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Trügerische Gefühle und echte Doppelgänger

Donnerstag, 12. Januar 2012, 16:59 Uhr
Eine einzige berauschende Liebesnacht bringt alles ins Wanken. In dem grandiosen Lustspiel „Amphitryon“ stößt Heinrich von Kleist, dessen 200. Todestages im gerade zu Ende gegangenen Jahr 2011 gedacht wurde, seine Figuren in größte Ungewissheiten und Zweifel. Auch in Nordhausen wird das so sein...


Nicht einmal die eigene Identität ist ihnen mehr sicher. Am 20. Januar um 19.30 Uhr feiert das Schauspiel nach Molière, das in Kleists Übertragung weit mehr ist als eine reine Verwechslungs- und Verwirrungskomödie, seine Nordhäuser Premiere. Die Produktion des Theaters Rudolstadt wird im Rahmen der Kooperation der beiden Häuser in der Rolandstadt gezeigt.
Der Stoff von „Amphitryon“ ist der griechischen Mythologie entnommen. Der Feldherr Amphitryon hat eine Schlacht siegreich geschlagen und kehrt nun aus Athen nach Theben zurück. Dort angekommen muss er erkennen, dass seine Gattin Alkmene seine Ankunft längst gefeiert hat.

Sie dankt ihm für die berauschende Liebesnacht ohne zu wissen, dass sie nicht ihn, sondern den Göttervater Jupiter in seiner Gestalt empfangen hat. Beide fühlen sich auf verschiedene Weise betrogen. Die Frau misstraut ihrem eigenen Gefühl, der Mann kann die Demütigung nicht verwinden. Doch damit nicht genug. Der selbstherrliche Jupiter verlangt mehr. Er will die treueste der Frauen ganz für sich und als Gott aller Götter erkannt und angehimmelt werden.

Regisseur Jens Schmidl, von dem in Nordhausen zuletzt „Der gute Tod“ das Publikum beeindruckt hat, lässt in seiner Inszenierung auftreten: Hans Burkia als Amphitryon, Ute Schmidt als Alkmene sowie Markus Seidensticker als Jupiter. In weiteren Rollen sind Horst Damm (Sosias), Verena Blankenburg (Charis) und Marcus Ostberg (Merkur) zu erleben. Das Bühnenbild und die Kostüme hat Gitti Scherer entworfen, die unter anderem für das Deutsche Theater Berlin, das Burgtheater Wien und das Staatsschauspiel Dresden gearbeitet hat.

Nach dem großen Erfolg des Rudolstädter Ensembles mit dem Schwank „Pension Schöller“ verspricht Kleists Lustspiel nun beste Unterhaltung im Theater Nordhausen. Karten für die Premiere am 20. Januar um 19.30 Uhr und die Vorstellungen am 11., 24. und 31. März gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Autor: nnz

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