nnz-Interview: Einfach nur genial
Montag, 02. Januar 2012, 06:40 Uhr
In diesem Monat ist es wieder soweit: Die zwölfte Auflage des Kugelstoß-Indoor steigt am 20. Januar in der Nordhäuser Wiedigsburghalle. Mit dabei auch die dreifache Indoor-Siegerin und Vizeweltmeisterin des Jahres 2009, Nadine Kleinert. Mit Johann Reinhardt sprach sie unter anderem über ihre Indoor-Ziele, ihre Vorbereitung auf die neue Saison sowie ihre Nebentätigkeit als Trainerin.
nnz: 2003 startete Sie erstmals beim Energie - Indoor in Nordhausen, seitdem kommen Sie immer wieder und gewannen bereits dreimal. Was fasziniert Sie an dem Wettkampf?
Kleinert: Die Atmosphäre ist einzigartig. Außerdem ist es, vor allem was den Männerbereich angeht, mittlerweile zu einem internationalen Wettkampf geworden. Bei den Frauen gibt es diese Versuche eines internationalen Starterfeldes auch, Chiara Rosa und Melissa Boekelmann sind mit dabei. Es macht einfach Spaß in Nordhausen zu stoßen. Außerdem sind die Veranstalter um Werner- und Ron Hütcher immer fair zu den Athleten, das lassen sie uns Athletinnen auch immer spüren. Deshalb ist das Meeting einfach nur genial und ich freue mich schon wieder auf die kommende Austragung.
nnz: Mit welcher Zielsetzung gehen Sie 2012 in Nordhausen an den Start?
Kleinert: Ich starte immer um zu siegen. Der Meetingrekord ist immer noch nicht gefallen, es wird auch sehr schwer werden diesen 2012 zu knacken. Diesmal wird es wahrscheinlich ein Kampf zwischen Christina Schwanitz und mir geben.
nnz: Das internationale Startfeld bei den Herren haben Sie bereits angesprochen. Wer ist hier ihr Favorit?
Kleinert: Ich denke dies wird ein spannender Wettkampf zwischen den Amerikanern und David Storl. Kürzlich habe ich David Storl gesehen und er war in einer guten Verfassung. Wenn er bis dahin gesund bleibt, traue ich ihm 20,50 Meter im ersten Wettkampf zu. Was die Amerikaner zu diesem Zeitpunkt stoßen können, weiß man nicht. Sie haben einen ganz anderen Trainingsrhythmus als wir Deutschen und trainieren teilweise eine komplette olympische Periode durch, bevor wieder eine Pause kommt.
nnz: Welche Trainingsinhalte hatten Sie in der bisherigen Vorbereitung?
Kleinert: Der Anfang war ein bisschen holprig mit einer Sehnenscheitentzündung im rechten Arm, somit musste ich mit Stößen erst einmal drei Wochen pausieren. Außerdem kam eine Phase mit einer schlimmen Erkältung. Richtig im Training bin ich jetzt seit einem Monat. Am Dienstag hatten wir eine Untersuchung in Leipzig inklusive Videoanalyse. Aus dem vollen Training heraus habe ich dort 17,54 Meter gestoßen, allerdings kann sich das in einem Monat auch schnell ändern.
nnz: Sie besitzen bereits einen Trainerschein. Inwiefern sind Sie auch in dieser Tätigkeit momentan eingebunden?
Kleinert: Ich bin Dienstag und Donnerstag am Vormittag jeweils für eine Stunde immer als Trainerin tätig. Dort bin ich dann für drei Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren verantwortlich. Wenn mein Trainer mal nicht da ist, achte ich aber auch auf die Jungs in der Trainingsgruppe. Des weiterem schreibe ich für sie die Trainingspläne.
nnz: Möchten Sie diese Tätigkeit als Trainerin auch nach ihrer Karriere weiter verfolgen?
