Steigender Krankenstand
Freitag, 09. November 2012, 08:41 Uhr
Im Kyffhäuserkreis und im Landkreis Nordhausen steigt der Krankenstand. Seelenleiden nehmen stark zu - Stress im Job erhöht Herzinfarkt-Risiko. Das sind Schlussfolgerungen die man aus einer Studie der DAK ziehen, die in Thüringen durchgeführt worden war...
Der Krankenstand im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis ist 2011 gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,6 Prozentpunkte zu, während sie im Land Thüringen insgesamt um 0,3 Prozentpunkte stiegen. Mit 4,9 Prozent hatte die Region einen deutlich höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt mit 4,5 Prozent.
Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1.000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 49 krankgeschrieben. Der höchste Wert in Thüringen wurde mit 5,2 Prozent in Eisenach und dem Wartburgkreis verzeichnet, der niedrigste mit 3,7 Prozent in Jena. Damit stieg der Krankenstand in den letzten Jahren kontinuierlich an, von 4,1 Prozent (2009) über 4,3 Prozent (2010) bis zu den 4,9 Prozent.
Der Leiter der Geschäftsstelle Artern/Nordhausen/Sondershausen, Jörn Sola, stellte gestern in Sondershausen die umfangreiche Studie vor.
Wie aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport für die Kreise hervorgeht, stiegen im Vergleich zum Vorjahr bei den häufigsten Diagnosen die Ausfalltage an. Den deutlichsten Zuwachs gab es mit über 29 Prozent bei psychischen Krankheiten wie Depressionen und andere Seelenleiden. Der Anstieg geht in erster Linie auf eine längere Behandlungsdauer je Fall, aber auch auf einen Zuwachs der Erkrankungen an sich zurück.
Im Landesvergleich liegen die Fehlzeiten hier jedoch immer noch am niedrigsten. Der Arbeitsausfall wegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenleiden nahm um fast 27 Prozent zu. Diese Diagnose-Gruppe bleibt damit häufigste Ursache für Krankschreibungen in der Region. Fast jeder vierte Fehltag geht auf ihr Konto.
"Der Krankenstand in der Region zeigt Handlungsbedarf auf", kommentierte Jörn Sola von der DAK-Gesundheit die Ergebnisse. "Gesund leben und arbeiten gehören eng zusammen. Im Alltag ist es wichtig, dass sich die Menschen richtig ernähren, entspannen und bewegen. Die Arbeitgeber können über ein Gesundheitsmanagement den Krankenstand im Unternehmen beeinflussen. Aktuelle Studien zeigen, wie gezielte Rücken- oder Anti-Stress-Kurse positiv wirken. In Sachen betrieblicher Prävention beraten und unterstützen wir gerne."
Einen besonderen Akzent setzt die Krankenkasse 2012 mit einer neuen Aufklärungskampagne: Im Beruf lauern bislang unbekannte Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Nach aktuellen Gesundheitsstatistiken ist der Infarkt die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. In Thüringen verstarben im Jahr 2010 insgesamt 1.970 Personen an einem Herzinfarkt. Bislang wurden zur Vorbeugung vor allem die klassischen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht beachtet. Der neue DAK-Gesundheitsreport zeigt dagegen auf, dass auch Stress und Frust im Beruf das Infarkt-Risiko deutlich erhöhen können. "Herzinfarkte sind schon lange keine Managerkrankheit mehr", sagt Sola.
Fehlende Belohnung im Beruf macht krank
Nach einer repräsentativen Untersuchung leiden in Thüringen 13,9 Prozent der Berufstätigen an einer sogenannten beruflichen Gratifikationskrise. "Die Menschen haben Stress im Job, weil sie sich für ihre Anstrengungen im Beruf nicht ausreichend belohnt fühlen", erklärt Jörn Sola von der DAK-Gesundheit. "Dadurch verdoppelt sich bei den Betroffenen das Risiko für eine schwere Herzerkrankung." Während bundesweit vor allem Facharbeiter und Arbeiter an dieser Krise leiden, sind Selbstständige und Freiberufler nur selten betroffen.
Bei der Belohung spielen vor allem das Gehalt, die Anerkennung durch Vorgesetzte und ein sicherer Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Als Belastungen werden Zeitdruck, Störungen und vermehrtes Arbeitsvolumen genannt. Sind erlebte Belastungen und Belohnungen nicht mehr ausgeglichen, sprechen Experten von "Gratifikationskrise". Jeder zweite Betroffene schätzt auch seinen Gesundheitszustand als schlechter ein. Tatsächlich leiden die Personen häufiger unter Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit.
Betriebliches Gesundheitsmanagement nutzen
"Obwohl diese sehr gestressten Arbeitnehmer ihr erhöhtes Gefährdungspotential kennen, kümmern sie sich nicht stärker um ihre Gesundheit", betont Sola. "Hier sollten Unternehmen mit ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement ansetzen, um die Betroffenen zu unterstützen." Die DAK-Gesundheit empfiehlt Arbeitnehmern außerdem neue Internetangebote zur Entspannung und zur besseren Bewältigung des Alltags. Informationen gibt es in jedem Servicezentrum der Krankenkasse oder unter www.dak.de
Die DAK-Gesundheit hat rund 177.000 Versicherte im Land Thüringen, davon rund 10.000 im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis. Den gesamten Gesundheitsreport mit vielen interessanten Detailinformationen finden Sie in der beiliegenden Anlage:
Autor: khhDer Krankenstand im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis ist 2011 gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,6 Prozentpunkte zu, während sie im Land Thüringen insgesamt um 0,3 Prozentpunkte stiegen. Mit 4,9 Prozent hatte die Region einen deutlich höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt mit 4,5 Prozent.
Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1.000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 49 krankgeschrieben. Der höchste Wert in Thüringen wurde mit 5,2 Prozent in Eisenach und dem Wartburgkreis verzeichnet, der niedrigste mit 3,7 Prozent in Jena. Damit stieg der Krankenstand in den letzten Jahren kontinuierlich an, von 4,1 Prozent (2009) über 4,3 Prozent (2010) bis zu den 4,9 Prozent.
Der Leiter der Geschäftsstelle Artern/Nordhausen/Sondershausen, Jörn Sola, stellte gestern in Sondershausen die umfangreiche Studie vor.
Wie aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport für die Kreise hervorgeht, stiegen im Vergleich zum Vorjahr bei den häufigsten Diagnosen die Ausfalltage an. Den deutlichsten Zuwachs gab es mit über 29 Prozent bei psychischen Krankheiten wie Depressionen und andere Seelenleiden. Der Anstieg geht in erster Linie auf eine längere Behandlungsdauer je Fall, aber auch auf einen Zuwachs der Erkrankungen an sich zurück.
Im Landesvergleich liegen die Fehlzeiten hier jedoch immer noch am niedrigsten. Der Arbeitsausfall wegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenleiden nahm um fast 27 Prozent zu. Diese Diagnose-Gruppe bleibt damit häufigste Ursache für Krankschreibungen in der Region. Fast jeder vierte Fehltag geht auf ihr Konto.
"Der Krankenstand in der Region zeigt Handlungsbedarf auf", kommentierte Jörn Sola von der DAK-Gesundheit die Ergebnisse. "Gesund leben und arbeiten gehören eng zusammen. Im Alltag ist es wichtig, dass sich die Menschen richtig ernähren, entspannen und bewegen. Die Arbeitgeber können über ein Gesundheitsmanagement den Krankenstand im Unternehmen beeinflussen. Aktuelle Studien zeigen, wie gezielte Rücken- oder Anti-Stress-Kurse positiv wirken. In Sachen betrieblicher Prävention beraten und unterstützen wir gerne."
Einen besonderen Akzent setzt die Krankenkasse 2012 mit einer neuen Aufklärungskampagne: Im Beruf lauern bislang unbekannte Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Nach aktuellen Gesundheitsstatistiken ist der Infarkt die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. In Thüringen verstarben im Jahr 2010 insgesamt 1.970 Personen an einem Herzinfarkt. Bislang wurden zur Vorbeugung vor allem die klassischen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Übergewicht beachtet. Der neue DAK-Gesundheitsreport zeigt dagegen auf, dass auch Stress und Frust im Beruf das Infarkt-Risiko deutlich erhöhen können. "Herzinfarkte sind schon lange keine Managerkrankheit mehr", sagt Sola.
Fehlende Belohnung im Beruf macht krank
Nach einer repräsentativen Untersuchung leiden in Thüringen 13,9 Prozent der Berufstätigen an einer sogenannten beruflichen Gratifikationskrise. "Die Menschen haben Stress im Job, weil sie sich für ihre Anstrengungen im Beruf nicht ausreichend belohnt fühlen", erklärt Jörn Sola von der DAK-Gesundheit. "Dadurch verdoppelt sich bei den Betroffenen das Risiko für eine schwere Herzerkrankung." Während bundesweit vor allem Facharbeiter und Arbeiter an dieser Krise leiden, sind Selbstständige und Freiberufler nur selten betroffen.
Bei der Belohung spielen vor allem das Gehalt, die Anerkennung durch Vorgesetzte und ein sicherer Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Als Belastungen werden Zeitdruck, Störungen und vermehrtes Arbeitsvolumen genannt. Sind erlebte Belastungen und Belohnungen nicht mehr ausgeglichen, sprechen Experten von "Gratifikationskrise". Jeder zweite Betroffene schätzt auch seinen Gesundheitszustand als schlechter ein. Tatsächlich leiden die Personen häufiger unter Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit.
Betriebliches Gesundheitsmanagement nutzen
"Obwohl diese sehr gestressten Arbeitnehmer ihr erhöhtes Gefährdungspotential kennen, kümmern sie sich nicht stärker um ihre Gesundheit", betont Sola. "Hier sollten Unternehmen mit ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement ansetzen, um die Betroffenen zu unterstützen." Die DAK-Gesundheit empfiehlt Arbeitnehmern außerdem neue Internetangebote zur Entspannung und zur besseren Bewältigung des Alltags. Informationen gibt es in jedem Servicezentrum der Krankenkasse oder unter www.dak.de
Die DAK-Gesundheit hat rund 177.000 Versicherte im Land Thüringen, davon rund 10.000 im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis. Den gesamten Gesundheitsreport mit vielen interessanten Detailinformationen finden Sie in der beiliegenden Anlage:
Downloads:
- DAK Gesundheitsreport (433 kByte)





