Behinderte doppelt benachteiligt
Montag, 22. Oktober 2012, 11:10 Uhr
Es gibt leider immer wieder Probleme, wenn Naturschutz und Umweltschutz kollidieren. Am Wochenende hat kn leider wieder so einen Fall erlebt. Behinderte Menschen werden regelrecht von der Kranichbeobachtung ausgeschlossen oder müssen lange Umwege in Kauf nehmen.
Bei diesem Foto geht es nicht etwa um die Seenlandschaft Kelbra, sondern nur um einen sehr beliebten Wanderweg vom Stausee Kelbra in Richtung Numburg , Vogelbeobachtungsstation und Auleben. Obwohl es in der letzten Zeit nicht viele Niederschläge gab, ist das erste Teilstück des Weges in einem sehr schlechten Zustand. Wegen ständiger Beschattung bleiben Pfützen fast ständig gefüllt. Und es ist leider nicht die einzelne Stelle. Fast der ganze Weg der rechts und links in dem Teil mit Bäumen bestanden ist, sieht an vielen Stellen so aus.
Für einem Wanderer sind solche Stellen nicht das große Problem, der stellt sich auf so etwas ein. Auch für die Radwanderer ist es nicht das große Problem. Dieser Weg ist Teil des ausgeschilderten K3 Radweges Sondershausen - Auleben - Kelbra - Barbarossahöhle - Sondershausen.
Da die Auswaschungen teils sehr tief sind, haben aber Behinderte ihre Probleme wenn sie mit Rollstuhl oder gar elektrischem Rollstuhl unterwegs sind, um durch diese Pfützenlandschaft zu kommen. Da fragt man sich, haben behinderte Menschen kein Recht mal zu sehen, wie sich am Stausee die Kraniche sammeln? Muss man den behinderten wirklich zu muten, den weiten Umweg zu wählen, um über Auleben etwas besser an die Beobachtungspunkte zu kommen?
Nun, etwas besser ist allerdings relativ. Von Auleben aus wird man als Rollstuhlfahrer auch kräftig durchgeschüttelt, aber man muss wenigstens nicht befürchten, auch noch stecken zu bleiben.
Nun könnte man auf den Gedanken kommen, tatsächlich mal den Weg durch das nasse Waldstück etwas auszubessern. Aber da hat man die sprichwörtliche Rechnung ohne den Wirt, sprich Umweltamt Kyffhäuserkreis gemacht. In einem Gespräch mit dem Leiter des Umweltamtes Kyffhäuserkreis, Dr. Michael Fruth, in dessen Zuständigkeitsbereich dieser Wegeabschnitt verläuft, schloss anfänglich kategorisch aus, dass an diesem Weg auch nur die kleinste Reparatur gemacht wird. Einzige Begründung, es ist Naturschutzgebiet und eigentlich wollen wir dort überhaupt keine Leute haben!
Ja, sehen lesen richtig. Auch Wanderer und gar Radwanderer sind eigentlich auch nicht so gern gesehen. Zu was dann die Vogelbeobachtungsstation hingestellt wurde bleibt wohl unergründlich. Erst nach dem Einwand von kn, bei einem ausgebesserten Weg geht mit Sicherheit die wenigste Gefahr von den behinderten Menschen aus, gab es ein leichtes Einlenken. Dr. Fruth sicherte zu, gemeinsam mit dem zuständigen Forstamtsleiter ein Befahrung durchzuführen, um aus zu loten, ob nicht doch etwas gemacht werden kann.
Leider zeigt gerade wieder dieses Beispiel in seiner krassen Form, dass selbst in einem Landkreis, der sich den Tourismus auf die Fahnen geschrieben hat, Tourismus und Naturschutz offensichtlich nicht Hand in Hand arbeiten.
Es wird das Geheimnis des Umweltamtes bleiben, warum so ein interessanter touristischer Weg nicht in sandgeschlämmter Form ausgebaut werden kann, damit Wanderer, Radfahrer und behinderte Menschen die Natur genießen können, zumal praktisch kaum Höhenunterschiede überwunden werden müssen. Hier soll also keine Autobahn entstehen, damit man das richtig einordnet. Oder nutzt man es gar nur als Ausrede, weil man kein Geld hat?
Eine Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen Nordhausen und Kyffhäuserkreis täte sicherlich gut, um sich mal intensiv mit dem Zusammenhang Tourismus und Naturschutz zusammen zu tun, um zu sehen, was kann man in diesem Gebiet machen. Schon im Gebiet Nordhausen befindet sich dieser angefangene Ausbau dieses Weges. Sieht aus, als ob man zu DDR-Zeiten schon etwas machen wollte.
Ist nur noch die Frage, liegen hier die Schlackesteine noch rum, weil man etwas bauen wollte, oder sind es die Überreste der Wegebefestigung die bereits zurückgebaut wurden? Ist sogar ein Wunder, dass da überhaupt noch Steine liegen und die nicht schon längst geklaut wurden.
