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Scharfe Schüsse in Munster

Dienstag, 31. Juli 2012, 18:03 Uhr
300 Soldaten aus Sondershausen üben in Munster. Vom Truppenübungsplatz Munster erreichte kn dieser aktuelle Bericht...


Sondershausen/Munster. „Achtung, Feuer“, brüllt Feldwebel Michael Lösch in sein Funkgerät. Wenige Augenblicke später erschüttert ohrenbetäubender Krach den Raketenwerfer des Typ MARS. „Jetzt heißt es abwarten“, verrät der 25-Jährige. Insgesamt 16 Raketenwerfer haben gleichzeitig mit dem jungen Feldwebel geschossen. Das Zielgebiet liegt acht Kilometer entfernt. Keine Minute später kommt die Trefferbestätigung: „Ziel wurde bekämpft“, rauscht es aus dem Funkgerät. Was sich im Bundeswehrjargon etwas hölzern anhört, bedeutet nicht viel weniger, als dass alle abgefeuerten Raketen ihr Ziel getroffen haben.

Scharfe Schüsse in Munster (Foto: Bundeswehr Sondershausen) Scharfe Schüsse in Munster (Foto: Bundeswehr Sondershausen)

Scharfer Schuss Raketenwerfer MARS

Knapp einer Woche befinden sich die 300 Soldaten aus Sondershausen auf dem Übungsplatz in Munster. Oberstleutnant Armin Schaus, Kommandeur des Raketenartilleriebataillons 132, ist zufrieden: „Die Soldaten sind hoch motiviert nach so langer Zeit wieder an ihrem Hauptwaffensystem, dem Raketenwerfer MARS, zu üben. Seit letzter Woche haben wir verschiedene taktische Aufgaben gestellt, die gut gelöst wurden. Einige Abläufe müssen noch einmal verbessert werden, aber insgesamt ist das Ergebnis sehr zufriedenstellend“.

Kein Wunder, waren die Soldaten bis Anfang 2012 im Einsatz im Kosovo gewesen. Dort haben sie über sechs Monate bei den Unruhen im Norden des Landes für Sicherheit gesorgt. Kein ungefährlicher Auftrag. Bei den zum Teil gewalttätigen Demonstrationen wurden etliche Soldaten verletzt. „Jetzt konzentrieren wir uns wieder auf unseren eigentlichen artilleristischen Auftrag, den Umgang mit dem Waffensystem MARS“, erklärt Oberstleutnant Schaus.

Allerdings sind die Tage des Bataillons in Sondershausen gezählt. Ab April des kommenden Jahres wird das Bataillon im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr aufgelöst. Drei der MARS-Batterien bleiben erhalten, werden aber an die künftigen Artilleriestandorte Idar-Oberstein, Weiden und Munster verlegt.

Scharfe Schüsse in Munster (Foto: Bundeswehr Sondershausen) Scharfe Schüsse in Munster (Foto: Bundeswehr Sondershausen)

Bahnverladung des schweren Gerätes am Bahnhof Sondershausen

Feldwebel Michael Lösch wird vermutlich mit seiner 2. Batterie nach Idar-Oberstein wechseln. Er geht mit Wehmut aus Sondershausen weg, möchte aber weiterhin in der Artillerie bleiben. „Obwohl Sondershausen mittlerweile meine Heimat ist, werde ich die Stadt vermissen und freue mich über ein späteres Wiederkommen“, sagt der 25-Jährige. Idar-Oberstein kennt Lösch hingegen schon durch den Besuch seiner Lehrgänge an der Artillerieschule.

Scharfe Schüsse in Munster (Foto: Bundeswehr Sondershausen) Scharfe Schüsse in Munster (Foto: Bundeswehr Sondershausen)

Raketenwerfer MARS unterwegs. Schlechtes Wetter kennt er nicht!

An dem Standort Sondershausen wird dann ein Feldwebelanwärter- und Unteroffizieranwärter-Bataillon (FA/UA Btl 1) aufgestellt. Hier werden etwa 270 Soldaten ihren Dienst versehen. Pro Jahr sollen dann über 900 Soldaten aus dem ganzen Bundesgebiet in Sondershausen ausgebildet werden. Darüber hinaus kommt ab dem ersten Halbjahr 2014 ein Kraftfahrausbildungszentrum für LKW und geschützte Radfahrzeuge hinzu. Hier arbeiten zukünftig rund 50 Soldatinnen und Soldaten plus 80 Lehrgangsteilnehmer im Jahr.
Fotos: Bundeswehr
Autor: khh

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