Kann jeder Mensch Hospizbegleiter sein?
Dienstag, 10. Juli 2012, 07:37 Uhr
Zur Hospizarbeit gehört als wesentlicher Bestandteil der Dienst Ehrenamtlicher. Einige Anmerkungen zu dieser anspruchsvollen Arbeit erreichten kn von Susanne List...
Der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst Sondershausen-Sömmerda-Artern bietet seit diesem Jahr einen Kurs für Hospizbegleiter in der Volkshochschule Artern an. Seit Januar treffen sich 8 Ehrenamtliche, die ihr Ehrenamt in der Hospizbewegung ausüben und ihre Befähigung erweitern möchten mit ihrer Kursleitung Susanne List und Thomas Messerschmidt.
Für manche Teilnehmerinnen ist es das erste Mal, das sie sich mit der Thematik konfrontieren, andere sind schon jahrelang aktiv in der Hospizarbeit tätig. Jetzt haben sie in 30 Stunden ihre Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeiten beübt und treffen sich nun einmal im Monat zu supervisorischer Fallarbeit, in der ihre praktische Tätigkeit reflektiert wird. Die Verdrängung von Sterben, Tod und Trauer aus unserer Gesellschaft hat dazu geführt, dass wir in aller Regel unfähig geworden sind, auch diese Zeit in unser Leben zu holen und bewusst damit umzugehen. Niemand anders als Elisabeth Kübler-Ross war es, die den Aspekt der Selbsterfahrung im Zusammenhang der Hospiztätigkeit für viel, viel wichtiger hielt als die ausschließliche Wissensvermittlung.
Und genau das wird in diesen Kursen den Teilnehmern zugemutet: Es wird erwartet, dass sie, die Teilnehmer, sich mit Sterben, Tod und Trauer auseinandersetzen. Ja, mit der eigenen Endlichkeit. Den eigenen Abschieden. Der eigenen Trauer. Es wird ihnen aber auch geschützter Raum gegeben, in dem gerade dies möglich ist. Eigene Grenzen und Schwächen werden dabei erkannt und reflektiert; Handlungsmuster und Abläufe können in der Gruppe gemeinsam und angstfrei betrachtet und aus der Analyse für den weiteren Dienst fruchtbar gemacht werden.
Hier sind Menschen gefragt, die nicht als "Profis" oder "Könner" die Situation meistern sollen, sondern die als Menschen einem Sterbenden nahe sein wollen und können. Der Sterbende, seine Wünsche und Bedürfnisse stehen im Vordergrund und der Betroffene bestimmt, was er wann möchte. Oder nicht möchte.
Hospizkurs an der VHS Artern - Teilnehmerinnen aus Artern, Sondershausen und Sangerhausen mit Susanne List (Mitte)
Ehrenamtliche Hospizbegleiter sollten psychisch normal belastbar sein, sich und andere kritisch betrachten können, weltanschaulich tolerant sein und sich in andere Menschen einfühlen können.
Dazu wird es auch im Jahr 2013 wieder einen Kurs geben, zu dem sich Interessierte unter 0172 - 358 79 68 oder im Hospizbüro in Sondershausen, Sömmerda oder Artern informieren und jetzt schon anmelden können. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 begrenzt.
Susanne List
Autor: khhDer Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst Sondershausen-Sömmerda-Artern bietet seit diesem Jahr einen Kurs für Hospizbegleiter in der Volkshochschule Artern an. Seit Januar treffen sich 8 Ehrenamtliche, die ihr Ehrenamt in der Hospizbewegung ausüben und ihre Befähigung erweitern möchten mit ihrer Kursleitung Susanne List und Thomas Messerschmidt.
Für manche Teilnehmerinnen ist es das erste Mal, das sie sich mit der Thematik konfrontieren, andere sind schon jahrelang aktiv in der Hospizarbeit tätig. Jetzt haben sie in 30 Stunden ihre Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeiten beübt und treffen sich nun einmal im Monat zu supervisorischer Fallarbeit, in der ihre praktische Tätigkeit reflektiert wird. Die Verdrängung von Sterben, Tod und Trauer aus unserer Gesellschaft hat dazu geführt, dass wir in aller Regel unfähig geworden sind, auch diese Zeit in unser Leben zu holen und bewusst damit umzugehen. Niemand anders als Elisabeth Kübler-Ross war es, die den Aspekt der Selbsterfahrung im Zusammenhang der Hospiztätigkeit für viel, viel wichtiger hielt als die ausschließliche Wissensvermittlung.
Und genau das wird in diesen Kursen den Teilnehmern zugemutet: Es wird erwartet, dass sie, die Teilnehmer, sich mit Sterben, Tod und Trauer auseinandersetzen. Ja, mit der eigenen Endlichkeit. Den eigenen Abschieden. Der eigenen Trauer. Es wird ihnen aber auch geschützter Raum gegeben, in dem gerade dies möglich ist. Eigene Grenzen und Schwächen werden dabei erkannt und reflektiert; Handlungsmuster und Abläufe können in der Gruppe gemeinsam und angstfrei betrachtet und aus der Analyse für den weiteren Dienst fruchtbar gemacht werden.
Hier sind Menschen gefragt, die nicht als "Profis" oder "Könner" die Situation meistern sollen, sondern die als Menschen einem Sterbenden nahe sein wollen und können. Der Sterbende, seine Wünsche und Bedürfnisse stehen im Vordergrund und der Betroffene bestimmt, was er wann möchte. Oder nicht möchte.
Hospizkurs an der VHS Artern - Teilnehmerinnen aus Artern, Sondershausen und Sangerhausen mit Susanne List (Mitte)
Ehrenamtliche Hospizbegleiter sollten psychisch normal belastbar sein, sich und andere kritisch betrachten können, weltanschaulich tolerant sein und sich in andere Menschen einfühlen können.
Dazu wird es auch im Jahr 2013 wieder einen Kurs geben, zu dem sich Interessierte unter 0172 - 358 79 68 oder im Hospizbüro in Sondershausen, Sömmerda oder Artern informieren und jetzt schon anmelden können. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 begrenzt.
Susanne List

