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Nichts für schwache Nerven

Donnerstag, 03. Mai 2012, 07:47 Uhr
Der RWE U11 CUP im Badminton war wieder ein Erlebnis für alle Beteiligten. Der Turnierverlauf war aber nichts für schwache Nerven, wie der Bericht aus Bad Frankenhausen zeigt...
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Zweifelsohne waren am vergangenen Wochenende einige der besten Badmintonspieler der Jahrgänge 2001/2002 in der Mülheimer RWE-Halle. Mittendrin 9 Mitglieder des TEAM Thüringen, die nicht zu übersehen waren. Leuchteten sie doch in ihren nagelneuen weißen Trainingsanzügen schon von weitem. Auch beim Spiel wusste man, wo die Thüringer waren, einheitlich in schicke Polos gekleidet, war es ein schönes Bild. Das einwandfreie Verhalten aller Kinder rechtfertigte die Nominierung und die gute Präsentation des BLV Thüringen bei diesem überregionalen Turnier.

Aber von vorn:
Am Freitag, den 27.04. reiste das TEAM Thüringen startend von Erfurt und Meiningen an. Gegen 19 Uhr konnte die Unterkunft, ein Haus der Naturfreunde bezogen werden. Abenteuerlich sollte es die kommende Nacht zu gehen. Aber zuerst besichtigte die Delegation die Spielhalle, in der 6 Wochen zuvor die Yonex-German-Open statt fanden. Die Kinder sollten die riesige Halle vorher schon einmal zu Gesicht bekommen. Für das TEAM A half es am nächsten Tag trotzdem nichts. Die Betreuer, Heike Eller, Frank Kahlert, Frank Reinhardt und Andreas Reich entschieden sich, bei einem Chinesen einzukehren. Die mitgereisten Meininger Eltern, eine super-gute Truppe, stießen dazu. Fast allen schmeckte es. Die Suhler Paul, Justin und Henry bestellten sich Suppe. Dies hätten sie wohl nicht machen sollen. Nur Henry löffelte die Suppe aus, die sich die drei eingebrockt hatten. Herr Reich gab daraufhin sein Essen frei und die drei wurden doch noch satt.
Die Nacht wurde dann teils zum Tag. Irgendwann vor Mitternacht, alles schlief schon, kehrte eine russische Reisegruppe ins Gästehaus ein. Die kannten leider keine Türklinken und so konnten wir an deren Erleben teil haben. Als es ruhig wurde, kam ein Klopfen aus dem Mädchenzimmer. Mara und Vivian hatten sich eingeschlossen und den Schlüssel von innen abgebrochen. Glücklicherweise war Frank Reinhardt mit, auch „Cliffhanger“ genannt. Über Fenstersimse stieg er bei den Damen ein und schaffte es dann irgendwie, die Tür zu öffnen. Warum dies alles schwierig war? Wir kampierten im 2. Stock! Samstag früh war die Nacht schnell vorüber, ab 05:30 Uhr machte die russische Reisegruppe Spektakel, sie hatten wohl ihre Uhren nicht umgestellt ;-)

Nichts für schwache Nerven (Foto: Andreas Reich) Nichts für schwache Nerven (Foto: Andreas Reich)

