Dolmetscher für Pharmazielatein
Dienstag, 28. August 2012, 12:45 Uhr
Gesundheit ist Vertrauenssache. Vor allem leichtere Alltagsbeschwerden wie Erkältung, Verdauungsbeschwerden oder Schmerzen kurieren viele Menschen ohne Arztbesuch im Wege der Selbstmedikation...
Sie vertrauen sich und ihre Beschwerden ihrer Apotheke an und holen sich bei ihr Rat und das passende Arzneimittel. Beides ist wichtig, um wirklich das Richtige zu tun und schnell wieder gesund zu werden.
Wege, Wartezeiten, Praxisgebühr - bei geringfügigen Erkrankungen sparen sich viele den Arztbesuch und besorgen sich stattdessen einfach selbst rezeptfreie Medikamente. Der Apotheker ist dann meist der einzige Fachmann, mit dem über Beschwerden und deren Behandlung gesprochen wird. Als Heilberufler trägt er hier eine hohe Verantwortung: "Welche Beschwerden hat der Patient konkret? Auf welche Grunderkrankungen muss man Rücksicht nehmen? Welche Arzneimittel werden außerdem eingenommen? Oder liegt vielleicht eine Schwangerschaft vor, so dass nur ganz bestimmte Arzneimittel in Frage kommen? Nur wenn der Apotheker sich ein umfassendes Bild gemacht hat, kann er Gefährdungen ausschließen, richtig beraten und dem Patienten tatsächlich helfen", berichtet Apothekerin Eleonore Liebetrau.
"Am besten geht das, wenn man Stammkunde in einer Apotheke ist, in deren Datenbank alle gekauften Medikamente gespeichert sind", empfiehlt die Apothekerin.
Misserfolge oder Komplikationen stellen sich nämlich meist dann ein, wenn sich hinter den Symptomen doch mehr verbirgt, im Einzelfall ein falsches Arzneimittel gewünscht wurde oder das richtige Präparat falsch oder zu lange eingenommen wird. "Schmerzmittel sollte man ohne Rücksprache mit dem Arzt höchstens vier Tage anwenden, ansonsten können sie selbst Kopfschmerzen auslösen oder hemmen die Wirkung anderer Medikamente, z.B. Blutdrucksenker", weiß Liebetrau.
"Präparate mit ASS wirken außerdem blutgerinnungshemmend und sind deshalb bei Regelschmerzen oder Sportverletzungen nicht geeignet. Beim Fiebermittel Paracetamol ist es hingegen wichtig, sich an die vorgegebene Dosierung zu halten, da es, in zu großen Mengen eingenommen, die Leber schädigt", warnt die Pressesprecherin.
Auch Erkältungsmittel eignen sich nur für den akuten Fall: fünf Tage sind die Einnahme-Obergrenze für Hustenblocker und abschwellende Nasentropfen, danach stellen sich häufig Gewöhnungseffekte ein. Hält Husten länger an, ist es wichtig, die Ursachen herauszufinden, um das Übel bei der Wurzel zu packen. So kann Husten auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung hinweisen oder auch durch andere Medikamente ausgelöst werden.
In einem solchen Fall spricht man von einer unerwünschten Nebenwirkung, bei der dann oft nur ein Absetzen des Medikaments und eine Änderung der ärztlichen Therapie helfen. So etwas steht zwar auch auf dem Beipackzettel, doch die "Dolmetscher der Pharmazie" in der Apotheke beraten allemal verständlicher - und individueller.
Das gilt auch für unerwünschte Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln - gerade bei älteren Menschen, die viele Medikamente einnehmen müssen. Hierfür gibt es in der Apotheke den sogenannten Interaktionscheck, bei dem die gegenseitige Verträglichkeit durch den Apotheker geprüft wird. Manchmal hilft es schon, Arzneimittel nicht gleichzeitig einzunehmen, aber das ist keinesfalls immer so. Die Umstellung der Therapie oder der Verzicht auf ein Medikament sollte aber in jedem Fall erst nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt erfolgen.
Übrigens, da die Kosten für viele nicht verschreibungspflichtige, aber hochwirksame Arzneimittel nicht mehr von den Krankenkassen erstattet werden, kann der Arzt rezeptfreie Medikamente häufig nur noch als aus medizinischer Sicht notwendig empfehlen und dem Patienten diese Empfehlung dann auf ein "grünes Rezept" notieren. Gut aufheben sollte diese "grünen Rezepte", wer bei der Steuererklärung Krankheitskosten als "Außergewöhnliche Belastungen" von der Steuer absetzen will - sie dienen nämlich als Nachweis fürs Finanzamt.