Kleinert: Das auf jeden Fall. Bei der Bundeswehr bin ich noch bis 2014. Ab Ende des nächsten Jahres werde ich in den Berufsförderungsdienst gehen und als Fernstudium meinen Diplomtrainer machen. Wenn möglich, möchte ich den Trainerjob dann hauptberuflich nachgehen. Allerdings halte ich trotzdem meine Augen und Ohren in alle Richtungen offen, falls es aufgrund der momentan schwierigen finanziellen und wirtschaftlichen Situation nicht klappen sollte.
nnz: Welche Ziele haben Sie sich für die neue Saison gesetzt?
Kleinert: Mein erstes Ziel ist es, gesund zu bleiben. Dann ist denke ich einiges möglich. Ich werde eine komplette Hallensaison bestreiten mit Deutschen Meisterschaften und der Hallen-EM sowie im März der Winterwurf-Challenge. Ebenfalls strebe ich die Europameisterschaften und die Olympischen Spiele noch einmal an. Wenn das alles klappt, wären die Olympischen Spiele mein 50. Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft.
nnz: Sie müssen sich als Kugelstoßerin den ganzen Wettkampf über neu motivieren und dürfen nie nachlassen. Arbeiten Sie auch mit einem Mentaltrainer zusammen?
Kleinert: Schon seit 1999 arbeite ich mit diesem zusammen. Wir treffen uns zwar noch regelmäßig und reden noch über einiges, aber in den letzten Jahren hat die Zusammenarbeit etwas abgenommen. Da meine Mentaltrainerin auch in der Nationalmannschaft tätig ist, kennt sie mich und weiß, wenn etwas mit mir nicht stimmt.
nnz: Wie sehen die Inhalte des Mentaltrainings aus?
Kleinert: Das ist immer situationsbedingt, je nachdem was momentan anliegt. Ich hatte beispielsweise eine ganze Zeit lang ein großes Problem damit, die Konzentration aufrecht zu erhalten. Oft gibt mir meine Mentaltrainerin vor dem Wettkampf kleine Zettel als Motivation. Ebenfalls habe ich einige CDs von ihr mit Tönen, die nur das Unterhirn wahrnimmt und das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann. Diese dienen der Entspannung.
Das Interview führte Johann Reinhardt
Autor: nnznnz: 2003 startete Sie erstmals beim Energie - Indoor in Nordhausen, seitdem kommen Sie immer wieder und gewannen bereits dreimal. Was fasziniert Sie an dem Wettkampf?
Kleinert: Die Atmosphäre ist einzigartig. Außerdem ist es, vor allem was den Männerbereich angeht, mittlerweile zu einem internationalen Wettkampf geworden. Bei den Frauen gibt es diese Versuche eines internationalen Starterfeldes auch, Chiara Rosa und Melissa Boekelmann sind mit dabei. Es macht einfach Spaß in Nordhausen zu stoßen. Außerdem sind die Veranstalter um Werner- und Ron Hütcher immer fair zu den Athleten, das lassen sie uns Athletinnen auch immer spüren. Deshalb ist das Meeting einfach nur genial und ich freue mich schon wieder auf die kommende Austragung.
nnz: Mit welcher Zielsetzung gehen Sie 2012 in Nordhausen an den Start?
Kleinert: Ich starte immer um zu siegen. Der Meetingrekord ist immer noch nicht gefallen, es wird auch sehr schwer werden diesen 2012 zu knacken. Diesmal wird es wahrscheinlich ein Kampf zwischen Christina Schwanitz und mir geben.
nnz: Das internationale Startfeld bei den Herren haben Sie bereits angesprochen. Wer ist hier ihr Favorit?
