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Die Eichsfelder trinken Bier

Dienstag, 21. August 2012, 11:59 Uhr
Seit Jahren ist der Bierkonsum in Deutschland rückläufig. Wurden noch im Jahre 1990 rund 150 Liter pro Kopf und Jahr getrunken, so waren es 2011 nur noch etwa 105 Liter.....


Dieser rückläufige Verbrauch macht sich in einem starken Verdrängungswettbewerb in der Branche bemerkbar. Immer mehr kleine und mittlere Brauereien müssen ihre Produktion einstellen.

Allein in den letzten 12 Monaten betraf es zum Beispiel die Brauereien in Erfurt, Meiningen und Torgau. Vor wenigen Tagen teilte das Landesamt für Statistik in Thüringen mit, dass der Absatz der Thüringer Brauereien im 1. Halbjahr wieder leicht um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen ist. Grund genug, einmal bei der einzig verbliebenen Brauerei im Nordwesten Thüringens, nämlich der Brauerei Neunspringe aus Worbis, nachzufragen.

Überraschende Antworten gab Geschäftsführer Bernd Ehbrecht. Im jeweiligen Halbjahresvergleich konnte bereits 2011 ein Absatzplus von sieben Prozent erzielt werden, im laufenden Jahr sind es noch einmal acht Prozent Zuwachs.

Bereinigt man diese Zuwächse um den bekannterweise hohen Anteil der alkoholfreien Getränke aus Worbis, so bleibt nur für das Bier im Jahre 2011 ein Zuwachs von 5,5 Prozent und im laufenden Jahr ein Plus von 4,5 Prozent. Damit können die Neunspringer Zahlen vorweisen, die deutlich über dem Branchendurchschnitt liegen.

Mehrere Gründe nennt Ehbrecht für die sehr erfreuliche Entwicklung. Im Bereich der alkoholfreien Getränke sei zum Beispiel die Renaissance der 0,33 l – Steinieflasche mit verantwortlich. Sie habe mitgeholfen, neue Märkte zu erschließen und die Neunspringer Produkte überregional viel bekannter zu machen.

Bei der Bierproduktion setzen die Neunspringer auf neue Verpackungen. Das Bier wird jetzt auch im 6-er oder 8-er Karton verkauft mit speziellem Design. Auch neue Biere werden angeboten. Zum Beispiel war das Benedictus-Festbier anlässlich des Papstbesuchs im vergangenen Jahr ein voller Erfolg. Übrigens ist es jetzt rechtzeitig vor dem Jahrestag wieder in den Märkten.

Für die kommenden Jahre erwartet Ehbrecht weitere Zuwächse. „Es ist uns gelungen, uns für die nächsten 20 Jahre die Rechte an Luther-Bieren zu sichern. Angesichts des 500. Jahrestages der Reformation im Jahre 2017 spüren wir schon jetzt deutlich zunehmende Nachfragen aus dem In- und Ausland.“

Auch im eher traditionellen Braugeschäft müsse zukunftsorientiert gedacht und gehandelt werden, so Ehbrecht weiter. „Braukunst ist viel mehr als das bekannte Pils herzustellen, Brauen ist auch Innovation und Mut zum Neuen“.
Autor: en

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