Behinderten die Teilhabe ermöglichen!
Sonntag, 06. Mai 2012, 11:49 Uhr
Der Vorstand des VdK Ortsverbandes Bendeleben hatte seine Mitglieder und einige Gäste Anfang Mai zu einem Forum im Rahmen der diesjährigen Aktion "Inklusion - jede Barriere ist eine zuviel" eingeladen. Kritik gab es auch in Richtung Landesregierung. Dazu erreichte kn folgender Bericht des VdK...
In dem für solche Veranstaltungen von der Agrargenossenschaft Bendeleben dem Ortsverband kostenfrei zur Verfügung gestellten Raum, waren alle Plätze belegt als die Vorsitzende Käte Preuße die Mitglieder und besonders die Gäste als Gäste: Frau Gabriele Friedrich, Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Kyffhäuserkreises mit ihrer Betreuerin Frau Schmidt; Herr Martin Brückner, Bürgermeister Bendeleben; Herr Mulitzer, stellv. Bürgermeister von Steinthaleben; Herr Polizeiobermeister Boretzki, zuständiger Kontaktbereichsbeamter; und eine Delegation des VdK -Vorstandes Roßleben.
Blick an den Saal.
Zur Einstimmung auf das vorgenannte Thema, gab der Vorsitzende des Ortsverbandes Roßleben und Beauftragte des Kreisverbandes für diese Aktion, Wolf-Jürgen Träger ein paar Erläuterungen. Er beleuchtete das Anliegen der "Aktion Mensch", durch die Protestaktionen um den 05. Mai eine breite Öffentlichkeit auf die berechtigten Interessen der Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen.
Wolf-Jürgen Träger erläutert das Anliegen der Aktion.
So steht in diesem Jahr besonders das Anliegen, die Berücksichtigung der Forderungen aus der UN-Konvention zu den Rechten Behinderter in den geltenden sozialen Gesetze in den Bundesländern, somit auch in Thüringen, anzumahnen. An der Neufassung des Behindertengesetzes (Thür. GIG) wird bereits zwei Jahre gearbeitet und jetzt ein 80seitiger Maßnahmeplan (Masse bedeutet noch nicht Qualität) zur Berücksichtigung der UN Forderungen erstellt. Das lässt erkennen, dass nur durch einen breiten öffentlichen Druck endlich die berechtigten Belange dieser Menschen mit Handicap durch Gesetzeskraft realisierbar werden.
Gabriele Friedrich erläuter Hilfsmittel für Blinde, hier die Schreibmaschine für Blindenschrift.
Anschließend sprach Frau Friedrich über ihre Erfahrungen und schilderte ihre persönliche Situation als ein seit der Geburt erblindeter Mensch. Sie schilderte ihre besondere Ausbildung, die in einem Berufsabschluss als Telefonistin endete. Den Beruf übte sie auch viele Jahre mit Freude aus. Nach der Wende war diese geregelte Tätigkeit nicht mehr möglich. Sie musste schwer um eine Tätigkeit streiten. Dies brachte sie zu dem Schluss, sich ehrenamtlich in dem Interessenverband der Menschen mit ihrer Behinderung einzubringen. Hier wurde sie den Vorsitzende. Auch die ihr zustehende persönliche Betreuung musste sie halbjährlich per Antragstellung immer wieder neu erstreiten. Durch die jeweils erneut erforderliche Einarbeitungs- und Eingewöhnungszeit des Betreuers kann man von Effizienz nicht sprechen. Frau Schmidt ist jetzt für 1,5 Jahre ihre Betreuerin.
Frau Friedrich führte in ihrem Vortrag die verschiedenen Hilfsmittel vor, die ein blinder Mensch benötigt, um im häuslichen und gesellschaftlichen Umfeld selbstständig zurecht zu kommen. Ihre Ausführungen wurden mit viel Interesse und mit Detailfragen von den Veranstaltungsteilnehmern aufgenommen.
Auch Blinde können stricken - es ist Frau Friedrichs Hobby.
In der anschließenden Diskussion brachten einige Mitglieder ihr Unverständnis zu dieser Herangehensweise unserer Landesregierung an die Belange von Menschen mit Behinderungen und damit das Erschweren deren Teilhabe an einem selbstbestimmten Leben zum Ausdruck.