Nach dem Frühstück und dem Transfer in die Halle ging es dann aber endlich los. Nach stimmungsvoller Eröffnung spielte das TEAM A gleich gegen Wittdorf, eine Mannschaft, die letztjährig die B-Konkurrenz gewonnen hatte. Mit den Doppeln wurde begonnen. Über diese Spiele berichte ich aber mal nichts weiter. Die Hallenbesichtigung am Vorabend hatte wohl nichts gebracht, denn irgendwie waren die Thüringer nicht auf dem Feld. Sie spielten klar unter ihren Möglichkeiten. Auch die Einzel brachten Ernüchterung. Lediglich Tom und Justin Kahlert hatten im 2. und 3. Einzel eine Siegchance, die aber beide nicht nutzten. In der 2. Runde ging es gegen den späteren Turniersieger vom BLV Hamburg. Auch hier waren die Doppel haushoch unterlegen. Besser lief es dann in den Einzeln. Tom Kahlert und Richard Mund hatten in knappen Spielen Siegchancen. Florian Wohlgemuth, der gegen Matthias Kicklitz spielte, den wohl besten Spieler des Turniers, hatte einen äußerst schweren Stand. Trotz klarer Niederlage, konnte Florian teilweise gut mithalten und spielte phasenweise auf Augenhöhe. Aber auch hier gab es am Ende der Partie ein 0:6. Der BVL Baden Württemberg war Dritter Gegner. Auch hier, wie in den voran gegangenen Partien das gleich Bild in den Doppeln. Fehlende Abstimmung und falsche Laufwege waren der Grund für klare Niederlagen. Richard gewann an Position Vier sein erstes Spiel. Im Ersten Einzel schaffte Florian nach klar verlorenem Erstem Satz, im Zweiten ein ausgeglichenes Spiel, hatte am Ende aber mit 23:25 das Nachsehen. Justin Kahlert musste an Position Drei eine Dreisatzniederlage einstecken – am Ende 1:5.

Ohne Unterbrechung ging es in die Vierte Partie gegen den BLV Bayern, diese hatten letztjährig die A-Konkurrenz gewonnen. Die Doppel wurden umgestellt. Florian Wohlgemuth spielte mit Justin Kahlert, beide gewannen das 1. Doppel in Drei Sätzen. Florian und Richard konnten in der Folge auch ihre Einzel gewinnen. So war endlich der Erste Punkt auf der Habenseite. Aber die Kinder waren völlig fertig. Ohne Pause, fast durchgängig im Einsatz - dieser Erste Turniertag war hammerhart. In der Fünften Runde war der Gastgeber, das Team vom Stützpunkt Mülheim der Gegner. Hier konnten noch einmal Tom Kahlert und Richard Mund im 2. Doppel punkten, ansonsten war aufgrund der konditionellen Verfassung einfach nicht mehr drin. Andere Teams hatten eine Freirunde und zusätzlich 5 – 6 Spieler zum wechseln. Das kleine Thüringer Team musste voll durchspielen.
Das TEAM B hatte nach 2 Freirunden, man spielte in der Vorrunde in einer Dreiergruppe einen Traumstart. Gegen den 1. BC Beuel 2 standen zwar 4 Dreisatzspiele im Protokoll, aber die kämpferische Einstellung stimmte und so ging das Match am Ende 5:1 für Thüringen aus. Auch das Zweite Gruppenspiel konnte siegreich gestaltet werden. Hier konnten die Kinder gegen den 1. BV Mülheim 1 mit 5:1 triumphieren. Als Gruppenerster ging es in die Zwischenrunde. Am späten Nachmittag stand das Erste Spiel an. Der Gegner war das Team von Wittdorf 2. Paul Jasper und Henry Runge kämpften im Ersten Doppel und gewannen das Spiel denkbar knapp im Dritten Satz mit 21:19. Das Team konnte insgesamt triumphieren, auch hier ein 5:1.

Nichts für schwache Nerven (Foto: Andreas Reich) Nichts für schwache Nerven (Foto: Andreas Reich)

