Mietwohnungen im Kyffhäuserkreis
Mittwoch, 17. Oktober 2012, 11:11 Uhr
1.380 Hartz-IV-Empfängern drohen mit der Altersarmut Wohn-Probleme Mietwohnungen im Kyffhäuserkreis: Zu hohe Heizkosten – zu wenig seniorengerecht. ZU der Erkenntnis kommt das Pestel-Institut Hannover in einer Pressemeldung gegenüber kn.
Für Menschen mit schmalem Geldbeutel wird das Wohnen im Kyffhäuserkreis mehr
und mehr zu einem Problem. Besonders betroffen sind Geringverdiener,
Alleinerziehende und Rentner, sagt der Leiter des Pestel-Instituts,
Matthias Günther. Das Institut hat in einer aktuellen Studie die sozialen
Kriterien des Mietwohnungsmarktes untersucht.
Sozialwohnbung. Foto: Pestel-Institut Hannover
Dabei kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass rund 8.280 Haushalte
im Kyffhäuserkreis Anspruch auf eine Sozialwohnung haben. Zu diesen
Haushalten mit niedrigem Einkommen gehören Hartz-IV-Empfänger und
Wohngeldbezieher. Ebenso Erwerbsunfähige und ältere Menschen, die von der
staatlichen Grundsicherung leben. Landesweit haben nach Angaben des
Pestel-Instituts gerade einmal 59 Prozent dieser Haushalte überhaupt die
Chance, eine Sozialmietwohnung zu bekommen. Der Grund: Seit Jahren schrumpft
der soziale Wohnungsbau – ein bundesweiter Trend.
Das Problem der Haushalte mit geringem Budget im Kyffhäuserkreis ist in
erster Linie allerdings nicht die Kaltmiete. Was wesentlich stärker aufs
Portemonnaie drückt, sind die Nebenkosten – als ‚zweite Miete’. Hier
insbesondere die steigenden Heizkosten, so Günther. Längst nicht alle
Mietwohnungen seien energetisch saniert. Es habe sich hier zwar viel getan.
Trotzdem gebe es immer noch Miethäuser mit Energielöchern – Wohnungen als
Wärmeschleudern. Fehlende Isolierungen und veraltete Heizungsanlagen machen
das Wohnen immer teurer, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut.
Darüber hinaus sei nur ein Bruchteil der Mietwohnungen im Kyffhäuserkreis
altersgerecht saniert. Enge Türen, durch die weder Rollator noch Rollstuhl
passen, fehlende Aufzüge, Schwellen ... – viele ältere Menschen müssen
früher oder später ihre Wohnungen verlassen, weil sie nicht seniorengerecht
umgebaut wurden.
Betroffen sind insbesondere die Menschen, die vor der Rente stehen, aber
heute bereits von Hartz IV leben müssen. Ihnen droht Altersarmut, so
Matthias Günther. Im Kyffhäuserkreis beziehen nach Angaben des
Pestel-Instituts derzeit rund 1.380 Menschen Hartz IV, die in den kommenden
zehn Jahren das Rentenalter erreichen werden. Der aktuelle Trend setze sich
damit fort: Es werde auch künftig immer mehr Menschen mit Altersarmut geben.
Gerade für sie müssten dringend energetisch und altersgerecht sanierte
Wohnungen geschaffen werden. Dies wiederum werde ohne eine effektive
staatliche Förderung allerdings nicht gelingen, macht die
Wohnungsbau-Initiative deutlich. Sie hatte das Pestel-Institut mit der
Studie beauftragt.
Zur Wohnungsbau-Initiative haben sich neben der Industriegewerkschaft
Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und
Ingenieure (BDB), die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau
(DGfM) und der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB)
zusammengeschlossen.
Gemeinsam fordern sie für das energieeffiziente Bauen und Sanieren bessere
steuerliche Anreize und mehr KfW-Fördermittel. Bereits für das kommende Jahr
müsse der Bund hierfür mindestens 3 Milliarden Euro bereitstellen.
Mittelfristig seien sogar 5 Milliarden Euro als feste Position im Bundeshalt
notwendig.
Zudem müsse das KfW-Programm für das altersgerechte Bauen und Sanieren
wieder reaktiviert werden – mit jährlich mindestens 100 Millionen Euro für
die kommenden Jahre. Hier dürfe der Bund nicht nur zinsgünstige Kredite
fördern. Auch ein direkter Zuschuss sei für das altersgerechte Umbauen
notwendig. Denn kaum ein 65- oder 70-jähriger Wohnungseigentümer ist bereit,
sich in dem Alter noch an einen Kredit mit längerer Laufzeit zu binden.
Viele würden diesen nicht einmal bekommen, so die Wohnungsbau-Initiative.
An die heimischen Bundestagsabgeordneten appelliert die Initiative, sich in
Berlin bei den laufenden Haushaltsberatungen für das kommende Jahr für eine
deutliche Aufstockung der Gelder für das energetische und altersgerechte
Bauen und Sanieren stark zu machen. In einem Schreiben an die Parlamentarier
aller Fraktionen macht die Wohnungsbau-Initiative deutlich, dass es eine
der drängendsten sozialen Herausforderungen sei, bezahlbaren Wohnraum zu
schaffen.