Autor: nnzSie vertrauen sich und ihre Beschwerden ihrer Apotheke an und holen sich bei ihr Rat und das passende Arzneimittel. Beides ist wichtig, um wirklich das Richtige zu tun und schnell wieder gesund zu werden.
Wege, Wartezeiten, Praxisgebühr - bei geringfügigen Erkrankungen sparen sich viele den Arztbesuch und besorgen sich stattdessen einfach selbst rezeptfreie Medikamente. Der Apotheker ist dann meist der einzige Fachmann, mit dem über Beschwerden und deren Behandlung gesprochen wird. Als Heilberufler trägt er hier eine hohe Verantwortung: "Welche Beschwerden hat der Patient konkret? Auf welche Grunderkrankungen muss man Rücksicht nehmen? Welche Arzneimittel werden außerdem eingenommen? Oder liegt vielleicht eine Schwangerschaft vor, so dass nur ganz bestimmte Arzneimittel in Frage kommen? Nur wenn der Apotheker sich ein umfassendes Bild gemacht hat, kann er Gefährdungen ausschließen, richtig beraten und dem Patienten tatsächlich helfen", berichtet Apothekerin Eleonore Liebetrau.
"Am besten geht das, wenn man Stammkunde in einer Apotheke ist, in deren Datenbank alle gekauften Medikamente gespeichert sind", empfiehlt die Apothekerin.
Misserfolge oder Komplikationen stellen sich nämlich meist dann ein, wenn sich hinter den Symptomen doch mehr verbirgt, im Einzelfall ein falsches Arzneimittel gewünscht wurde oder das richtige Präparat falsch oder zu lange eingenommen wird. "Schmerzmittel sollte man ohne Rücksprache mit dem Arzt höchstens vier Tage anwenden, ansonsten können sie selbst Kopfschmerzen auslösen oder hemmen die Wirkung anderer Medikamente, z.B. Blutdrucksenker", weiß Liebetrau.
"Präparate mit ASS wirken außerdem blutgerinnungshemmend und sind deshalb bei Regelschmerzen oder Sportverletzungen nicht geeignet. Beim Fiebermittel Paracetamol ist es hingegen wichtig, sich an die vorgegebene Dosierung zu halten, da es, in zu großen Mengen eingenommen, die Leber schädigt", warnt die Pressesprecherin.
Auch Erkältungsmittel eignen sich nur für den akuten Fall: fünf Tage sind die Einnahme-Obergrenze für Hustenblocker und abschwellende Nasentropfen, danach stellen sich häufig Gewöhnungseffekte ein. Hält Husten länger an, ist es wichtig, die Ursachen herauszufinden, um das Übel bei der Wurzel zu packen. So kann Husten auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung hinweisen oder auch durch andere Medikamente ausgelöst werden.
In einem solchen Fall spricht man von einer unerwünschten Nebenwirkung, bei der dann oft nur ein Absetzen des Medikaments und eine Änderung der ärztlichen Therapie helfen. So etwas steht zwar auch auf dem Beipackzettel, doch die "Dolmetscher der Pharmazie" in der Apotheke beraten allemal verständlicher - und individueller.
Das gilt auch für unerwünschte Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln - gerade bei älteren Menschen, die viele Medikamente einnehmen müssen. Hierfür gibt es in der Apotheke den sogenannten Interaktionscheck, bei dem die gegenseitige Verträglichkeit durch den Apotheker geprüft wird. Manchmal hilft es schon, Arzneimittel nicht gleichzeitig einzunehmen, aber das ist keinesfalls immer so. Die Umstellung der Therapie oder der Verzicht auf ein Medikament sollte aber in jedem Fall erst nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt erfolgen.
Übrigens, da die Kosten für viele nicht verschreibungspflichtige, aber hochwirksame Arzneimittel nicht mehr von den Krankenkassen erstattet werden, kann der Arzt rezeptfreie Medikamente häufig nur noch als aus medizinischer Sicht notwendig empfehlen und dem Patienten diese Empfehlung dann auf ein "grünes Rezept" notieren. Gut aufheben sollte diese "grünen Rezepte", wer bei der Steuererklärung Krankheitskosten als "Außergewöhnliche Belastungen" von der Steuer absetzen will - sie dienen nämlich als Nachweis fürs Finanzamt.
