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Auf den richtigen Job setzen

Donnerstag, 04. Oktober 2012, 08:17 Uhr
Die Nordhäuser Arbeitsagentur in Nordhausen reagiert auf den gestiegenen Fachkräftebedarf. Wir haben ein Beispiel für Sie, wie eine ehemalige Schlecker-Mitarbeiterin in eine Zukunftsbranche "investiert"...

Zukunftsbranche Pflege (Foto: Arbeitsagentur) Zukunftsbranche Pflege (Foto: Arbeitsagentur) Dass die Wirtschaftsentwicklung die beruflichen Perspektiven für viele Menschen in Nordthüringen verbessert hat, zeigen seit geraumer Zeit die monatlichen Arbeitslosenzahlen. Verglichen mit dem Vorjahr ist die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Metallverarbeitung um rund Zwanzig Prozent im letzten Jahr gestiegen. Die Kunststoffverarbeitung verzeichnet sogar einen Anstieg um über 40 Prozent.

Ein immer höherer Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung sorgt dafür, dass auch in Gesundheits- und Pflegebereichen Fachkräfte mehr als früher gefragt sind. Hier gibt es gute berufliche Perspektiven, wie seit Jahren nicht mehr. Die Chancen in der Region mehr und mehr in das Bewusstsein der Menschen zu rücken, hat sich Karsten Froböse, Leiter der Nordhäuser Arbeitsagentur zum Ziel gesetzt. „Wir verfolgen zweierlei Intentionen: Zum einen sollen arbeitslose Menschen und Bewerber die verbesserten Beschäftigungsmöglichkeiten in ihrer Heimat kennen. Zum Anderen wollen wir den Unternehmen helfen, die dringend benötigten Fachkräfte zu finden.“

Dies sei nach Meinung des Agenturchefs ein dauerhafter Prozess, der bereits Erfolge zeigt. Nur wenige Monate ist es her, dass Katja K. in verantwortlicher Führungsposition bei der insolventen Drogerie Marktkette Schlecker arbeitete. Dann kam das Aus. Wie für viele standen auch für die 35-Jährige die ersten Wochen im Zeichen der Orientierung an. Zusammen mit Arbeitsvermittlerin Waltraud Köhler verschaffte sie sich Klarheit: „Mir war von Anfang an klar, dass ich mich beruflich neu orientieren muss. Ich habe mich für einen Beruf entschieden, der viel verlangt, aber auch viel zurück gibt, manchmal mit einem Händedruck oder einem Lächeln.“

Gemeinsam wurden die nächsten Schritte besprochen. Seit 1. September qualifiziert sich Katja K. zur Altenpflegerin und sie weiß, dass die Chancen in dieser Branche einen sicheren Arbeitsplatz zu bekommen, gut stehen.

Für Agenturchef Froböse die richtige Entscheidung: „Wir haben in den Verkaufsberufen eine höhere Arbeitslosigkeit als in anderen Branchen, die Arbeitslosenquote liegt bei rund zwölf Prozent.“ Da sei eine Vermittlung in den bisherigen Beruf kein Selbstläufer. Hinzu käme die Tatsache, dass die Zahl freier Stellen aus dem Einzelhandel im Jahresverlauf um knapp 22 Prozent zum Vorjahr zurück ging.

Gesichtspunkte unter denen Froböse rät, Alternativen zum ursprünglichen Beruf in den Focus zu nehmen und den Blick auf andere Branchen, wie die Metallbereiche und das Gesundheitswesen zu lenken. „Hier sind Fachkräfte verstärkt gesucht.“

Schlecker sei nur ein Beispiel für die Branche: „Alle anderen Arbeitslosen werden genauso, individuell betreut wie die der ehemaligen Drogeriemarktkette.“ Für 32 der rund 100 ehemaligen Beschäftigten konnte sich zwischenzeitlich der Wunsch nach einem neuen Arbeitsplatz erfüllen, weitere zehn werden derzeit für eine neue berufliche Aufgabe qualifiziert.
Autor: nnz

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