Pestel-Institut
Hannover
Autor: khhFür Menschen mit schmalem Geldbeutel wird das Wohnen im Kyffhäuserkreis mehr
und mehr zu einem Problem. Besonders betroffen sind Geringverdiener,
Alleinerziehende und Rentner, sagt der Leiter des Pestel-Instituts,
Matthias Günther. Das Institut hat in einer aktuellen Studie die sozialen
Kriterien des Mietwohnungsmarktes untersucht.
Sozialwohnbung. Foto: Pestel-Institut Hannover
Dabei kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass rund 8.280 Haushalte
im Kyffhäuserkreis Anspruch auf eine Sozialwohnung haben. Zu diesen
Haushalten mit niedrigem Einkommen gehören Hartz-IV-Empfänger und
Wohngeldbezieher. Ebenso Erwerbsunfähige und ältere Menschen, die von der
staatlichen Grundsicherung leben. Landesweit haben nach Angaben des
Pestel-Instituts gerade einmal 59 Prozent dieser Haushalte überhaupt die
Chance, eine Sozialmietwohnung zu bekommen. Der Grund: Seit Jahren schrumpft
der soziale Wohnungsbau – ein bundesweiter Trend.
Das Problem der Haushalte mit geringem Budget im Kyffhäuserkreis ist in
erster Linie allerdings nicht die Kaltmiete. Was wesentlich stärker aufs
Portemonnaie drückt, sind die Nebenkosten – als ‚zweite Miete’. Hier
insbesondere die steigenden Heizkosten, so Günther. Längst nicht alle
Mietwohnungen seien energetisch saniert. Es habe sich hier zwar viel getan.
Trotzdem gebe es immer noch Miethäuser mit Energielöchern – Wohnungen als
Wärmeschleudern. Fehlende Isolierungen und veraltete Heizungsanlagen machen
das Wohnen immer teurer, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut.
Darüber hinaus sei nur ein Bruchteil der Mietwohnungen im Kyffhäuserkreis
altersgerecht saniert. Enge Türen, durch die weder Rollator noch Rollstuhl
passen, fehlende Aufzüge, Schwellen ... – viele ältere Menschen müssen
früher oder später ihre Wohnungen verlassen, weil sie nicht seniorengerecht
umgebaut wurden.
Betroffen sind insbesondere die Menschen, die vor der Rente stehen, aber
heute bereits von Hartz IV leben müssen. Ihnen droht Altersarmut, so
Matthias Günther. Im Kyffhäuserkreis beziehen nach Angaben des
Pestel-Instituts derzeit rund 1.380 Menschen Hartz IV, die in den kommenden
zehn Jahren das Rentenalter erreichen werden. Der aktuelle Trend setze sich
damit fort: Es werde auch künftig immer mehr Menschen mit Altersarmut geben.
Gerade für sie müssten dringend energetisch und altersgerecht sanierte
Wohnungen geschaffen werden. Dies wiederum werde ohne eine effektive
staatliche Förderung allerdings nicht gelingen, macht die
Wohnungsbau-Initiative deutlich. Sie hatte das Pestel-Institut mit der
Studie beauftragt.
Zur Wohnungsbau-Initiative haben sich neben der Industriegewerkschaft
Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und
Ingenieure (BDB), die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau
(DGfM) und der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB)
zusammengeschlossen.
Gemeinsam fordern sie für das energieeffiziente Bauen und Sanieren bessere
steuerliche Anreize und mehr KfW-Fördermittel. Bereits für das kommende Jahr
müsse der Bund hierfür mindestens 3 Milliarden Euro bereitstellen.
Mittelfristig seien sogar 5 Milliarden Euro als feste Position im Bundeshalt
notwendig.
Zudem müsse das KfW-Programm für das altersgerechte Bauen und Sanieren
wieder reaktiviert werden – mit jährlich mindestens 100 Millionen Euro für
die kommenden Jahre. Hier dürfe der Bund nicht nur zinsgünstige Kredite
fördern. Auch ein direkter Zuschuss sei für das altersgerechte Umbauen
notwendig. Denn kaum ein 65- oder 70-jähriger Wohnungseigentümer ist bereit,
sich in dem Alter noch an einen Kredit mit längerer Laufzeit zu binden.
Viele würden diesen nicht einmal bekommen, so die Wohnungsbau-Initiative.
An die heimischen Bundestagsabgeordneten appelliert die Initiative, sich in
Berlin bei den laufenden Haushaltsberatungen für das kommende Jahr für eine
deutliche Aufstockung der Gelder für das energetische und altersgerechte
Bauen und Sanieren stark zu machen. In einem Schreiben an die Parlamentarier
aller Fraktionen macht die Wohnungsbau-Initiative deutlich, dass es eine
der drängendsten sozialen Herausforderungen sei, bezahlbaren Wohnraum zu
schaffen.
Pestel-Institut
Hannover