Damit waren die Samstagspiele Geschichte. Die Delegationsleitung entschloss sich, Pizza und Nudeln zum Abendessen liefern zu lassen. So machte man sich auf, zurück ins Ruhrtalhaus. Es sollte ruhiger werden, die vorgenannte Reisegruppe war zum Glück weg. Die Wahl des Essens war sehr gut, das Wetter stimmte, so konnten die Kinder an dem schönen Apriltag doch noch frische Luft schnappen und in dem angrenzenden Waldstück herum tollen. Vivian Kotzott nahm dies jedoch zu wörtlich. Sie versank im Schlamm und der Schuh war weg. Unter Einsatz ihrer Socken, konnte sie diesen aber wieder finden. Bei den anwesenden Kindern, Eltern und Betreuern sorgte ihr Schlamm verschmierter Anblick für Heiterkeit. Sie selbst fand es nicht so lustig. Die folgende Nacht wurde ruhiger. Keine Schlüssel, die abbrachen und keine Reisegruppe, die Zimmertüren ohne Türklinken benutzten. Ein Mädchen hatte trotzdem Probleme. Sie konnte nicht schlafen. „Da schnarcht jemand so laut“. Und nein, es war nicht Herr Reich ^^. Es war ein anderes Mädchen, so mussten die Schlafstellen kurz umdisponiert werden und alles war gut.
Frühstück und Spielvorbereitung am Sonntag morgen verliefen ohne Probleme. Per Richards „Speziell Move“ war alles kein Problem. 09:00 Uhr ging es dann auch für beide Teams weiter im Programm. Während Das Team 2 mit einem 4:2 – Sieg gegen Heimaterde Mülheim die Chance auf den Turniersieg wahrte, spielte das TEAM 1 gegen Bischmisheim um den 6. Platz im A – Feld. Hier konnten die Thüringer das 3. und 4. Einzel sowie das 2. Doppel gewinnen. Die anderen Spiele gingen verloren und so stand ein 3:3 zu Buche, was am Ende vor Bischmisheim Platz 6 ein brachte.

Nichts für schwache Nerven (Foto: Andreas Reich) Nichts für schwache Nerven (Foto: Andreas Reich) Das Team 2 hatte im anschließenden Spiel die Chance aufs Finale. Diese konnte aber leider gegen den Stützpunkt Mülheim 2 nicht genutzt werden. Lediglich Paul Jasper und Henry Runge hatten im 1. Doppel die Chance auf einen Punktgewinn.
Nach der Auswertung des Spielparcours, wo auch die Thüringer kräftig absahnten, Yonex-Polo, Rucksack, Schlägertasche und anderes mehr wurde die Siegerehrung des A-Feldes durchgeführt. Die beste Mannschaft gewann, die des BLV Hamburg. Den Zweiten Platz belegte das Team des Stützpunktes Mülheim 1, das den Hamburgern in der letzten Partie einen heißen Kampf boten. Mehr als ein 3:3 sprang nicht heraus, damit Platz Zwei. Den 3. Platz belegte das Team des BLV Baden Württemberg.
Das Team Thüringen 2 spielte in der letzten Runde um Platz 3 im B – Feld. Dieses Spiel endete 2:4. Damit ist das Team B knapp am Podest vorbei gerutscht. Im 1. Doppel hatten Paul Jasper und Henry Runge die Bronzepokale auf dem Schläger. Knapp ging dieses Spiel mit 18:21 und 19:21 an die Gegner vom BLV Reinland. Da Paul einen Satz im Einzel gewann, hätte ein 3:3 für Bronze gereicht.

Alle Detailergebnisse gibt es auf alleturniere.de unter RWE U11-Cup Mülheim.
Abschließend kann man sagen, dass es wieder ein unvergessliches Erlebnis für unsere U11er war. Nicht nur das Turnier selbst, auch die Rahmenbedingungen waren sehr gut. Zukünftig wird die Spieleanzahl am Samstag wohl auf 4 beschränkt, was vernünftig ist. Viele der Kinder spielen hier auf einem Niveau, was sie in ihren Heimatregionen so nicht gewöhnt sind. Die Thüringer spielen im Mittelfeld mit, haben aber nicht die Breite wir andere Landesverbände. Die Spitze, derzeit wohl aus Norddeutschland, ist um einiges besser als unsere Talente. Ein Video mit Spielszenen wird es später noch geben.
Vielen Dank an die Betreuer, Heike Eller, Frank Reinhardt, Frank Kahlert und Andreas Reich und die mitgereisten Eltern der Meininger für die Unterstützung an diesem Wochenende. Die Teilnehmer, die nächstes Jahr wieder kommen können, freuen sich schon jetzt auf den RWE U-11 CUP 2013.

Andreas Reich
Delegationsleiter
Autor: khh

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