kn-Forum: Euro
Samstag, 17. Dezember 2011, 18:31 Uhr
Die Bundeskanzlerin und der Euro, eine Antwort auf Stellungnahme von Johannes Selle (Die Bundeskanzlerin und der Euro) kommt von einem Leser.
Das System der Staatengemeinschaften hat bereits zu Zeiten der Deutschen Teilung nicht wirklich funktioniert, egal ob EWG, EG und RGW im Ostblock. Das Grundproblem war immer das Selbe. Auf der einen Seite eine starke Wirtschaftsmacht die einen Absatzmarkt suchte oder politische Interessen durchzusetzen hatte, auf der anderen Seite Staaten die zwar gerne die Währung haben wollten, aber gar nicht entsprechende Wirtschaftskraft dagegen zu setzen hatten. Jeder weiß, dass so ein Schuldenkreislauf beginnt. Im kalten Krieg wurde das durch massive Intervention der jeweiligen "großen Brüder" vertuscht und weitestgehend ausgeglichen. Schaut man in die Geschichte zurück, so sieht man auch, dass die BRD seit 1956 bereits auch keinen ausgeglichenen Haushalt mehr hatte, also auch seither "auf Pump" immer lebt und jährlich neue Schulden macht. Und die Spirale dreht sich weiter, wenn nicht endlich dem Einhalt geboten wird. Irgendwann fällt dieses sinnbildliche Kartenhaus einmal zusammen, es ist nur eine Frage der Zeit.
Derzeit werden solche Krisen durch die nahezu ungebremste Macht der Finanzmärkte und Spekulanten verschärft. Durch die Globalisierung hat auch die einzelne Landesregierung kaum Möglichkeiten in diese Prozesse einzugreifen und zu regulieren, oder man will es in der so genannten freien Marktwirtschaft erst gar nicht. Stattdessen werden Milliarden schwere Pakete geschnürt um die "Lok" Europa und Eurozone am laufen zu halten. Mit schön gerechneten Staatshaushalten, trotz massiver Schulden, kann und wird das nicht funktionieren. Hier muss endlich jeder seine Hausaufgaben machen und bei Verstößen auch wirklich betraft werden, und sei es durch Ausschluss aus dem System.
Der kleine Mann auf der Straße kann ja schließlich auch nur das Geld ausgeben, was er gerade in seiner Geldbörse hat. Auch private Kleinkredite müssen ja irgendwann zurückgezahlt werden, inklusive Zinsen. Dieses Prinzip gilt im Kleinen, wie im Großen, ansonsten droht eben die Insolvenz oder der Bankrott. Aus den Krediten und auch aus den möglichen Insolvenzen schlagen die Banken und Spekulanten ja noch Kapital. Und keiner kann sie bremsen?! Der Bund springt ja bekanntlich als Bürge mit Steuergeldern großzügig ein. Doch was bekommen wir als Sicherheit und wer bezahlt letztendlich die Zeche?
Die Banken und Spekulanten freut es, es ist ja nicht eigenes Geld sondern Geld des einzelnen Steuerzahlers, also des kleinen Mannes. Aber der kleine Mann auf der Straße wird ja in unserer so genannten "Demokratie" an solchen Entscheidungsprozessen mit massivsten Auswirkungen möglicherweise für jeden einzelnen Bundesbürger gar nicht gefragt und beteiligt. Bürgerbefragung, Volksentscheid, ja bloß nicht! Die mündigen Bürger könnten ja wahre Demokratie, nicht bloß praktiziert von oben und vom Bundestag, ausüben. Sicher sind die Bundestagsabgeordneten vom Volke gewählt, aber vertreten sie auch in jedem Falle die Meinung ihres Volkes, das sie gewählt hat?! Ich bin mir da überhaupt nicht sicher und habe an vielen Stellen so meine argen Zweifel.
Interessant wäre sicher mal die Frage, wie ein Bürgerentscheid über die Einführung des Euro oder gerade auch jetzt über die Milliardenverschleuderung an andere EU-Staaten ausgehen würde?!
Inzwischen schwächelt auch die deutsche, exportorientierte Wirtschaft massiv und kämpft mit sehr geringen Wachstumsraten, der Weg in die Rezession ist weit aufgetan!
