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Mehr Schatten als Licht

Freitag, 12. Oktober 2012, 16:21 Uhr
Am kommenden Montag findet in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt das „Thüringer Handelsforum 2012“ statt. Es beschäftigt sich mit der wachsenden Bedeutung des Onlinehandels sowie den Auswirkungen einer immer älter werdenden Kundschaft. Die IHK Erfurt hat im Vorfeld der Veranstaltung ein Stimmungsbild aus der Branche eingeholt...


„Im Einzelhandel bleibt die Lage weiter angespannt. Der aktuelle Konjunkturklimaindex erreicht nur noch 79 von 200 Punkten und ist der schwächste seit vier Jahren“, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Dabei seien die Rahmenbedingungen nach wie vor gut, da viele Beschäftigte mit höheren Einkommen von der bislang robusten Konjunktur profitierten und die Zahl der Arbeitssuchenden weiter gesunken sei.

„Trotz stabilem Umsatz schreiben immer mehr Unternehmen rote Zahlen. Höhere Energie- und Transportkosten drücken auf die Margen der Einzelhändler und lassen unter dem Strich nur wenig Geld übrig“, erklärt Grusser. Für die Hälfte der Unternehmer hätte sich die Ertragslage verschlechtert und knapp ein Drittel stecke bereits im Verlustbereich.

Auch der Wettbewerb mit dem Onlinehandel hinterlasse seine Spuren. Immer mehr Konsumenten würden im Internet einkaufen und dem konventionellen Handel den Rücken kehren. Auf Basis einer repräsentativen Verbraucherstudie “Distanzhandel in Deutschland 2011″ rechnet der Bundesverband des Deutschen Versandhandels auch für das laufende Jahr mit einem Gesamtbranchenumsatz von 32,4 Milliarden Euro, was einem Plus von rund sieben Prozent zum Vorjahr entspricht. Der Onlinehandel mit Waren legt um rund 17 Prozent auf 21,48 Milliarden Euro zu. Damit wird der e-Commerce laut aktueller Prognose erstmals die 20 Milliarden Euro Umsatz-Grenze durchbrechen. Der Anteil am gesamten Versandhandel liegt somit bereits bei rund 66 Prozent.

„In den kommenden Monaten droht den Unternehmern weiterer Gegenwind: Steigende Mineralölpreise ziehen Kaufkraft ab und haben die Teuerungsrate im September im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent steigen lassen“, so der IHK-Chef. Inzwischen würden die Haushalte ihre Entscheidungen bei größeren Anschaffungen wieder hinterfragen. Jeder dritte Händler erwarte deshalb auch künftig einen schlechteren Geschäftsverlauf und rückläufige Umsätze.

Entsprechend zurückhaltend würden die Investitionsplanungen ausfallen. Lediglich fünf Prozent der Unternehmer wollten ihr Budget ausweiten, dagegen beabsichtigten 70 Prozent der Befragten weniger oder gar nicht zu investieren.
Autor: red

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