Auf gutem Weg
Mittwoch, 14. November 2012, 18:16 Uhr
Politiker aus dem Kyffhäuserkreis informierten sich heute im Jobcenter in Sondershausen über das Arbeitsbündnis "Jugend & Beruf" im Kyffhäuserkreis.
Das Arbeitsbündnis "Jugend & Beruf" hat zum Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe, Berufsberatung und Grundsicherung im Bereich U25 zu optimieren. Die Arbeitsbündnisse sind im Jahr 2010 auf Initiative der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen wurden und werden vor Ort durch Vertreter/innen der drei Rechtskreise umgesetzt. Im Rahmen des Projektes entstand ein "Arbeitskoffer", welcher gezielte Hilfestellung und Anregungen für regionale Akteure gibt, die bei der Integration, mit speziellem Augenmerk auf die Gruppe der sozial und individuell benachteiligten Jugendlichen, helfen.
Der Kyffhäuserkreis wurde im August 2010 als einer von sechs Modellstandorten bundesweit ausgewählt. Im Februar 2011 kamen weitere 14 Standorte hinzu. Im Jahr 2012 wurden die Arbeitsbündnisse und der "Arbeitskoffer" bundesweit eingeführt. Das Arbeitsbündnis "Jugend und Beruf im Kyffhäuserkreis" wird seine Arbeit auch über 2012 hinaus verstetigen.
Das Arbeitsbündnis arbeitet vor Ort sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene zusammen. So wurde am 3.1.2011 eine überarbeitete Ziel- und Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landkreis Kyffhäuserkreis, dem Jobcenter Kyffhäuserkreis und der Agentur für Arbeit Nordhausen unterzeichnet, die die Förderung der beruflichen und sozialen Integration, den Ausgleich sozialer Benachteiligungen und die Überwindung individueller Beeinträchtigungen von Jugendlichen als gemeinsame Aufgaben der Jugendhilfe, der Agenturen für Arbeit sowie der Träger der Grundsicherung definiert.
Die Kooperationsvereinbarung regelt, in welchen Feldern die jeweils beteiligten Rechtskreise wie zusammenarbeiten sollen. Dazu wird beispielsweise auf die gesetzlichen Aufträge/ die originären Aufgaben der beteiligten Kooperationspartner hingewiesen, die Überschneidungsbereiche der Leistungen SGB II, III und VIII werden dargelegt und eine Jahresarbeitskonzeption vorgeschlagen, welche Aktivitäten die Partner aller drei Rechtskreise unternehmen, um benachteiligte Jugendliche dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zugänglich zu machen.
Die Hauptbeteiligten an einem Tisch: Vom Jugendamt Janine Panse, der Projektleiter im Jobcenter Matthias Täckelburg, Gabriela Helbing Geschäftsführein operativ der Arbeitsagentur Nordhausen und die Geschäftsführerin des Jobcenters Kyffhäuserkreis Elisabeth Katzmann. Helbing gegenüber kn: In gemeinsamen Fallgesprächen ist es wichtig, dass jeder Beteiligte weiß, wie die anderen Teilnehmer ticken, wie man so schön sagt. Im Vordergrund steht aber klar, die Jugendlichen in Arbeit oder Ausbildung zu bringen.
Der Kyffhäuserkreis ist seit Jahren der Landkreis mit der höchsten Arbeitslosigkeit in Thüringen. Deshalb war es den Kooperationspartnern besonders wichtig, die Jugendarbeitslosigkeit deutlich zu reduzieren. Die Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit wurde zum Projektstart, ausgehend vom Jahresdurchschnitt 2009 zu 2012, als gemeinsames Ziel zwischen allen drei Sozialleistungsträgern festgelegt. Die Zielerreichung zum Jahresende 2012 zeichnet sich ab. Der Geschäftsführer der Arbeitsagentur Karsten Froböse und der damalige Vizelandrat Georg Schäfer hatten dieses ambitionierte Ziel ins Auge gefasst. Wie kn erfahren hat lag der Ausgangswert 2009 bei 659 Jugendlichen und die Zielstellung 2012 liegt bei 330 Jugendlichen, was nach Aussage der heute Beteiligten mit Sicherheit unterschritten wird.
