Offener Brief
Montag, 19. März 2012, 13:28 Uhr
des Ballsportvereins Eintracht Sondershausen an die Vereine im Kyffhäuser - Fußballausschuss. Um was es den Sportfreunden vom BSV Eintracht geht, erfahren Sie hier...
Sehr geehrte Sportfreunde,
der BSV Eintracht Sondershausen möchte im Zusammenwirken mit ebenfalls betroffenen Vereinen im Kyffhäuserkreis einen Versuch unternehmen, der rückläufigen Tendenz im Nachwuchsfußball und den damit verbundenen Auswirkungen auf den Männerbereich des Kreises entgegenzuwirken.
Nicht nur in unserem Verein machen sich geburtenschwache Jahrgänge und demographischer Wandel in der Form bemerkbar, dass wir Jahrgänge im Nachwuchsbereich nicht mehr melden bzw. qualitativ gut besetzen können.
Die goldenen Zeiten in der gleich mehrere Eintracht-Nachwuchsmannschaften erfolgreich im Landesbereich spielten sind längst vorüber!
Die Frage stellt sich längst nicht mehr: Wann spielen wir mit unserem Nachwuchs wieder in der Landesliga? Sondern die Frage lautet: Wie können wir den voranschreitenden Rückgang im Kinder- und Jugendbereich aufhalten?
Als Verein haben wir in den letzten 2 Jahren einige Maßnahmen u.a. in Schulen angeschoben, um wieder mehr Sondershäuser Nachwuchs-Kicker für den organisierten Fußballsport zu begeistern.
Einiges brachte den erhofften Erfolg und der personelle Rücklauf war zu stoppen, doch nun möchten und müssen wir noch einen Schritt weitergehen:
Seit Jahrzehnten waren die Sondershäuser Fußballerfolge stets auch ein großer Verdienst der "auswärtigen" Fußballer.
Es seien nur einige Namen erwähnt: Buchwald (Westgreußen), Kraft (Clingen), Strickrodt (Seega), Kuchmann (Hachelbich), Rößler (Ebeleben) oder Nieke (Hohenebra).
Sie stammten aus den Nachwuchsmannschaften verschiedener Kreisvereine und wechselten früher oder später aufgrund ihres Talentes und ihrer sportlichen Möglichkeiten in die Kreisstadt, um hier in zumeist höheren Spielklassen zum erwähnten Erfolg beizutragen.
Sofern es diese Spieler nicht aus familiären Gründen in der Kreisstadt hielt, kehrten sie später in ihre Heimatvereine zurück und absolvierten dort noch einige Spielzeiten bis zum Ende ihrer sportlichen Karriere.
Von diesem Synergieeffekt werden wir uns wohl über kurz oder lang verabschieden können, was wiederum mittelfristig verheerende Auswirkungen auf den Männerspielbetrieb hat.
Mit Blick auf den Altersdurchschnitt der Männermannschaften und den Nachwuchsbereich der kleineren Vereine lässt sich relativ schnell errechnen, wie lange der Spielbetrieb, und im schlimmsten Fall die Existenz des Vereines, noch aufrecht gehalten werden kann.
Doch woher sollen die Nachwuchstalente kommen, wenn in manchen Gemeinden nur noch
6 Kinder pro Jahr geboren werden?
Wie wir alle wissen, gehören zu einer Kleinfeldmannschaft mindestens 8-10 Fußballer und auch für eine teilweise recht komplizierte Spielgemeinschaft müssen die personellen Voraussetzungen stimmen.
Manche Gemeinden und Sportvereine können diesen Rahmen längst nicht mehr bieten. Auch andere Vereine im Dorf sind auf der Suche nach neuen Mitgliedern, nicht alle Mädchen werden Fußball spielen und auch sonst hält der Alltag genügend andere Abwechslungen bereit, wenn wir ihnen nicht freudbetonte und interessante Alternativen bieten.
Allerdings -und das wisst Ihr auch- heißt es ja nicht, dass es überhaupt keine Fußballkinder in den Dörfern gibt und vielleicht auch Erwachsene, die sich gern mit ihnen beschäftigen würden.
Nur es macht eben wenig Sinn, wenn sie sowieso nicht zu einer Mannschaft genügen.
Was könnte man also gemeinsam tun, um sich wenigstens den Männerbereich und damit auch den Fortbestand des Vereins langfristig zu sichern?
Eine Variante wird seit mehreren Jahren verfolgt: Die Bildung von Spielgemeinschaften. Darüber haben schon einige von Euch nachgedacht; manche funktionieren auch, doch oftmals scheitern die Überlegungen bereits im Anfangsstadium.
Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass wir in bestehende Strukturen oder gar in Mannschaften unter keinen Umständen eingreifen wollen!
