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Zu Besuch im Kosovo

Dienstag, 06. Dezember 2011, 22:11 Uhr
Über den Besuch von CDU-Politikern aus Sondershausen bei Soldaten Raketenartilleriebataillon 132 aus Sondershausen, die im Kosovo im Einsatz sind, hatte kn bereits berichtet. Hier liegt jetzt ein ausführlicher Bericht vor...

Bürgermeisters Joachim Kreyer, des Landrat Peter Hengstermann und das Mitglied des Bundestages Johannes Selle zum Kosovo-Besuch geflogen.

"Seit August 2011 verstärkt das Raketenartilleriebataillon 132 aus Sondershausen die internationale Schutztruppe KFOR. KFOR, das ist die Abkürzung für Kosovo-Truppe, eine multinationale militärische Formation unter der Leitung der NATO. Sie wurde nach dem Ende des Kosovo-Krieges 1999 aufgestellt und soll die ehemaligen Kriegsparteien befrieden und den rückkehrenden Flüchtlingen ein sicheres Umfeld bieten. Ihr Einsatz findet seine Rechtsgrundlage in der vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 10.06.1999 verabschiedeten Resolution Nr. 1244.

Zu Besuch im Kosovo (Foto: MDB Selle) Zu Besuch im Kosovo (Foto: MDB Selle)

Im Norden streben die im Kosovo lebenden Serben eine engere Bindung an Serbien an und die militanten Vertreter lassen den Konflikt eskalieren. Sie blockieren Straßen, um die Bewegungsfreiheit einzuschränken, die von den KFOR Truppen immer wieder beseitig werden müssen. Erstmals waren die Soldaten am vergangenen Montag gezielt beschossen worden. Dabei wurden 19 deutsche Soldaten verletzt, darunter der Kommandeur und ein Soldat aus dem Raketenartilleriebataillon. Dies überschattete den Besuch von Landrat Peter Hengstermann, dem Sondershäuser Bürgermeister Joachim Kreyer und mir bei der Truppe.

In Pristina war es möglich, mit dem Kommandeur zu telefonieren, der gerade operiert worden war und Gott sei Dank keinen dauerhaften Schaden davontrug. Er wird sogar bei der Truppe bleiben. Anliegen des Besuches war, die Verbundenheit zur Bundeswehr mit einem adventlichen Gruß aus der Heimat auszudrücken, da der Einsatz bis zum 23.12. verlängert wurde. Im Gepäck hatten wir neun Umzugskartons mit zwei Adventskränzen, Greußener Salami, selbstgebackene Plätzchen und andere Leckereien. Es war überwältigend, den Glanz in den Augen zu sehen und die Freude und Dankbarkeit zu spüren, die ausgelöst wurden. Im Kosovo kennt die überwiegend moslemische Bevölkerung keine vorweihnachtliche Gemütlichkeit.

Im Gespräch informierte ich mich ausgiebig über die poltische Situation. Ich entnahm dem Gespräch, dass ethnische Konflikte sofort wieder offen ausbrechen würden, wenn KFOR das Land verließe. Die Arbeit der deutschen Soldaten wird geschätzt von der Mehrheit der Bevölkerung im Kosovo. Erstmals wurde die Vereinbarung gebrochen, dass auf die KFOR - Einheiten nicht geschossen wird und damit eine rote Linie überschritten. Die unvermeidliche Reaktion der KFOR - Truppen und das Anheizen der Spannung durch extreme Nationalisten darf auf einen Fall zur Verschärfung der Situation führen. Dieser Vorfall wurde durch die Bundeskanzlerin sogar in ihrer Regierungserklärung zur Vorbereitung des Europäischen Rates in der kommenden Woche aufgegriffen.

Die Bundeskanzlerin sagte in ihrer Rede:

"Der Europäische Rat entscheidet über den Kandidatenstatus von Serbien. Gute nachbarschaftliche Beziehungen und regionale Zusammenarbeit sind über die Kopenhagener Kriterien Teil der EU-Erweiterungspolitik. Wir möchten langfristig nicht nur Serbien, sondern auch Kosovo an die EU heranführen und die EU voll funktionsfähig halten. Daher führt der Weg Serbiens in die EU nur über eine Normalisierung seiner Beziehung zum Kosovo. EU und Bundesregierung haben hierzu frühzeitig Erwartungen in Form von konkreten Schritten formuliert. Ich bedaure sehr, dass Serbien diesen Erwartungen bislang nicht ausreichend gerecht geworden ist und somit die Voraussetzungen für die Verleihung des Kandidatenstatus bislang nicht gegeben sind. Serbien muss sich darüber hinaus vorwerfen lassen, in den letzten Tagen zu einer Atmosphäre beigetragen zu haben, in der deutsche KFOR-Soldaten im Norden des Kosovo mit Schusswaffen angegriffen und verletzt worden sind. Ich sage: Das ist nicht akzeptabel. Unsere Soldaten leisten dort einen großartigen Dienst, und für diesen Dienst sind wir ihnen dankbar." "
Wahlkreisbüro: Johannes Selle
Autor: khh

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