Dem kleinen Mann auf der Straße ist sprichwörtlich das Hemd inzwischen viel näher als die Hose und es zwickt bereits massiv. Arbeitslosigkeit (offene und verdeckte), Leiharbeit mit geringerem Lohn und "Mini-Jobs", Geringverdiener die nun "Auffüller" mit Hartz IV werden um überhaupt noch Wohnen und Leben bezahlen zu können - das kann doch nicht der richtige wirtschaftliche Weg sein? In so einer angeblich leistungsstarken Gesellschaft sollte es doch möglich sein und auch sein können, jedem angemessene Arbeit zu geben von der er auch leben kann.
Hier sollte das Instrumentarium Staat eingreifen und die Milliarden statt für Bankenrettung usw. für ihre Bürger ausgeben und nicht bloß diese immer die Zeche für verfehlte Politik und Fehler anderer zahlen zu lassen. Neben Außenwirtschaft gibt es schließlich noch eine Binnenwirtschaft. Ankurbelung der Binnenkonjunktur, sinnvolle Ausbildung und Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt mit einer Entlohnung, von der man auch ohne zusätzliche Stütze leben und auskommen kann, Förderung von inländischem Handel, Gewerbe, Klein- und Mittelstand, das sind doch die vordringlichen Ziele. Auch ein genereller Mindestlohn für jedes Gewerk und jede Tätigkeit darf hier kein Tabu-Thema sein. Sicher werden da die Wirtschaftsbosse immer aufschreien, aber schauen wir uns doch die Gewinne vieler Banken (nicht nur den Rekordgewinn der Deutschen Bank), Konzerne und AGs an. Offenbar ist da genug Geld da, es ist nur eine Frage der Verteilung. Habe ich meine eigene Wirtschaft und Soziales gestärkt, dann bin ich nicht mehr so von äußeren Bedingungen abhängig und dagegen anfällig, wirtschaftlich und finanziell, egal ob Euro oder irgendeine andere Währung aktuell ist. Produktion, Konsumtion, Akkumulation, Kreisläufe, die in jeder nationalen und internationalen Wirtschaft gelten, auch in der Deutschen Binnenwirtschaft.
Also kehren wir doch erst einmal vor der eigenen Haustür, bevor wir Geschenke und Bürgschaften und Milliarden Steuergelder an andere verteilen.
Thomas Leipold
Das System der Staatengemeinschaften hat bereits zu Zeiten der Deutschen Teilung nicht wirklich funktioniert, egal ob EWG, EG und RGW im Ostblock. Das Grundproblem war immer das Selbe. Auf der einen Seite eine starke Wirtschaftsmacht die einen Absatzmarkt suchte oder politische Interessen durchzusetzen hatte, auf der anderen Seite Staaten die zwar gerne die Währung haben wollten, aber gar nicht entsprechende Wirtschaftskraft dagegen zu setzen hatten. Jeder weiß, dass so ein Schuldenkreislauf beginnt. Im kalten Krieg wurde das durch massive Intervention der jeweiligen "großen Brüder" vertuscht und weitestgehend ausgeglichen. Schaut man in die Geschichte zurück, so sieht man auch, dass die BRD seit 1956 bereits auch keinen ausgeglichenen Haushalt mehr hatte, also auch seither "auf Pump" immer lebt und jährlich neue Schulden macht. Und die Spirale dreht sich weiter, wenn nicht endlich dem Einhalt geboten wird. Irgendwann fällt dieses sinnbildliche Kartenhaus einmal zusammen, es ist nur eine Frage der Zeit.
Derzeit werden solche Krisen durch die nahezu ungebremste Macht der Finanzmärkte und Spekulanten verschärft. Durch die Globalisierung hat auch die einzelne Landesregierung kaum Möglichkeiten in diese Prozesse einzugreifen und zu regulieren, oder man will es in der so genannten freien Marktwirtschaft erst gar nicht. Stattdessen werden Milliarden schwere Pakete geschnürt um die "Lok" Europa und Eurozone am laufen zu halten. Mit schön gerechneten Staatshaushalten, trotz massiver Schulden, kann und wird das nicht funktionieren. Hier muss endlich jeder seine Hausaufgaben machen und bei Verstößen auch wirklich betraft werden, und sei es durch Ausschluss aus dem System.
