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Eigentlich in der Frauenkirche

Dienstag, 25. September 2012, 15:13 Uhr
Im ersten Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters am kommenden Wochenende ist ein Solist zu Gast, dessen Biografie ein wenig wie ein Traum anmutet. Samuel Kummer, 1968 in Stuttgart als Sohn eines Pfarrers geboren, begleitete bereits im Alter von 10 Jahren seine ersten Gottesdienste auf der Orgel...


Kummer (Foto: Agentur) Kummer (Foto: Agentur) Schallplatten des Vaters mit Musik von Johann Sebastian Bach hatten die Faszination für dieses Instrument geweckt. Nach dem Abitur studierte Kummer an der Hochschule für Musik in Stuttgart Kirchenmusik und wurde 1998 Bezirkskantor an der Martinskirche in Kirchheim unter Teck.

2005 dann kam das große Angebot: Im Herbst 2004 hatte der Stiftungsrat der Dresdner Frauenkirche, ein Jahr also vor deren festlicher Einweihung, die Organistenstelle ausgeschrieben. Von den 37 Bewerbern aus drei Ländern, darunter auch einige Professoren, wurde dem jungen Samuel Kummer die heißbegehrte Stelle angeboten. Ein großer Karrieresprung.

Kummers neues Instrument hat 4876 Pfeifen und 68 klingende Register. Ein Instrument, das kaum Wünsche offen lässt. Der Alltag des Organisten ist ausgefüllt, fünfhundert Andachten und Gottesdienste hat Kummer im Jahr musikalisch zu begleiten und darüber hinaus vier Konzertreihen zu organisieren. „Die Arbeit dort macht mir sehr viel Spaß. Die Bewältigung eines immensen Pensums ist nach wie vor eine Herausforderung.“ Dennoch bleibt ihm genug Freiraum, um eigene Kreativität zu entfalten.

Und ihm bleibt Zeit, auch über Dresden hinaus Konzerte zu geben. Seit vielen Jahren gastiert Kummer im In- und Ausland. Nun reist der mehrfache Preisträger großer Wettbewerbe am kommenden Wochenende nach Sondershausen und Nordhausen, um mit dem Loh-Orchester eines der berühmtesten Werke für Orchester und Orgel zu spielen: die opulente „Orgelsinfonie“ des Franzosen Camille Saint-Saëns. Einen „langen Atem“ brauche diese Sinfonie, so Kummer, „absolute Konzentration, einen Spannungsbogen, der nicht abreißen darf“.

Mit „Präludium und Fuge über den Namen B-A-C-H“ von Franz Liszt hat er darüber hinaus ein großes romantisches, virtuoses Werk für Orgel solo im Gepäck. Für das Konzert stellt sich der Künstler auf zwei ihm unbekannte Orgeln ein, sowohl das Instrument in der St.-Trinitatis-Kirche in Sondershausen als auch das in der St.-Blasii-Kirche in Nordhausen sind für ihn neu zu entdecken.

Das Konzert unter dem Motto „Religioso“ dirigiert Generalmusikdirektor Markus L. Frank. Neben der „Orgelsinfonie“ und der Orgelhommage an Johann Sebastian Bach erklingt mit Auszügen aus dem Oratorium „Die Legende von der heiligen Elisabeth“ ein weiteres Werk von Franz Liszt. Ein bekannter Lutherchoral liegt der feierlichen Ouvertüre zu Giacomo Meyerbeers Oper „Die Hugenotten“ zugrunde.

Die Konzerte am 29. September in der St.-Trinitatis-Kirche in Sondershausen und am 30. September in der St.-Blasii-Kirche in Nordhausen beginnen um 19.30 Uhr. Auf den jeweiligen Emporen laden Markus L. Frank und Konzertdramaturgin Juliane Hirschmann um 18.45 Uhr zu einer Einführung ein.

Karten gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen.
Autor: red

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