Im Jahr 2011 rückte die Reduzierung der Schulabgänger/innen ohne Hauptschulabschluss als ein weiteres konkretes Ziel des Arbeitsbündnisses in den Fokus, um insbesondere Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf den Start ins Berufsleben zu erleichtern. Deshalb hat das Arbeitsbündnis 2012 die Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Nordthüringen verstärkt. Regelmäßig finden gemeinsame Gespräche zwischen Schulleitung, Beratungslehrer/in, Berufsberater/in und Sozialarbeiter/innen der Projekte an den Schulen statt, um ab der Klasse 7 Schüler/innen mit hohem Risiko eines fehlenden Hauptschulabschlusses zu identifizieren und individuelle Unterstützungsangebote zu entwickeln. Die Reduzierung der Schulabgänger/innen ohne Hauptschulabschluss bis zum Ende des Jahres 2013 auf 6,4% ist erklärtes Ziel.
In den jeweiligen Begleitausschüssen und/ oder Projektbeiräten der Programme und Projekte der Jugendsozialarbeit vor Ort sind die Vertreter/innen alle drei Rechtskreise aktiv beteiligt. Ebenso wird in Arbeitskreisen (z.B. Jugendhilfeausschuss, Arbeitskreis Jugendsozialarbeit) und Gremien (z.B. Örtlicher Beirat des Jobcenters Kyffhäuserkreis) zusammen gearbeitet.
Durch rechtskreisübergreifende Hospitationen und gemeinsame Fallbesprechungen wurde und wird den Fachkräften der 3 Rechtskreise ermöglicht, einen Blick in das tägliche Arbeitsfeld des Anderen zu werfen und ggf. für bestehende Zwänge und Begebenheiten zu sensibilisieren. Ebenso soll dadurch der Arbeitsalltag "persönlicher" gestaltet werden, in dem man ein Gesicht zu den Namen auf dem Papier oder zur Stimme am Telefon kennen lernt.
Erstmals im Juni 2011 wurde eine Übersicht zu allen aktuelle Programmen, Projekten und Aktivitäten am Übergang Schule-Ausbildung-Beruf im Kyffhäuserkreis zusammengestellt. Die Arbeitshilfe soll den Akteuren in der Agentur für Arbeit, Schwerpunkt Berufsberatung, dem Jobcenter, Schwerpunkt U25, dem Jugend- und Sozialamt und flankierenden Projekten und Maßnahmen der Beschäftigungsförderung junger benachteiligter Menschen eine schnelle Übersicht über aktuelle Aktivitäten im Landkreis in diesem Bereich verschaffen. Eine bessere Abstimmung der Maßnahmen und die Absprache der Akteure untereinander sollen zu einer bedarfs-gerechteren und zielgruppenorientierten Angebotspalette im Landkreis führen. Sie wird halbjährlich aktualisiert.
Am 19. Januar 2013 findet eine gemeinsame Jugendkonferenz zum Thema "Gemeinsam für Jugend und Zukunft im Kyffhäuserkreis" statt. Schwerpunkt werden Angebote am Übergang Schule - Ausbildung - Beruf für benachteiligte Jugendliche im Kyffhäuserkreis sein.
Der Kyffhäuserkreis wird im Arbeitsbündnis "Jugend und Beruf" die vereinbarten Ziele mit Nachdruck verfolgen, die Zusammenarbeit in bewährter Form fortführen und sukzessive optimieren. Die Prozesse am Übergang Schule-Ausbildung-Beruf sind sehr komplex und unterliegen ständigen Veränderungen. Somit muss der Erfolg des Bündnisses im Arbeitsalltag kontinuierlich neu gestaltet werden.
Nicht zuletzt wollen die beteiligten Akteure vor Ort mit ihrem Engagement auch einen Beitrag zur Vermeidung von Abwanderung leisten, um jungen Menschen gute berufliche und soziale Perspektiven im Kyffhäuserkreis bieten zu können.
