11.000 neue Jobhs
Dienstag, 24. Januar 2012, 10:51 Uhr
Trotz zunehmender Skepsis über die künftige Wirtschaftsentwicklung ist die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt überzeugt, dass auch in diesem Jahr zahlreiche neue Arbeitsplätze in Thüringen entstehen...
Bis zu 11.000 neue Jobs sind durchaus realistisch. Dafür sprechen die Planungen der von uns befragten Unternehmen, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Schon im vergangenen Jahr sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Freistaat branchenübergreifend um rund 14.000 gestiegen und hätte Ende 2011 mit 136.000 Stellen in der Industrie sogar eine neue Rekordmarke erreicht.
Allerdings gehen die nicht enden wollende Schuldenkrise im Euroraum, eine schwächelnde Weltwirtschaft und damit verbundene Rezessionsängste sowie steigende Energie- und Rohstoffpreise auch an den Thüringer Unternehmen nicht spurlos vorüber, so der IHK-Chef. Es mehren sich die pessimistischen Stimmen. Trotz derzeit gut gehender Geschäfte beurteilen die Firmenchefs die Aussichten für die kommenden Monate deutlich zurückhaltender.
So fällt im Ergebnis der jüngsten Umfrage der IHK Erfurt unter rund 900 Unternehmen der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Situation als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, um neun Prozentpunkte zur vorhergehenden Analyse und erreicht 107 von 200 möglichen Punkten.
Dementsprechend lasse die Investitionsdynamik im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwas nach und laufe in ruhigeren Bahnen: die Budgets würden weitgehend konstant gehalten. Zuversichtlich stimme, dass jeder fünfte Unternehmer seine Ausgaben sogar noch steigern wolle und einen expansiven Kurs fahre.
Aktuell spricht also nur wenig für eine lang anhaltende Durststrecke. Immerhin schätzen 87 Prozent der Unternehmer ihre derzeitige Situation mit gut bis befriedigend ein und arbeiten mit Gewinn oder wenigstens kostendeckend. Bisher konnten sich die Firmen recht erfolgreich gegen die zunehmenden Risiken stemmen. Umstrukturierungen in den Betriebsabläufen und eine erhöhte Flexibilität haben die Krisenanfälligkeit der Wirtschaft deutlich abgeschwächt, informiert Gerald Grusser.
Damit wirke sich eine konjunkturelle Abkühlung insbesondere auf die Beschäftigung nicht mehr so gravierend aus, wie noch in vergangenen Schwächeperioden. Die Perspektive für den Arbeitsmarkt bleibe deshalb gut. 89 Prozent der Befragten würden mit der vorhandenen Personalstärke planen oder sogar noch zusätzliche Stellen schaffen.
Vorreiter beim Beschäftigungsaufbau sei die Industrie, die Ende 2011 thüringenweit eine neue Rekordmarke mit 136.000 Arbeitern und Angestellten erzielte. Laut Umfrage beabsichtigten auch künftig 15 Prozent der Manager eine Aufstockung des Personals. Basis dafür wären die nach wie vor gesunde Auftragslage und die gute Kapazitätsauslastung. Fast drei Viertel der Unternehmer kämen inzwischen an die Grenzen ihrer Produktionsmöglichkeiten. Dementsprechend positiv werde die Geschäftslage eingeschätzt. 43 Prozent gehe es gut, 48 Prozent bewerteten die Situation zumindest mit befriedigend.
Obwohl die optimistischen Urteile weiterhin überwiegen, sind die Unternehmer in ihren Einschätzungen doch vorsichtiger geworden. So dämpft die langsamere Gangart der Weltwirtschaft insbesondere die Zuversicht der exportorientierten Firmen, berichtet Grusser. Ungeachtet dessen würden die Befragten keine drastischen Einbrüche erwarten. Immerhin rechneten 55 Prozent sogar mit einem Anstieg ihrer Auslandsgeschäfte oder zumindest einer Entwicklung auf dem derzeit hohen Niveau.