Bleibt also abzuwarten, wie sich das ganze Problem entwickelt.
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khhBei diesem Foto geht es nicht etwa um die Seenlandschaft Kelbra, sondern nur um einen sehr beliebten Wanderweg vom Stausee Kelbra in Richtung Numburg , Vogelbeobachtungsstation und Auleben. Obwohl es in der letzten Zeit nicht viele Niederschläge gab, ist das erste Teilstück des Weges in einem sehr schlechten Zustand. Wegen ständiger Beschattung bleiben Pfützen fast ständig gefüllt. Und es ist leider nicht die einzelne Stelle. Fast der ganze Weg der rechts und links in dem Teil mit Bäumen bestanden ist, sieht an vielen Stellen so aus.
Für einem Wanderer sind solche Stellen nicht das große Problem, der stellt sich auf so etwas ein. Auch für die Radwanderer ist es nicht das große Problem. Dieser Weg ist Teil des ausgeschilderten K3 Radweges Sondershausen - Auleben - Kelbra - Barbarossahöhle - Sondershausen.
Da die Auswaschungen teils sehr tief sind, haben aber Behinderte ihre Probleme wenn sie mit Rollstuhl oder gar elektrischem Rollstuhl unterwegs sind, um durch diese Pfützenlandschaft zu kommen. Da fragt man sich, haben behinderte Menschen kein Recht mal zu sehen, wie sich am Stausee die Kraniche sammeln? Muss man den behinderten wirklich zu muten, den weiten Umweg zu wählen, um über Auleben etwas besser an die Beobachtungspunkte zu kommen?
Nun, etwas besser ist allerdings relativ. Von Auleben aus wird man als Rollstuhlfahrer auch kräftig durchgeschüttelt, aber man muss wenigstens nicht befürchten, auch noch stecken zu bleiben.
Nun könnte man auf den Gedanken kommen, tatsächlich mal den Weg durch das nasse Waldstück etwas auszubessern. Aber da hat man die sprichwörtliche Rechnung ohne den Wirt, sprich Umweltamt Kyffhäuserkreis gemacht. In einem Gespräch mit dem Leiter des Umweltamtes Kyffhäuserkreis, Dr. Michael Fruth, in dessen Zuständigkeitsbereich dieser Wegeabschnitt verläuft, schloss anfänglich kategorisch aus, dass an diesem Weg auch nur die kleinste Reparatur gemacht wird. Einzige Begründung, es ist Naturschutzgebiet und eigentlich wollen wir dort überhaupt keine Leute haben!
Ja, sehen lesen richtig. Auch Wanderer und gar Radwanderer sind eigentlich auch nicht so gern gesehen. Zu was dann die Vogelbeobachtungsstation hingestellt wurde bleibt wohl unergründlich. Erst nach dem Einwand von kn, bei einem ausgebesserten Weg geht mit Sicherheit die wenigste Gefahr von den behinderten Menschen aus, gab es ein leichtes Einlenken. Dr. Fruth sicherte zu, gemeinsam mit dem zuständigen Forstamtsleiter ein Befahrung durchzuführen, um aus zu loten, ob nicht doch etwas gemacht werden kann.
Leider zeigt gerade wieder dieses Beispiel in seiner krassen Form, dass selbst in einem Landkreis, der sich den Tourismus auf die Fahnen geschrieben hat, Tourismus und Naturschutz offensichtlich nicht Hand in Hand arbeiten.
Es wird das Geheimnis des Umweltamtes bleiben, warum so ein interessanter touristischer Weg nicht in sandgeschlämmter Form ausgebaut werden kann, damit Wanderer, Radfahrer und behinderte Menschen die Natur genießen können, zumal praktisch kaum Höhenunterschiede überwunden werden müssen. Hier soll also keine Autobahn entstehen, damit man das richtig einordnet. Oder nutzt man es gar nur als Ausrede, weil man kein Geld hat?
Eine Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen Nordhausen und Kyffhäuserkreis täte sicherlich gut, um sich mal intensiv mit dem Zusammenhang Tourismus und Naturschutz zusammen zu tun, um zu sehen, was kann man in diesem Gebiet machen. Schon im Gebiet Nordhausen befindet sich dieser angefangene Ausbau dieses Weges. Sieht aus, als ob man zu DDR-Zeiten schon etwas machen wollte.
Ist nur noch die Frage, liegen hier die Schlackesteine noch rum, weil man etwas bauen wollte, oder sind es die Überreste der Wegebefestigung die bereits zurückgebaut wurden? Ist sogar ein Wunder, dass da überhaupt noch Steine liegen und die nicht schon längst geklaut wurden.
Bleibt also abzuwarten, wie sich das ganze Problem entwickelt.
Karl-Heinz Herrmann




