kn-Forum: Gedanken zur Stichwahl am 6. Mai...
Freitag, 04. Mai 2012, 00:01 Uhr
Zum Thema Wahlen hatten sich die Leser bisher zurückgehalten. So eben traf ein Leserbrief zum Thema Stichwahlen ein...
Es ist schon interessant, die Veröffentlichungen der CDU und des Landrates/Landratskandidaten nach dem Wahlsonntag am 22.04.zu beobachten: Nachdem sich Monate/Jahre vor der Wahl der Landrat zur Entwicklung des Kreises kaum oder gar nicht öffentlich geäußert hat, wird man plötzlich sehr aktiv, verteilt Flyer und erstellt Internetseiten. In der Tagespresse erscheint ein Bild mit dem Bundesinnenminister zum Demografiekongress, zu welchem der Landrat angemahnt haben will, die strukturschwachen Regionen nicht zu vergessen. Auch die Landesregierung wird aktiv und überreicht im Beisein des Landrates die ein oder andere Spende an gemeinnützige Einrichtungen. Die Zielstellung ist eindeutig: der Landkreis soll CDU regiert bleiben - und dem Wahlvolk der Eindruck vermittelt werden, es ist doch alles in bester Ordnung.
Es bleiben jedoch noch einige Fragen offen, vor allem: wie kam es dazu, dass wir zu so einer strukturschwachen Region geworden sind und den Innenminister um Hilfe "anbetteln" müssen?
Nach 1990 hatten viele Kreise in den neuen Bundesländern ähnliche/gleiche Ausgangspositionen. Der Unterschied besteht darin, dass einige Kreise unter Führung ihres Landrates in die Offensive gegegangen sind - und es geschafft haben! Und wir? Es war und ist nicht zu erkennen, dass im Landratsamt Visionen zur industriellen, bildungspolitischen und touristischen Strukturgestaltung vorhanden sind. Mir ist klar, dass ein Einzelner - auch wenn er Kontakte zur Landes- und Bundesregierung hat - die zu bewältigenden Aufgaben nicht allein schafft. Dazu benötigt er ein von ihm benanntes leistungswilliges, fachkompetentes Team, das seine Vorstellungen zur Gestaltung des Kreises weiter trägt und umsetzt. Das war und ist jedoch leider nicht erkennbar. So blieben die Potenziale der Menschen an den ehemaligen Arbeitsplatzstandorten von Roßleben bis Keula ungenutzt - mit den bekannten Folgen: leere Industrieflächen, hohe Abwanderung, hohe Arbeitslosigkeit.
Nun wurde in der Presse dazu aufgerufen, auf Zuverlässigkeit und Kontinuität zu setzen - und damit auf Amtsinhaber Peter Hengstermann. Nun gut, ständig in den Statistiken bei vorgenannten Bewertungspunkte (fast) immer an letzter Stelle zu stehen, ist letztlich auch eine erkennbare Kontinuität und Zuverlässigkeit...
Wenn man die Stimmenanteile der weiblichen Kandidatinnen zur Wahl am 22.04. ansieht, sieht es leider fast so aus, als ob viele Wähler in die Leistungsfähigkeit von Frauen kein Vertrauen zu haben scheinen. Diese Auffassung ist meiner Meinung nach unberechtigt. Frauen haben immer wieder bewiesen, dass sie Verantwortung mit großem Erfolg übernehmen können. Sie haben oft die besseren Visionen, die sie mit Intelligenz, Fleiß, Konsequenz und Zielstrebigkeit umsetzen. Erinnert sei nur bspw. an die leider viel zu früh verstorbene Regine Hildebrandt. Was würden wir also für ein Risiko eingehen, eine Frau an die Spitze des Landkreises zu wählen...?
Wolfgang Zyber
Sondershausen-Berka
Es ist schon interessant, die Veröffentlichungen der CDU und des Landrates/Landratskandidaten nach dem Wahlsonntag am 22.04.zu beobachten: Nachdem sich Monate/Jahre vor der Wahl der Landrat zur Entwicklung des Kreises kaum oder gar nicht öffentlich geäußert hat, wird man plötzlich sehr aktiv, verteilt Flyer und erstellt Internetseiten. In der Tagespresse erscheint ein Bild mit dem Bundesinnenminister zum Demografiekongress, zu welchem der Landrat angemahnt haben will, die strukturschwachen Regionen nicht zu vergessen. Auch die Landesregierung wird aktiv und überreicht im Beisein des Landrates die ein oder andere Spende an gemeinnützige Einrichtungen. Die Zielstellung ist eindeutig: der Landkreis soll CDU regiert bleiben - und dem Wahlvolk der Eindruck vermittelt werden, es ist doch alles in bester Ordnung.
Es bleiben jedoch noch einige Fragen offen, vor allem: wie kam es dazu, dass wir zu so einer strukturschwachen Region geworden sind und den Innenminister um Hilfe "anbetteln" müssen?
Nach 1990 hatten viele Kreise in den neuen Bundesländern ähnliche/gleiche Ausgangspositionen. Der Unterschied besteht darin, dass einige Kreise unter Führung ihres Landrates in die Offensive gegegangen sind - und es geschafft haben! Und wir? Es war und ist nicht zu erkennen, dass im Landratsamt Visionen zur industriellen, bildungspolitischen und touristischen Strukturgestaltung vorhanden sind. Mir ist klar, dass ein Einzelner - auch wenn er Kontakte zur Landes- und Bundesregierung hat - die zu bewältigenden Aufgaben nicht allein schafft. Dazu benötigt er ein von ihm benanntes leistungswilliges, fachkompetentes Team, das seine Vorstellungen zur Gestaltung des Kreises weiter trägt und umsetzt. Das war und ist jedoch leider nicht erkennbar. So blieben die Potenziale der Menschen an den ehemaligen Arbeitsplatzstandorten von Roßleben bis Keula ungenutzt - mit den bekannten Folgen: leere Industrieflächen, hohe Abwanderung, hohe Arbeitslosigkeit.
Nun wurde in der Presse dazu aufgerufen, auf Zuverlässigkeit und Kontinuität zu setzen - und damit auf Amtsinhaber Peter Hengstermann. Nun gut, ständig in den Statistiken bei vorgenannten Bewertungspunkte (fast) immer an letzter Stelle zu stehen, ist letztlich auch eine erkennbare Kontinuität und Zuverlässigkeit...
Wenn man die Stimmenanteile der weiblichen Kandidatinnen zur Wahl am 22.04. ansieht, sieht es leider fast so aus, als ob viele Wähler in die Leistungsfähigkeit von Frauen kein Vertrauen zu haben scheinen. Diese Auffassung ist meiner Meinung nach unberechtigt. Frauen haben immer wieder bewiesen, dass sie Verantwortung mit großem Erfolg übernehmen können. Sie haben oft die besseren Visionen, die sie mit Intelligenz, Fleiß, Konsequenz und Zielstrebigkeit umsetzen. Erinnert sei nur bspw. an die leider viel zu früh verstorbene Regine Hildebrandt. Was würden wir also für ein Risiko eingehen, eine Frau an die Spitze des Landkreises zu wählen...?
Wolfgang Zyber
Sondershausen-Berka
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: khhDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