Daneben werden Hoffnungen auf eine Fortsetzung des positiven Trends vor allem durch die intakte Binnennachfrage gestützt. Viele Verbraucher spüren eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation. Dies schlägt sich zunehmend im Kaufverhalten nieder, sagt der IHK-Hauptgeschäfts-führer. Bei der Mehrzahl der Einzelhändler liefen die Geschäfte gut oder zumindest zufriedenstellend. Ein Drittel der Befragten verzeichne wieder leichte Gewinne. Unsicherheit spiegle sich aber beim Blick auf die kommenden Monate wider. Die Zahl der Skeptiker sei im Vergleich zur vorhergehenden Umfrage deutlich auf 29 Prozent der Befragten gestiegen.
Das Baugewerbe profitiere von der milden Witterung und der zunehmenden Nachfrage im Wohnungsbau. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit, verbesserte Einkommenserwartungen und ein niedriges Zinsniveau hätten für Schwung in diesem Segment gesorgt. 29 Prozent der Bauunternehmer berichteten daher von einer guten, immerhin 47 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage. Dagegen mache sich bei den Zukunftsaussichten auch hier leichter Pessimismus breit. Jeder Vierte äußere sich etwas kritischer.
Auch die unternehmensnahen Dienstleister würden von einer guten Geschäftslage sprechen. Die Mehrzahl der Betriebe könne sich über gut gefüllte Auftragsbücher freuen und bewege sich in der Gewinnzone. Dem allgemeinen Trend folgend befürchteten aber 18 Prozent für die kommenden Monate eine ungünstigere Geschäftsentwicklung.
Fazit des IHK-Chefs: Zweifellos wird 2012 für die Thüringer Wirtschaft ein schwieriges Jahr. Das ist jedoch nichts Ungewöhnliches. Auch in vorangegangenen Konjunkturzyklen hat es immer wieder Phasen der wirtschaftlichen Abkühlung gegeben. Im Gegensatz dazu wurden jetzt aber Maßnahmen eingeleitet, die einen dramatischen Absturz verhindern sollten. Dies spüren auch die Unternehmer und gehen nur von einer kurzen Unterbrechung des Aufwärtstrends aus. Dafür sprechen nicht zuletzt die positiven Personalplanungen. Schon im nächsten Jahr könnte die Kurve wieder steil nach oben zeigen, dann sind gut ausgebildete Fachkräfte entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe."
Autor: nnzBis zu 11.000 neue Jobs sind durchaus realistisch. Dafür sprechen die Planungen der von uns befragten Unternehmen, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Schon im vergangenen Jahr sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Freistaat branchenübergreifend um rund 14.000 gestiegen und hätte Ende 2011 mit 136.000 Stellen in der Industrie sogar eine neue Rekordmarke erreicht.
Allerdings gehen die nicht enden wollende Schuldenkrise im Euroraum, eine schwächelnde Weltwirtschaft und damit verbundene Rezessionsängste sowie steigende Energie- und Rohstoffpreise auch an den Thüringer Unternehmen nicht spurlos vorüber, so der IHK-Chef. Es mehren sich die pessimistischen Stimmen. Trotz derzeit gut gehender Geschäfte beurteilen die Firmenchefs die Aussichten für die kommenden Monate deutlich zurückhaltender.
So fällt im Ergebnis der jüngsten Umfrage der IHK Erfurt unter rund 900 Unternehmen der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Situation als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, um neun Prozentpunkte zur vorhergehenden Analyse und erreicht 107 von 200 möglichen Punkten.
Dementsprechend lasse die Investitionsdynamik im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwas nach und laufe in ruhigeren Bahnen: die Budgets würden weitgehend konstant gehalten. Zuversichtlich stimme, dass jeder fünfte Unternehmer seine Ausgaben sogar noch steigern wolle und einen expansiven Kurs fahre.
Aktuell spricht also nur wenig für eine lang anhaltende Durststrecke. Immerhin schätzen 87 Prozent der Unternehmer ihre derzeitige Situation mit gut bis befriedigend ein und arbeiten mit Gewinn oder wenigstens kostendeckend. Bisher konnten sich die Firmen recht erfolgreich gegen die zunehmenden Risiken stemmen. Umstrukturierungen in den Betriebsabläufen und eine erhöhte Flexibilität haben die Krisenanfälligkeit der Wirtschaft deutlich abgeschwächt, informiert Gerald Grusser.