Kleinert: Ich denke dies wird ein spannender Wettkampf zwischen den Amerikanern und David Storl. Kürzlich habe ich David Storl gesehen und er war in einer guten Verfassung. Wenn er bis dahin gesund bleibt, traue ich ihm 20,50 Meter im ersten Wettkampf zu. Was die Amerikaner zu diesem Zeitpunkt stoßen können, weiß man nicht. Sie haben einen ganz anderen Trainingsrhythmus als wir Deutschen und trainieren teilweise eine komplette olympische Periode durch, bevor wieder eine Pause kommt.
nnz: Welche Trainingsinhalte hatten Sie in der bisherigen Vorbereitung?
Kleinert: Der Anfang war ein bisschen holprig mit einer Sehnenscheitentzündung im rechten Arm, somit musste ich mit Stößen erst einmal drei Wochen pausieren. Außerdem kam eine Phase mit einer schlimmen Erkältung. Richtig im Training bin ich jetzt seit einem Monat. Am Dienstag hatten wir eine Untersuchung in Leipzig inklusive Videoanalyse. Aus dem vollen Training heraus habe ich dort 17,54 Meter gestoßen, allerdings kann sich das in einem Monat auch schnell ändern.
nnz: Sie besitzen bereits einen Trainerschein. Inwiefern sind Sie auch in dieser Tätigkeit momentan eingebunden?
Kleinert: Ich bin Dienstag und Donnerstag am Vormittag jeweils für eine Stunde immer als Trainerin tätig. Dort bin ich dann für drei Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren verantwortlich. Wenn mein Trainer mal nicht da ist, achte ich aber auch auf die Jungs in der Trainingsgruppe. Des weiterem schreibe ich für sie die Trainingspläne.
nnz: Möchten Sie diese Tätigkeit als Trainerin auch nach ihrer Karriere weiter verfolgen?
Kleinert: Das auf jeden Fall. Bei der Bundeswehr bin ich noch bis 2014. Ab Ende des nächsten Jahres werde ich in den Berufsförderungsdienst gehen und als Fernstudium meinen Diplomtrainer machen. Wenn möglich, möchte ich den Trainerjob dann hauptberuflich nachgehen. Allerdings halte ich trotzdem meine Augen und Ohren in alle Richtungen offen, falls es aufgrund der momentan schwierigen finanziellen und wirtschaftlichen Situation nicht klappen sollte.
nnz: Welche Ziele haben Sie sich für die neue Saison gesetzt?
Kleinert: Mein erstes Ziel ist es, gesund zu bleiben. Dann ist denke ich einiges möglich. Ich werde eine komplette Hallensaison bestreiten mit Deutschen Meisterschaften und der Hallen-EM sowie im März der Winterwurf-Challenge. Ebenfalls strebe ich die Europameisterschaften und die Olympischen Spiele noch einmal an. Wenn das alles klappt, wären die Olympischen Spiele mein 50. Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft.
nnz: Sie müssen sich als Kugelstoßerin den ganzen Wettkampf über neu motivieren und dürfen nie nachlassen. Arbeiten Sie auch mit einem Mentaltrainer zusammen?
Kleinert: Schon seit 1999 arbeite ich mit diesem zusammen. Wir treffen uns zwar noch regelmäßig und reden noch über einiges, aber in den letzten Jahren hat die Zusammenarbeit etwas abgenommen. Da meine Mentaltrainerin auch in der Nationalmannschaft tätig ist, kennt sie mich und weiß, wenn etwas mit mir nicht stimmt.
nnz: Wie sehen die Inhalte des Mentaltrainings aus?
Kleinert: Das ist immer situationsbedingt, je nachdem was momentan anliegt. Ich hatte beispielsweise eine ganze Zeit lang ein großes Problem damit, die Konzentration aufrecht zu erhalten. Oft gibt mir meine Mentaltrainerin vor dem Wettkampf kleine Zettel als Motivation. Ebenfalls habe ich einige CDs von ihr mit Tönen, die nur das Unterhirn wahrnimmt und das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann. Diese dienen der Entspannung.
Das Interview führte Johann Reinhardt

