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Behinderungen nacherlebt

Freitag, 11. Mai 2012, 12:24 Uhr
Zum Veranstaltungsprogramm des VdK Ortsverbandes Roßleben im Rahmen der diesjährigen Aktion Mensch Initiative 5. Mai gehörte auch dieses Jahr dazu das Motto "Inklusion - Jede Barriere ist eine zu viel" mit den Schülerinnen und Schülern der zwei vierten Klassen der Grundschule Bottendorf zu bearbeiten. Dazu erreichte kn vom VdK folgender Bericht.

Als Einstimmung in das Thema "Menschen mit Behinderung" wurde ein Ausschnitt aus dem Spielfilm "Margarete Steiff" den Kindern zur Kenntnis gegeben. Aufmerksamkeit und Betroffenheit war das Erscheinungsbild der versammelten Schüler beim Betrachten der Filmszenen. Im zweiten Teil dieses Vormittags war in der Mehrzweckhalle Bottendorf mit den Aktionswänden und den im Halbkreis gestellten Sitzbänken ein Forum für eine weitere Vertiefung des doch so komplexen Themas vorbereitet.

Der Vorsitzende des Ortsverbandes Roßleben konnte in diesem Teilnehmerkreis auch Herrn Ernst Günther Jäger, Behindertenbeauftragter der Stadt Roßleben, und Herrn Alfred Heidicke, Verkehrswacht Kyffhäuserkreis, begrüßen. Den Kindern wurde anhand von Beispielen, zu denen sie aktiv mit beitrugen, die verschiedensten Formen von Behinderungen, unter denen Menschen leiden bzw. mit denen sie leben müssen, aufgezeigt. Etwas ausführlicher kam dabei die Behinderung des Blindseins und dabei, speziell von Geburt an, zur Umschreibung. So ist dafür als Person Frau Friedrich, Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Kyffhäuser, ein erlebbares Beispiel.

So hat sie, in der am 3. Mai 2012 in Bendeleben stattgefundenen Veranstaltung zum gleichen Motto, ihre, auf die Blindheit bezogene, Lebensgeschichte vorgestellt. Eindrucksvoll war darin, dass sie durch den Besuch einer Spezialschule und einer speziell dafür wahrgenommenen Berufsausbildung mit ihrer Behinderung bis zur Wende berufstätig sein konnte. Auch die von ihr vorgestellten Hilfsmittel, wie Schreibmaschine für Blindenschrift, Langstock und spezielle Haushaltsgeräte (sprechend), machte deutlich, dass jemand mit so einer Behinderung auch den Alltag unter bestimmten Rahmenbedingungen meistern kann. Diese Schilderung fanden die Kinder sehr beeindruckend und sparten nicht mit Vorschlägen zu anderen Arten der Behinderung. So konnte Ernst Günther Jäger, als durch einen Arbeitsunfall Querschnittsgelähmter und an einen Rollstuhl Gebundener, bildlich umschreiben, was sich durch diesen Unfall an seiner Wirbelsäule verändert und diese Folge bewirkt hat.

Behinderungen nacherlebt (Foto: Rüdiger Herdin) Behinderungen nacherlebt (Foto: Rüdiger Herdin)

Der Behindertenbeauftragte Ernst Günter Jäger konnte den Schülern am eigenen Beispiel berichten, was es heißt querschnittsgelähmt zu sein.

Herr Heidicke bezog sich in seinen Schilderungen auf die Möglichkeiten, die bei Teilnahme am Straßenverkehr bei Unachtsamkeit jeden in so eine Situation bringen kann. Am Beispiel des Nichttragens von Sturzhelmen beim Fahrradfahren, das Testen der Reaktionsfähigkeit beim unmittelbaren Auftauchen eines Hindernisses auf der Straße sowie gestörtem Sehvermögen, konnte er den Anwesenden plastisch verdeutlichen, dass jeder sich durch aufmerksames Handeln vor solchen gravierenden gesundheitlichen Folgen bewahren kann.

Fazit: Es war wie auch in den vergangenen Jahren sehr bezeichnend, wie Kinder zu so einem Thema aufgeschlossen und aufmerksam an den Gesprächen teilnehmen können und damit zeigen, dass sie sich in ihrem persönlichen Umfeld auch engagiert für die Situation der Menschen mit Behinderungen einbringen können.

Zum Abschluss konnten den Schülerinnen und Schülern, gesponsert durch die Aktion Mensch, ein T-Shirt mit Logo, Kugelschreiber, Stundenplan und diverse Süßigkeiten, im Logo gezeichneten Leinenbeutel als Geste des Dankes für die Aufmerksamkeit und zur Gewährung der Nachhaltigkeit übergeben werden. Überraschung und Freude stand daraufhin in den kleinen Gesichtern. Und wie von selbst hatten alle die T-Shirt übergestreift und fanden sich zum Fotoshooting vor der Aktionswand ein.
W.-J. Träger
Bildtexte
- Aufmerksam verfolgten die Schüler die Ausführungen von Wolf-Jürgen Träger.
- Aufmerksamkeit erweckten bei den Kindern auch die Geräte, welche Alfred Heidicke mitgebracht hatte.
- Das Foto wird noch lange an diesen interessanten Vormittag erinnern.
Fotos: Rüdiger Herdin
Autor: khh

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