Damit wirke sich eine konjunkturelle Abkühlung insbesondere auf die Beschäftigung nicht mehr so gravierend aus, wie noch in vergangenen Schwächeperioden. Die Perspektive für den Arbeitsmarkt bleibe deshalb gut. 89 Prozent der Befragten würden mit der vorhandenen Personalstärke planen oder sogar noch zusätzliche Stellen schaffen.
Vorreiter beim Beschäftigungsaufbau sei die Industrie, die Ende 2011 thüringenweit eine neue Rekordmarke mit 136.000 Arbeitern und Angestellten erzielte. Laut Umfrage beabsichtigten auch künftig 15 Prozent der Manager eine Aufstockung des Personals. Basis dafür wären die nach wie vor gesunde Auftragslage und die gute Kapazitätsauslastung. Fast drei Viertel der Unternehmer kämen inzwischen an die Grenzen ihrer Produktionsmöglichkeiten. Dementsprechend positiv werde die Geschäftslage eingeschätzt. 43 Prozent gehe es gut, 48 Prozent bewerteten die Situation zumindest mit befriedigend.
Obwohl die optimistischen Urteile weiterhin überwiegen, sind die Unternehmer in ihren Einschätzungen doch vorsichtiger geworden. So dämpft die langsamere Gangart der Weltwirtschaft insbesondere die Zuversicht der exportorientierten Firmen, berichtet Grusser. Ungeachtet dessen würden die Befragten keine drastischen Einbrüche erwarten. Immerhin rechneten 55 Prozent sogar mit einem Anstieg ihrer Auslandsgeschäfte oder zumindest einer Entwicklung auf dem derzeit hohen Niveau.
Daneben werden Hoffnungen auf eine Fortsetzung des positiven Trends vor allem durch die intakte Binnennachfrage gestützt. Viele Verbraucher spüren eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation. Dies schlägt sich zunehmend im Kaufverhalten nieder, sagt der IHK-Hauptgeschäfts-führer. Bei der Mehrzahl der Einzelhändler liefen die Geschäfte gut oder zumindest zufriedenstellend. Ein Drittel der Befragten verzeichne wieder leichte Gewinne. Unsicherheit spiegle sich aber beim Blick auf die kommenden Monate wider. Die Zahl der Skeptiker sei im Vergleich zur vorhergehenden Umfrage deutlich auf 29 Prozent der Befragten gestiegen.
Das Baugewerbe profitiere von der milden Witterung und der zunehmenden Nachfrage im Wohnungsbau. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit, verbesserte Einkommenserwartungen und ein niedriges Zinsniveau hätten für Schwung in diesem Segment gesorgt. 29 Prozent der Bauunternehmer berichteten daher von einer guten, immerhin 47 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage. Dagegen mache sich bei den Zukunftsaussichten auch hier leichter Pessimismus breit. Jeder Vierte äußere sich etwas kritischer.
Auch die unternehmensnahen Dienstleister würden von einer guten Geschäftslage sprechen. Die Mehrzahl der Betriebe könne sich über gut gefüllte Auftragsbücher freuen und bewege sich in der Gewinnzone. Dem allgemeinen Trend folgend befürchteten aber 18 Prozent für die kommenden Monate eine ungünstigere Geschäftsentwicklung.
Fazit des IHK-Chefs: Zweifellos wird 2012 für die Thüringer Wirtschaft ein schwieriges Jahr. Das ist jedoch nichts Ungewöhnliches. Auch in vorangegangenen Konjunkturzyklen hat es immer wieder Phasen der wirtschaftlichen Abkühlung gegeben. Im Gegensatz dazu wurden jetzt aber Maßnahmen eingeleitet, die einen dramatischen Absturz verhindern sollten. Dies spüren auch die Unternehmer und gehen nur von einer kurzen Unterbrechung des Aufwärtstrends aus. Dafür sprechen nicht zuletzt die positiven Personalplanungen. Schon im nächsten Jahr könnte die Kurve wieder steil nach oben zeigen, dann sind gut ausgebildete Fachkräfte entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe."
