kyffhaeuser-nachrichten.de

Auch Kyffhäuserkreis dabei

Samstag, 18. August 2012, 12:10 Uhr
Zukunftspreis 2012: Tradierte Standards neu denken – Ideen sind gefragt! 12 Ideen zur Gestaltung des demografischen Wandels. Dazu erreichte kn folgende Meldung.

„Die Frage, wie wir morgen leben werden, braucht angesichts der demografischen Veränderungen kreative und individuelle Antworten aus der Mitte der Gesellschaft. Wir brauchen deshalb Mut zur Veränderung – einen Wettbewerb der Ideen. Es gilt dabei, tradierte Standards neu zu denken. Deshalb präsentieren wir der Öffentlichkeit in diesem Sommer zwölf ausgewählte Projekte, die sich um den Thüringer Zukunftspreis 2012 bewerben. Sie sollen möglichst viele Nachahmer finden und zu eigenen Ideen inspirieren“, sagte Landesentwicklungsminister Christian Carius heute (Samstag) in Erfurt nach der Auswahl von zwölf aus über 50 Bewerbungen für die Endrunde des Zukunftspreises.


„Viele Menschen und Organisationen Thüringens haben sich mit interessanten Projekten und Initiativen für den Zukunftspreis beworben. Sie alle stellen sich der Aufgabe den demografischen Wandel und die mit ihm verbundenen Herausforderungen und Chancen aktiv zu gestalten“, so Carius weiter. Diese ausgewählten Ideen werden über den Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach den Sommerferien wird eine Wanderausstellung die zwölf Projekte der Finalrunde einem breiten Publikum präsentieren. Im Herbst werden die diesjährigen Preisträger dann durch eine Jury bestimmt. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der 2. Demografiekonferenz am 15. November in Erfurt.

Der Thüringer Zukunftspreis wurde am 1. Dezember 2011 von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht ausgelobt und wird im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Der Preis ist mit insgesamt 22.500 Euro dotiert, davon entfallen auf den ersten Preis 10.000 Euro, auf den zweiten Preis 7.500 Euro und auf den dritten Preis 5.000 Euro. Weitere Informationen zum demografischen Wandel und zum Zukunftspreis stehen unter www.serviceagentur-demografie.de zum Nachlesen bereit.

Das TMBLV stellt heute die ersten beiden Projekte der Endrunde des Wettbewerbs vor:

Evaluation der Seniorensiedlung Kahla: Die Evaluation der Siedlung durch das Büro ‚Jörg Lammert Architekten’ (Weimar) untersucht die bauliche Struktur mit Blick auf die Betreuung von Menschen mit Demenzerkrankungen. Es geht darum ‚baulich-soziale Fehler’ zu vermeiden, um die Lebenszufriedenheit der Bewohner zu erhöhen, das Arbeitsklima für das Pflegepersonal und ehrenamtliche Helfer zu verbessern und unnötige Bau- und Betriebskosten von Beginn an zu vermeiden. Entstanden ist ein Kontrollsystem, das bei den unterschiedlichsten künftigen Bauvorhaben hilft, durch optimierte Planung den Ansprüchen von Bewohnern und Mitarbeitern zu entsprechen.

Auch Kyffhäuserkreis dabei (Foto: Th.Verkehrsministerium) Auch Kyffhäuserkreis dabei (Foto: Th.Verkehrsministerium)

Raumbeziehungen Wohnküche

Bei der Betreuung von Demenzkranken ist beispielsweise zu beachten, dass die Patienten sich im Innenbereich und auch in geschützten Außenräumen ausreichend bewegen können. Durch eine geeignete bauliche Struktur können so Angstzustände und Fluchttendenzen vermindert werden. Unter dem Motto „Das Leben ist bunt“ unterstützen starke Farbkontraste (s. Foto in der Anlage) die Orientierung und Wahrnehmungsfähigkeit der Bewohner. Die Beleuchtung auch der Innenräume durch viel Tageslicht senkt die Betriebskosten und fördert vor allem das Wohlbefinden und die geistigen Fähigkeiten der Patienten. Auch wird das ‚Leben ins Haus’ geholt – Pflanzen, Teiche und Fische wurden in die Gestaltung der Innenräume der Siedlung einbezogen. Übersichtliche Blickbeziehungen zwischen Menschen und Räumen und kurze Wege für die Mitarbeiter helfen, dass das Personal Zeit zur Pflege hat und nicht zum Laufen.

Das entstandene Planungskontrollsystem wird nun bei weiteren Projekten des Büros zur Anwendung kommen. Derzeit entsteht beispielsweise eine Seniorensiedlung in Tambach-Dietharz.

„Helfende Hände“: Das kleine Unternehmen – mit dem Gertraud Bauschke sich in Donndorf (Kyffhäuserkreis) selbständig gemacht hat – will pflegenden Familien helfen und ihnen kurzfristig Unterstützungsmöglichkeiten bieten. Dafür wurden Teile des Wohnhauses der Familie – die drei eigenen Kinder sind längst aus dem Haus – behindertengerecht umgebaut. Neben einem Gemeinschaftsraum entstanden Bad und Toilette und eine Übernachtungsmöglichkeit durch zwei Pflegebetten. Auch die Umgestaltung des Gartens mit Barfußpfad und Kneippbecken wurden bereits in Angriff genommen. Frau Bauschke hatte zuvor in mehreren Senioreneinrichtungen gearbeitet.

Auch Kyffhäuserkreis dabei (Foto: Th.Verkehrsministerium) Auch Kyffhäuserkreis dabei (Foto: Th.Verkehrsministerium)

Farbkonzept- Ich kann wieder Farben sehen

Das Projekt bietet regelmäßige und kurzzeitige Tagespflege, aber auch die Möglichkeit für eine Kurzzeitpflege über mehrere Tage. Es schließt eine Lücke, die durch die starke Nachfrage der Plätze für Kurzzeitpflege in großen Senioreneinrichtungen entsteht. Es steht aber auch für die Aktivierung privaten Engagements, das für die Gestaltung des demografischen Wandels notwendig ist. Es gilt nicht nur den Herausforderungen zu begegnen, sondern auch die Chancen aktiv zu gestalten. Hierfür ist die Unternehmung der Familie Bauschke ein lebensnahes Beispiel.

Fried Dahmen
Pressesprecher
Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de