Der kleine Mann auf der Straße kann ja schließlich auch nur das Geld ausgeben, was er gerade in seiner Geldbörse hat. Auch private Kleinkredite müssen ja irgendwann zurückgezahlt werden, inklusive Zinsen. Dieses Prinzip gilt im Kleinen, wie im Großen, ansonsten droht eben die Insolvenz oder der Bankrott. Aus den Krediten und auch aus den möglichen Insolvenzen schlagen die Banken und Spekulanten ja noch Kapital. Und keiner kann sie bremsen?! Der Bund springt ja bekanntlich als Bürge mit Steuergeldern großzügig ein. Doch was bekommen wir als Sicherheit und wer bezahlt letztendlich die Zeche?
Die Banken und Spekulanten freut es, es ist ja nicht eigenes Geld sondern Geld des einzelnen Steuerzahlers, also des kleinen Mannes. Aber der kleine Mann auf der Straße wird ja in unserer so genannten "Demokratie" an solchen Entscheidungsprozessen mit massivsten Auswirkungen möglicherweise für jeden einzelnen Bundesbürger gar nicht gefragt und beteiligt. Bürgerbefragung, Volksentscheid, ja bloß nicht! Die mündigen Bürger könnten ja wahre Demokratie, nicht bloß praktiziert von oben und vom Bundestag, ausüben. Sicher sind die Bundestagsabgeordneten vom Volke gewählt, aber vertreten sie auch in jedem Falle die Meinung ihres Volkes, das sie gewählt hat?! Ich bin mir da überhaupt nicht sicher und habe an vielen Stellen so meine argen Zweifel.
Interessant wäre sicher mal die Frage, wie ein Bürgerentscheid über die Einführung des Euro oder gerade auch jetzt über die Milliardenverschleuderung an andere EU-Staaten ausgehen würde?!
Inzwischen schwächelt auch die deutsche, exportorientierte Wirtschaft massiv und kämpft mit sehr geringen Wachstumsraten, der Weg in die Rezession ist weit aufgetan!
Dem kleinen Mann auf der Straße ist sprichwörtlich das Hemd inzwischen viel näher als die Hose und es zwickt bereits massiv. Arbeitslosigkeit (offene und verdeckte), Leiharbeit mit geringerem Lohn und "Mini-Jobs", Geringverdiener die nun "Auffüller" mit Hartz IV werden um überhaupt noch Wohnen und Leben bezahlen zu können - das kann doch nicht der richtige wirtschaftliche Weg sein? In so einer angeblich leistungsstarken Gesellschaft sollte es doch möglich sein und auch sein können, jedem angemessene Arbeit zu geben von der er auch leben kann.
Hier sollte das Instrumentarium Staat eingreifen und die Milliarden statt für Bankenrettung usw. für ihre Bürger ausgeben und nicht bloß diese immer die Zeche für verfehlte Politik und Fehler anderer zahlen zu lassen. Neben Außenwirtschaft gibt es schließlich noch eine Binnenwirtschaft. Ankurbelung der Binnenkonjunktur, sinnvolle Ausbildung und Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt mit einer Entlohnung, von der man auch ohne zusätzliche Stütze leben und auskommen kann, Förderung von inländischem Handel, Gewerbe, Klein- und Mittelstand, das sind doch die vordringlichen Ziele. Auch ein genereller Mindestlohn für jedes Gewerk und jede Tätigkeit darf hier kein Tabu-Thema sein. Sicher werden da die Wirtschaftsbosse immer aufschreien, aber schauen wir uns doch die Gewinne vieler Banken (nicht nur den Rekordgewinn der Deutschen Bank), Konzerne und AGs an. Offenbar ist da genug Geld da, es ist nur eine Frage der Verteilung. Habe ich meine eigene Wirtschaft und Soziales gestärkt, dann bin ich nicht mehr so von äußeren Bedingungen abhängig und dagegen anfällig, wirtschaftlich und finanziell, egal ob Euro oder irgendeine andere Währung aktuell ist. Produktion, Konsumtion, Akkumulation, Kreisläufe, die in jeder nationalen und internationalen Wirtschaft gelten, auch in der Deutschen Binnenwirtschaft.
Also kehren wir doch erst einmal vor der eigenen Haustür, bevor wir Geschenke und Bürgschaften und Milliarden Steuergelder an andere verteilen.
Thomas Leipold
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: khhDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