Wir möchten nur die vereinzelten und interessierten Fußballkinder nach Sondershausen einladen, sie solange es geht durch eine gemeinsame Nachwuchsschule laufen lassen und ihnen die Möglichkeit bieten, mit Gleichaltrigen in der ihnen höchstmöglichen Spielklasse zu spielen.
Wir sind uns bewusst, dass für unseren Vorschlag die Verantwortlichen der Vereine und Gemeinden über ihren Schatten springen müssten. Aber die jetzigen Kinder und Jugendlichen können nichts für demographischen Wandel und Abwanderung von Generationen aus Thüringen. Diese Kinder wollen nur genauso Fußballspielen wie wir früher!
Wie wir wissen, werden nicht alle Kinder den langen Ausbildungsweg durchhalten. Das war aber schon immer so und vielleicht gelingt es dann später leichter, diese bereits vorgeprägten Kicker für die heimische Männermannschaft zu begeistern. Die Spieler, die den A-Jugendbereich bewältigt haben, sollen nach Leistungsstand, Interesse und eigenen Vorstellungen dann für sich entscheiden, wo sie spielen wollen: In einer höheren Spielklasse in der Kreisstadt oder - ohne Sperrfristen - im Heimatverein. So hätten alle Beteiligten etwas davon.
Die guten Trainingsbedingungen in Sondershausen sind ein großes Plus. Das Kunstrasenspielfeld mit Flutlicht, moderne Sporthallen und weitere Sportmaterialien stehen zur Verfügung.
Selbst das Interesse der Kinder und Eltern vorausgesetzt, können wir eine solche Fußballausbildung nicht allein bewältigen. Deshalb sind uns interessierte und begeisterte Übungsleiter ebenfalls sehr willkommen, denn für solch ein Vorhaben werden genügend gute Ausbilder benötigt.
Die gibt es aber bei Euch in der Gemeinde genauso, wie die interessierten Kinder.
Man muss sie nur ansprechen und ihnen die Möglichkeit bieten, ihrem Hobby nachzugehen. Sind die Kinder erstmals in einem anderen Verein aktiv, dann sind sie für den Fußball verloren.
Um dieses Gesamtproblem und eventuelle Lösungswege zu besprechen, würden wir Euch gern am Freitag, den 27.04.2012 um 18.30 Uhr in die Gaststätte "Am Göldner" zu einer Diskussionsrunde einladen.
BSV Eintracht Sondershausen / Vorstand
Autor: khhSehr geehrte Sportfreunde,
der BSV Eintracht Sondershausen möchte im Zusammenwirken mit ebenfalls betroffenen Vereinen im Kyffhäuserkreis einen Versuch unternehmen, der rückläufigen Tendenz im Nachwuchsfußball und den damit verbundenen Auswirkungen auf den Männerbereich des Kreises entgegenzuwirken.
Nicht nur in unserem Verein machen sich geburtenschwache Jahrgänge und demographischer Wandel in der Form bemerkbar, dass wir Jahrgänge im Nachwuchsbereich nicht mehr melden bzw. qualitativ gut besetzen können.
Die goldenen Zeiten in der gleich mehrere Eintracht-Nachwuchsmannschaften erfolgreich im Landesbereich spielten sind längst vorüber!
Die Frage stellt sich längst nicht mehr: Wann spielen wir mit unserem Nachwuchs wieder in der Landesliga? Sondern die Frage lautet: Wie können wir den voranschreitenden Rückgang im Kinder- und Jugendbereich aufhalten?
Als Verein haben wir in den letzten 2 Jahren einige Maßnahmen u.a. in Schulen angeschoben, um wieder mehr Sondershäuser Nachwuchs-Kicker für den organisierten Fußballsport zu begeistern.
Einiges brachte den erhofften Erfolg und der personelle Rücklauf war zu stoppen, doch nun möchten und müssen wir noch einen Schritt weitergehen:
Seit Jahrzehnten waren die Sondershäuser Fußballerfolge stets auch ein großer Verdienst der "auswärtigen" Fußballer.
Es seien nur einige Namen erwähnt: Buchwald (Westgreußen), Kraft (Clingen), Strickrodt (Seega), Kuchmann (Hachelbich), Rößler (Ebeleben) oder Nieke (Hohenebra).
Sie stammten aus den Nachwuchsmannschaften verschiedener Kreisvereine und wechselten früher oder später aufgrund ihres Talentes und ihrer sportlichen Möglichkeiten in die Kreisstadt, um hier in zumeist höheren Spielklassen zum erwähnten Erfolg beizutragen.
