Biotope begutachtet
Mittwoch, 17. Oktober 2012, 17:10 Uhr
Anfang der Woche waren Ulrich Henze, Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde des Kyffhäuserkreises, mit Revierförster Ralf Hubert vom Thüringer Forstamt Oldisleben im Revier Jecha auf der Hainleite unterwegs. Ziel waren Raritäten des Buchenwaldes, kleine ökologische Schatzkästchen mitten im Wald: mit Wasser gefüllte Erdfälle.
In den letzten Wochen investierte das Forstamt Oldisleben allein in diesem Revier 12.000 €. Forstwirte des Forstamtes wurden beauftragt, diese Biotope wieder herzurichten. "Da haben Sie und Ihre Männer hervorragende Arbeit geleistet" lobte der Naturschützer Ulrich Henze den Förster.
Sieht schlimm aus, hilft aber bedrohten Tieren und Pflanzen
Was auf den ersten Blick wie eine gewaltsame Zerstörung aussieht und sicher viele unbedarfte Waldbesucher verärgern würde, dient in Wahrheit dem Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Aus einigen Tümpeln wurden partiell Schlick und Verwesungsreste entnommen. So soll die Verlandung des Teiches aufgehalten werden. Andere wurden von störender Vegetation befreit. Der sich ausbreitende Wald verhinderte die Sonneneinstrahlung. Darum fühlen sich bestimmte Amphibien nicht mehr wohl.
Einer der größten und bekanntesten Tümpel der Hainleite, der "Schwuckensee" ist ein Hort der Artenvielfalt.
Das alles geschah natürlich mit Augenmaß, denn auch Schlick und Uferpflanzen sind Lebensraum für Organismen. Besonderes Augenmerk legte Herr Henze z.B. auf den "Kleinen Igelkolben" (Sparganium minimum). Dieses 15 cm hohe Sumpfgras wurde Ende des 18. Jahrhunderts in der Hainleite das erste Mal beschrieben.
"Igelkoben" Bedroht aber gefördert - deutlich die "igelige" Frucht des Kleinen Igelkolbens
Heute steht es auf der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Es braucht zum Keimen nackten Sumpfboden. Den gab es so bis vor wenigen Wochen in den Feuchtbiotopen nicht mehr. Dieser und anderen Arten zu helfen ist eine gesetzliche Aufgabe des Forstes, dem die Forstbeamten und Angestellten immer wieder gerne nachkommen. Nicht umsonst haben sie sich dereinst für den grünen Beruf entschieden.
Martin Went
Forstreferendar
Autor: khhIn den letzten Wochen investierte das Forstamt Oldisleben allein in diesem Revier 12.000 €. Forstwirte des Forstamtes wurden beauftragt, diese Biotope wieder herzurichten. "Da haben Sie und Ihre Männer hervorragende Arbeit geleistet" lobte der Naturschützer Ulrich Henze den Förster.
Sieht schlimm aus, hilft aber bedrohten Tieren und Pflanzen
Was auf den ersten Blick wie eine gewaltsame Zerstörung aussieht und sicher viele unbedarfte Waldbesucher verärgern würde, dient in Wahrheit dem Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Aus einigen Tümpeln wurden partiell Schlick und Verwesungsreste entnommen. So soll die Verlandung des Teiches aufgehalten werden. Andere wurden von störender Vegetation befreit. Der sich ausbreitende Wald verhinderte die Sonneneinstrahlung. Darum fühlen sich bestimmte Amphibien nicht mehr wohl.
Einer der größten und bekanntesten Tümpel der Hainleite, der "Schwuckensee" ist ein Hort der Artenvielfalt.
Das alles geschah natürlich mit Augenmaß, denn auch Schlick und Uferpflanzen sind Lebensraum für Organismen. Besonderes Augenmerk legte Herr Henze z.B. auf den "Kleinen Igelkolben" (Sparganium minimum). Dieses 15 cm hohe Sumpfgras wurde Ende des 18. Jahrhunderts in der Hainleite das erste Mal beschrieben.
"Igelkoben" Bedroht aber gefördert - deutlich die "igelige" Frucht des Kleinen Igelkolbens
Heute steht es auf der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Es braucht zum Keimen nackten Sumpfboden. Den gab es so bis vor wenigen Wochen in den Feuchtbiotopen nicht mehr. Dieser und anderen Arten zu helfen ist eine gesetzliche Aufgabe des Forstes, dem die Forstbeamten und Angestellten immer wieder gerne nachkommen. Nicht umsonst haben sie sich dereinst für den grünen Beruf entschieden.
Martin Went
Forstreferendar



