zur Erhaltung und denkmalgerechte Sanierung bereitstellte.
Im Rahmen einer Zusammenkunft von Kirchgemeinde und Landesamt wurde heute über den Stand der Arbeiten und vor allem auch über die in den kommenden Jahren geplanten Vorhaben informiert. Im Vorfeld erfolgten in den vergangenen Jahren bereits umfangreiche restauratorische Untersuchungen, um die Ausstattung der einzelnen Bauphasen herauszuarbeiten und Empfehlungen für die Sanierung geben zu können. Viele weitere Partner wirkten auf dem Weg zur Umsetzung mit oder haben bereits Gelder zugesagt: so der Förderverein Unterkirche e.V., die ZEIT-Stiftung, die Rudolf-Dankwardt-Stiftung Hamburg, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Bonn, die Evangelische Landeskirche Mitteldeutschland, die Axel-Springer-Stiftung Hamburg, die Karin und Uwe Hollweg Stiftung, der Förderverein Unterkirche Bad Frankenhausen sowie der Förderverein Orgelfreunde der Großen Strobelorgel. 2010 erhielt die Unterkirche den u.a. von der Sparkassenkulturstiftung Hessen-Thüringen unterstützten Förderpreis des Fördervereins für Denkmalpflege e.V. Damit wurde neben den konzeptionellen Vorarbeiten das über die Kirchgemeinde hinausgehende bürgerschaftliche Engagement gewürdigt.
Exemplarisch kann man an einem Joch bereits einen Eindruck vom angestrebten Ergebnis der komplizierten Arbeiten gewinnen. Für dieses Jahr ist der Abschluss der vollständigen Innensanierung zwei weiterer Joche einschließlich der steinkonservatorischen Maßnahmen geplant. Nachdem im vorigen Jahr die stark in Mitleidenschaft gezogenen Zinnsärge von Mitgliedern der fürstlichen Schwarzburgischen Familie geborgen wurden, konnte einer durch den Metallrestaurator Prof. Bernhard Mai restauriert werden und fand nun wieder seinen Platz in der Kirche. Auch die Bleiglasfenster werden aufwendig saniert.
Harald Brandt, Vorsitzender des Fördervereins Unterkirche berichtete, dass allein im letzten Jahr 40.000 Euro für den Erhalt der Kirche gesammelt werden konnten.
Holger Reinhardt, Landeskonservator, Thüringen, Roland Voigt, Superintendent des Kirchenkreises Bad Frankenhausen, Peter Zimmer, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates , Harald Brandt, Vorsitzender des Fördervereins Unterkirche Prof. Bernhard Mai, Dipl.-Rest., Erfurt, Klaus Urban, leitender Architekt, Planungsbüro Urban/ Ringleben und Dr. Diethard Walter vom Landesamt informierten über die zukünftigen Arbeiten.
Im kommenden Jahr sollen mit Hilfe von Fördermitteln der Fußboden sowie das letzte Joch im Chorraum saniert werden. Geplant sind außerdem die aufwändige konservatorische Behandlung von Altar, Kanzel und Fürstenloge, sowie in den darauffolgenden Jahren die Sanierung der Seitenschiffe und der Decke des Kirchenschiffs sowie die Generalsanierung der Strobel-Orgel. Zur Unterstützung der Finanzierung gab es in der Vergangenheit bereits vielfältige öffentlichkeitswirksame Aktionen wie den "Orgellauf' durch die Innenstadt im September.
Erklärtes Ziel ist, mit den Sanierungsarbeiten im Jahre 2015 fertig zu sein. Der Hintergrund ist verständlich, denn dann würde das Ende der Sanierung mit den Feierlichkeiten zum 800 jährigen bestehen zusammen fallen. Ein ehrgeiziges Ziel, denn die Kosten sind nicht gering und die Gelder müssen erstmal fließen, denn es können rund 2,2 Millionen Euro in Summe bis 2015 gebracht werden. In den Kosten dann dabei die Sanierung der kostbaren Strobel-Orgel. Bei klammen Haushalten (Städtebaufördermittel für Kirchen sind voll gestrichen) ist die Finanzierung immer noch ein Problem, auch wenn EU-Fördermittel fließen sollen.
Holger Reinhardt, Landeskonservator Thüringen, betonte, dass die Region um Bad Frankenhausen für die deutsche Geschichte bedeutend sei. Er sei froh, dass nicht nur solche Regionen wie Wartburg, Erfurt und Weimar unterstützt werden, sondern auch diese region. In diesem Zusammenhang betonte er, dass die Bedeutung des Hausmannsturms und der Unterkirche unterschätzt werden.

















