Nachdenkliches mit Situationskomik
Sonntag, 21. Oktober 2012, 11:29 Uhr
Zehn Jahre Hospiz Sondershausen wurde gestern mit einem eindrücklichem Theaterstück begangen. Dazu erreichte kn folgender Bericht...
Das alte Ehepaar Alice und Jules haben allmorgendlich ein Ritual – das Knattern der Kaffemaschine und der Duft des Kaffees, den Jules gekocht hat, wecken Alice. So auch an diesem Wintermorgen – doch dann ist alles anders. Jules sitzt leblos im Sessel! Alice beschließt, diesen Tag allein mit ihrem verstorbenen Mann zu verbringen. Immerhin gibt es nach 52 Ehejahren einiges zu klären, was nun endlich ausgesprochen werden muss: Rituale, Liebe, Verrat und Verlust.
Daraus entwickelt sich ein Monolog, bei dem Alice das gemeinsam lange Leben Revue passieren lässt – mit allen Höhen und Tiefen. Der normalerweise nach Ableben eines Menschen in Gang gesetzte Prozess vom Arzt bis zum Bestattungsunternehmer wird von Alice für 24 Stunden außer Kraft gesetzt und sie hält Totenwache, verbunden mit dem Entschluss, dass vorerst niemand vom Ende ihres Mannes erfahren soll. Scheinbar kompliziert wird die Situation, als David, ein autistischer Nachbarjunge, auftaucht und dann doch ganz anders auf die sich ihm stellende Lage reagiert als erwartet.
Das Duo Mirabelle aus Tübingen brachte anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Hospizgruppe Sondershausen diese Novelle von Diane Broeckhoven am 20. Oktober 2012 eindrucksvoll auf die Bühne. Die Schauspielerinnen Mirjam Orlowsky und Isabelle Guidi setzten das ungewöhnliche Buch der niederländischen Autorin sehr eindrücklich um und ließen die knapp hundert Besucher im Carl-Schroeder-Saal an den Erinnerungen und dem Leben der alten Dame Alice teilhaben.
Trotz aller Ernsthaftigkeit der Thematik brachten die beiden Schauspielerinnen auch immer wieder Situationskomik und Ironie ins Spiel und lösten so manche für die Besucher beklemmende Situation. Nach einer guten Stunde Lebenserinnerungen und Rückblicken empfingen Mirjam Orlowsky und Isabelle Guidi reichlich Applaus vom Publikum, das aus dem Raum Sondershausen, Sömmerda, Artern, Eichsfeld und Sangerhausen angereist war durchweg die schauspielerischen Leistungen sowie die nachwirkende Bühnenumsetzung lobte.
Die zunächst geplante Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen der Hospizgruppe Sondershausen wurde infolge Todesfalls sowie Krankheit auf einen späteren Termin verschoben.
Text und Foto: Sabine Schmölling
Hospiz Artern
Autor: khhDas alte Ehepaar Alice und Jules haben allmorgendlich ein Ritual – das Knattern der Kaffemaschine und der Duft des Kaffees, den Jules gekocht hat, wecken Alice. So auch an diesem Wintermorgen – doch dann ist alles anders. Jules sitzt leblos im Sessel! Alice beschließt, diesen Tag allein mit ihrem verstorbenen Mann zu verbringen. Immerhin gibt es nach 52 Ehejahren einiges zu klären, was nun endlich ausgesprochen werden muss: Rituale, Liebe, Verrat und Verlust.
Daraus entwickelt sich ein Monolog, bei dem Alice das gemeinsam lange Leben Revue passieren lässt – mit allen Höhen und Tiefen. Der normalerweise nach Ableben eines Menschen in Gang gesetzte Prozess vom Arzt bis zum Bestattungsunternehmer wird von Alice für 24 Stunden außer Kraft gesetzt und sie hält Totenwache, verbunden mit dem Entschluss, dass vorerst niemand vom Ende ihres Mannes erfahren soll. Scheinbar kompliziert wird die Situation, als David, ein autistischer Nachbarjunge, auftaucht und dann doch ganz anders auf die sich ihm stellende Lage reagiert als erwartet.
Das Duo Mirabelle aus Tübingen brachte anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Hospizgruppe Sondershausen diese Novelle von Diane Broeckhoven am 20. Oktober 2012 eindrucksvoll auf die Bühne. Die Schauspielerinnen Mirjam Orlowsky und Isabelle Guidi setzten das ungewöhnliche Buch der niederländischen Autorin sehr eindrücklich um und ließen die knapp hundert Besucher im Carl-Schroeder-Saal an den Erinnerungen und dem Leben der alten Dame Alice teilhaben.
Trotz aller Ernsthaftigkeit der Thematik brachten die beiden Schauspielerinnen auch immer wieder Situationskomik und Ironie ins Spiel und lösten so manche für die Besucher beklemmende Situation. Nach einer guten Stunde Lebenserinnerungen und Rückblicken empfingen Mirjam Orlowsky und Isabelle Guidi reichlich Applaus vom Publikum, das aus dem Raum Sondershausen, Sömmerda, Artern, Eichsfeld und Sangerhausen angereist war durchweg die schauspielerischen Leistungen sowie die nachwirkende Bühnenumsetzung lobte.
Die zunächst geplante Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen der Hospizgruppe Sondershausen wurde infolge Todesfalls sowie Krankheit auf einen späteren Termin verschoben.
Text und Foto: Sabine Schmölling
Hospiz Artern