Ausliegende bzw. verteilte Aktionsmittel ermöglichten es den Teilnehmern sich dann noch beim individuellen Meinungsaustausch in diese Thematik zu vertiefen.
W.-J. Träger
Vdk
Fotos: Rüdiger Herdin
Autor: khhIn dem für solche Veranstaltungen von der Agrargenossenschaft Bendeleben dem Ortsverband kostenfrei zur Verfügung gestellten Raum, waren alle Plätze belegt als die Vorsitzende Käte Preuße die Mitglieder und besonders die Gäste als Gäste: Frau Gabriele Friedrich, Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Kyffhäuserkreises mit ihrer Betreuerin Frau Schmidt; Herr Martin Brückner, Bürgermeister Bendeleben; Herr Mulitzer, stellv. Bürgermeister von Steinthaleben; Herr Polizeiobermeister Boretzki, zuständiger Kontaktbereichsbeamter; und eine Delegation des VdK -Vorstandes Roßleben.
Blick an den Saal.
Zur Einstimmung auf das vorgenannte Thema, gab der Vorsitzende des Ortsverbandes Roßleben und Beauftragte des Kreisverbandes für diese Aktion, Wolf-Jürgen Träger ein paar Erläuterungen. Er beleuchtete das Anliegen der "Aktion Mensch", durch die Protestaktionen um den 05. Mai eine breite Öffentlichkeit auf die berechtigten Interessen der Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen.
Wolf-Jürgen Träger erläutert das Anliegen der Aktion.
So steht in diesem Jahr besonders das Anliegen, die Berücksichtigung der Forderungen aus der UN-Konvention zu den Rechten Behinderter in den geltenden sozialen Gesetze in den Bundesländern, somit auch in Thüringen, anzumahnen. An der Neufassung des Behindertengesetzes (Thür. GIG) wird bereits zwei Jahre gearbeitet und jetzt ein 80seitiger Maßnahmeplan (Masse bedeutet noch nicht Qualität) zur Berücksichtigung der UN Forderungen erstellt. Das lässt erkennen, dass nur durch einen breiten öffentlichen Druck endlich die berechtigten Belange dieser Menschen mit Handicap durch Gesetzeskraft realisierbar werden.
Gabriele Friedrich erläuter Hilfsmittel für Blinde, hier die Schreibmaschine für Blindenschrift.
Anschließend sprach Frau Friedrich über ihre Erfahrungen und schilderte ihre persönliche Situation als ein seit der Geburt erblindeter Mensch. Sie schilderte ihre besondere Ausbildung, die in einem Berufsabschluss als Telefonistin endete. Den Beruf übte sie auch viele Jahre mit Freude aus. Nach der Wende war diese geregelte Tätigkeit nicht mehr möglich. Sie musste schwer um eine Tätigkeit streiten. Dies brachte sie zu dem Schluss, sich ehrenamtlich in dem Interessenverband der Menschen mit ihrer Behinderung einzubringen. Hier wurde sie den Vorsitzende. Auch die ihr zustehende persönliche Betreuung musste sie halbjährlich per Antragstellung immer wieder neu erstreiten. Durch die jeweils erneut erforderliche Einarbeitungs- und Eingewöhnungszeit des Betreuers kann man von Effizienz nicht sprechen. Frau Schmidt ist jetzt für 1,5 Jahre ihre Betreuerin.
Frau Friedrich führte in ihrem Vortrag die verschiedenen Hilfsmittel vor, die ein blinder Mensch benötigt, um im häuslichen und gesellschaftlichen Umfeld selbstständig zurecht zu kommen. Ihre Ausführungen wurden mit viel Interesse und mit Detailfragen von den Veranstaltungsteilnehmern aufgenommen.
Auch Blinde können stricken - es ist Frau Friedrichs Hobby.
In der anschließenden Diskussion brachten einige Mitglieder ihr Unverständnis zu dieser Herangehensweise unserer Landesregierung an die Belange von Menschen mit Behinderungen und damit das Erschweren deren Teilhabe an einem selbstbestimmten Leben zum Ausdruck.
Ausliegende bzw. verteilte Aktionsmittel ermöglichten es den Teilnehmern sich dann noch beim individuellen Meinungsaustausch in diese Thematik zu vertiefen.
W.-J. Träger
Vdk
Fotos: Rüdiger Herdin