Sofern es diese Spieler nicht aus familiären Gründen in der Kreisstadt hielt, kehrten sie später in ihre Heimatvereine zurück und absolvierten dort noch einige Spielzeiten bis zum Ende ihrer sportlichen Karriere.
Von diesem Synergieeffekt werden wir uns wohl über kurz oder lang verabschieden können, was wiederum mittelfristig verheerende Auswirkungen auf den Männerspielbetrieb hat.
Mit Blick auf den Altersdurchschnitt der Männermannschaften und den Nachwuchsbereich der kleineren Vereine lässt sich relativ schnell errechnen, wie lange der Spielbetrieb, und im schlimmsten Fall die Existenz des Vereines, noch aufrecht gehalten werden kann.
Doch woher sollen die Nachwuchstalente kommen, wenn in manchen Gemeinden nur noch
6 Kinder pro Jahr geboren werden?
Wie wir alle wissen, gehören zu einer Kleinfeldmannschaft mindestens 8-10 Fußballer und auch für eine teilweise recht komplizierte Spielgemeinschaft müssen die personellen Voraussetzungen stimmen.
Manche Gemeinden und Sportvereine können diesen Rahmen längst nicht mehr bieten. Auch andere Vereine im Dorf sind auf der Suche nach neuen Mitgliedern, nicht alle Mädchen werden Fußball spielen und auch sonst hält der Alltag genügend andere Abwechslungen bereit, wenn wir ihnen nicht freudbetonte und interessante Alternativen bieten.
Allerdings -und das wisst Ihr auch- heißt es ja nicht, dass es überhaupt keine Fußballkinder in den Dörfern gibt und vielleicht auch Erwachsene, die sich gern mit ihnen beschäftigen würden.
Nur es macht eben wenig Sinn, wenn sie sowieso nicht zu einer Mannschaft genügen.
Was könnte man also gemeinsam tun, um sich wenigstens den Männerbereich und damit auch den Fortbestand des Vereins langfristig zu sichern?
Eine Variante wird seit mehreren Jahren verfolgt: Die Bildung von Spielgemeinschaften. Darüber haben schon einige von Euch nachgedacht; manche funktionieren auch, doch oftmals scheitern die Überlegungen bereits im Anfangsstadium.
Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass wir in bestehende Strukturen oder gar in Mannschaften unter keinen Umständen eingreifen wollen!
Wir möchten nur die vereinzelten und interessierten Fußballkinder nach Sondershausen einladen, sie solange es geht durch eine gemeinsame Nachwuchsschule laufen lassen und ihnen die Möglichkeit bieten, mit Gleichaltrigen in der ihnen höchstmöglichen Spielklasse zu spielen.
Wir sind uns bewusst, dass für unseren Vorschlag die Verantwortlichen der Vereine und Gemeinden über ihren Schatten springen müssten. Aber die jetzigen Kinder und Jugendlichen können nichts für demographischen Wandel und Abwanderung von Generationen aus Thüringen. Diese Kinder wollen nur genauso Fußballspielen wie wir früher!
Wie wir wissen, werden nicht alle Kinder den langen Ausbildungsweg durchhalten. Das war aber schon immer so und vielleicht gelingt es dann später leichter, diese bereits vorgeprägten Kicker für die heimische Männermannschaft zu begeistern. Die Spieler, die den A-Jugendbereich bewältigt haben, sollen nach Leistungsstand, Interesse und eigenen Vorstellungen dann für sich entscheiden, wo sie spielen wollen: In einer höheren Spielklasse in der Kreisstadt oder - ohne Sperrfristen - im Heimatverein. So hätten alle Beteiligten etwas davon.
Die guten Trainingsbedingungen in Sondershausen sind ein großes Plus. Das Kunstrasenspielfeld mit Flutlicht, moderne Sporthallen und weitere Sportmaterialien stehen zur Verfügung.
Selbst das Interesse der Kinder und Eltern vorausgesetzt, können wir eine solche Fußballausbildung nicht allein bewältigen. Deshalb sind uns interessierte und begeisterte Übungsleiter ebenfalls sehr willkommen, denn für solch ein Vorhaben werden genügend gute Ausbilder benötigt.
Die gibt es aber bei Euch in der Gemeinde genauso, wie die interessierten Kinder.
Man muss sie nur ansprechen und ihnen die Möglichkeit bieten, ihrem Hobby nachzugehen. Sind die Kinder erstmals in einem anderen Verein aktiv, dann sind sie für den Fußball verloren.
Um dieses Gesamtproblem und eventuelle Lösungswege zu besprechen, würden wir Euch gern am Freitag, den 27.04.2012 um 18.30 Uhr in die Gaststätte "Am Göldner" zu einer Diskussionsrunde einladen.
BSV Eintracht Sondershausen / Vorstand
