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Vorhaben 2012 (3)

Freitag, 06. Januar 2012, 14:34 Uhr
Thüringens Landesentwicklungsminister Carius stellt die Vorhaben 2012 vor. Heute Teil 3 – Landesentwicklung, der unter der Überschrift steht: "Demografischen Wandel aktiv gestalten" und auch das Kyffhäuserdenkmal hervorhebt...

„Bei der Mobilität und der Infrastruktur, bei der Daseinsvorsorge, am Wohnungsmarkt und beim Stadtumbau müssen wir auf die Herausforderungen durch den demografischen Wandel reagieren. Raumordnung und Landesplanung sind dafür auch im Jahr 2012 wichtige Instrumente. Gleichzeitig müssen wir die ohnehin nötigen Veränderungen nutzen, um die Energiewende weiter voranzubringen.“ Das sagte heute der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, bei der Vorstellung der Themen 2012 seines Ressorts im Bereich der Landesentwicklung.

„Der demografische Wandel stellt uns vor große Herausforderungen. Um beispielsweise die Erreichbarkeit von Einrichtungen der Daseinsvorsorge – vom Arzt bis zur Handelseinrichtung – gerade im ländlichen Raum abzusichern, werden wir gemeinsam weiterhin viel Kreativität benötigen. Infrastruktur, Verkehrswege und der öffentliche Nahverkehr müssen kontinuierlich weiterentwickelt werden“, sagte Minister Carius. „Unsere Serviceagentur Demografischer Wandel hat die Aufgabe neue Lösungsansätze zu begleiten und für andere Akteure zu kommunizieren. In einem zweiten Demografiebericht werden wir 2012 erste Handlungsansätze aufzeigen, um den demografischen Wandel aktiv gestalten zu können. Unser neues Landesentwicklungsprogramm (LEP) 2025 wird die notwendigen Leitlinien für ein zukunftsfestes Thüringen aufzeigen.“

„Auch die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir diese Aufgabe in allen Bereichen mitdenken. Neben der Erhöhung der Energieeffizienz müssen wir den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben. Hierzu schafft unser LEP 2025 den notwendigen Rahmen“, sagte Minister Carius.

Das Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr veröffentlicht in einer dreiteiligen Folge zu den Aufgabengebieten Verkehr, Bau und Landesentwicklung ausgewählte Vorhaben für das Jahr 2012:

Heute: Teil 3 – Landesentwicklung; Teil 1 + 2 erschienen bereits am 4. + 5. Januar 2012

Landesentwicklung und Landesplanung: Die Leitlinien und politischen Rahmenbedingungen zur Entwicklung des Freistaats Thüringen definiert das Landesentwicklungsprogramm (LEP) 2025. „Dabei ist der Leitbegriff ‚Kulturlandschaft im Wandel’ die Rahmenbedingung für eine erfolgreiche Entwicklung Thüringens“, erklärte Landesentwicklungsminister Carius. „Herausforderungen, wie z. B. der demografische Wandel, der Klimawandel (einschließlich der Energiewende) und weniger werdende öffentliche Finanzmittel werden berücksichtigt und sollen gezielt bewältigt werden. Die vielfältige Thüringer Kulturlandschaft mit ihren Städten und Dörfern, leistungsfähigen Infrastrukturen und intakten Freiräumen soll bewahrt, Veränderungen nicht nur hingenommen, sondern aktiv gestaltet werden. Wir fördern die Nachhaltigkeit mit dieser Strategie. Und das weit über ein Jahrzehnt hinaus.“

Die Gewährleistung gleichwertiger Lebensverhältnisse sowie die Sicherung der Daseinsvorsorge bleibt Leitvorstellung der Landesentwicklung. Zentrale Instrumente sind die gleichmäßig verteilten Mittelzentren als Ankerpunkte und ein dichtes Zentrale-Orte-System. Erstmalig werden 34 Kulturerbestandorte bestimmt, die aufgrund eines besonderen Umgebungsbezugs besonders zu schützen sind. Derartige Standorte sind z.B. die Wartburg, Schloss Friedenstein, Burg Ranis oder das Kyffhäuser-Denkmal. Im LEP 2025 ist eine klare Zielstellung für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Bezug auf die Eckpunkte der Landesregierung „Neue Energie für Thüringen“ verankert. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil erneuerbarer Energie auf 45 Prozent am Nettostromverbrauch gesteigert werden. Im LEP 2025 werden ferner erstmalig Entwicklungskorridore definiert. Mit diesen Korridoren soll die besondere Standortgunst entlang leistungsfähiger Verkehrsinfrastrukturen im europäischen Wettbewerb gesichert werden.

Nachdem 2011 das LEP 2025 mit der Öffentlichkeit und Behörden beraten und in vier Regionalforen diskutiert wurde, werden derzeit die Stellungnahmen ausgewertet. Am zweiten Entwurf des LEP wird 2012 die Öffentlichkeit nochmals beteiligt. Im Frühjahr wird sich auch eine Landesentwicklungskonferenz mit der Thematik beschäftigen.

Die erforderlichen Daten für eine strategische Landesentwicklung wurden durch den Demografiebericht 2011 - Teil 1 veröffentlicht. Die 2011 gegründete „Serviceagentur Demografischer Wandel“ hat aus den Daten Demografiesteckbriefe für alle Landkreise und kreisfreien Städte entwickelt. Sie sollen den Akteuren vor Ort helfen, sich rechtzeitig auf die regional sehr unterschiedlichen Auswirkungen der demografischen Entwicklung einzustellen. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Statistik wurde zuletzt ein Modell für kleinräumige Bevölkerungsprognosen mit Siedlungsstrukturen unter 10.000 Einwohnern erarbeitet und für die Regionen eine Prognose erstellt. In 2012 wird ein Demografiebericht - Teil 2 Erfahrungen und Handlungsansätze zur aktiven Gestaltung des demografischen Wandels vorstellen.

Nach dem demografischen Themenjahr 2011 „Zukunft und Chancen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft“ wird 2012 das Thema „Kommunalwirtschaft“ in den Blick genommen. Die Serviceagentur plant darüber hinaus verschiedene Projekte zum Demografiemanagement. So soll beispielsweise ein kommunales Leerstandskataster entwickelt werden, damit Städte und Gemeinden einer negativen Entwicklung in Quartieren durch leerstehende Gebäude rechtzeitig begegnen können.
Autor: khh

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