SPD- Bundestagsmitglied Steffen-Claudio Lemme und der Bürgermeisterkandidat für Roßleben Steffen Sauerbier (SPD) informierten sich über die Arbeitsweise. Dabei erfuhren sie, dass es eben nicht irgend ein weiteres Projekt ist, sondern hier der Schwerpunkt auf dem Gebiet Kooperation liegt. Für das Arbeitsbündnis "Jugend & Beruf" im Kyffhäuserkreis fließen keine zusätzlichen Mittel oder Förderbeiträge, betonte Elisabeth Katzmann gegen über kn.
Das Arbeitsbündnis wird wohl in nächster Zeit noch um eine Säule erweitert werden. Wie Gabriela Helbing informierte, gibt es schon Gespräche mit dem Schulamt Nordthüringen, um für die Jugendlichen auch rechtzeitig die Schule mit einbeziehen zu können. Damit schließt sich auch der Kreis, da ja mit der 2. Chance und der Kompetenzagentur auch schon weitere Partner im Boot sitzen, eingeschlossen die neue Schulsozialarbeiterin Silvana Mittwoch, die seit Juli 2012 ihre Tätigkeit aufgenommen hat.
Autor: khhDas Arbeitsbündnis "Jugend & Beruf" hat zum Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe, Berufsberatung und Grundsicherung im Bereich U25 zu optimieren. Die Arbeitsbündnisse sind im Jahr 2010 auf Initiative der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen wurden und werden vor Ort durch Vertreter/innen der drei Rechtskreise umgesetzt. Im Rahmen des Projektes entstand ein "Arbeitskoffer", welcher gezielte Hilfestellung und Anregungen für regionale Akteure gibt, die bei der Integration, mit speziellem Augenmerk auf die Gruppe der sozial und individuell benachteiligten Jugendlichen, helfen.
Der Kyffhäuserkreis wurde im August 2010 als einer von sechs Modellstandorten bundesweit ausgewählt. Im Februar 2011 kamen weitere 14 Standorte hinzu. Im Jahr 2012 wurden die Arbeitsbündnisse und der "Arbeitskoffer" bundesweit eingeführt. Das Arbeitsbündnis "Jugend und Beruf im Kyffhäuserkreis" wird seine Arbeit auch über 2012 hinaus verstetigen.
Das Arbeitsbündnis arbeitet vor Ort sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene zusammen. So wurde am 3.1.2011 eine überarbeitete Ziel- und Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landkreis Kyffhäuserkreis, dem Jobcenter Kyffhäuserkreis und der Agentur für Arbeit Nordhausen unterzeichnet, die die Förderung der beruflichen und sozialen Integration, den Ausgleich sozialer Benachteiligungen und die Überwindung individueller Beeinträchtigungen von Jugendlichen als gemeinsame Aufgaben der Jugendhilfe, der Agenturen für Arbeit sowie der Träger der Grundsicherung definiert.
Die Kooperationsvereinbarung regelt, in welchen Feldern die jeweils beteiligten Rechtskreise wie zusammenarbeiten sollen. Dazu wird beispielsweise auf die gesetzlichen Aufträge/ die originären Aufgaben der beteiligten Kooperationspartner hingewiesen, die Überschneidungsbereiche der Leistungen SGB II, III und VIII werden dargelegt und eine Jahresarbeitskonzeption vorgeschlagen, welche Aktivitäten die Partner aller drei Rechtskreise unternehmen, um benachteiligte Jugendliche dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zugänglich zu machen.
Die Hauptbeteiligten an einem Tisch: Vom Jugendamt Janine Panse, der Projektleiter im Jobcenter Matthias Täckelburg, Gabriela Helbing Geschäftsführein operativ der Arbeitsagentur Nordhausen und die Geschäftsführerin des Jobcenters Kyffhäuserkreis Elisabeth Katzmann. Helbing gegenüber kn: In gemeinsamen Fallgesprächen ist es wichtig, dass jeder Beteiligte weiß, wie die anderen Teilnehmer ticken, wie man so schön sagt. Im Vordergrund steht aber klar, die Jugendlichen in Arbeit oder Ausbildung zu bringen.
Der Kyffhäuserkreis ist seit Jahren der Landkreis mit der höchsten Arbeitslosigkeit in Thüringen. Deshalb war es den Kooperationspartnern besonders wichtig, die Jugendarbeitslosigkeit deutlich zu reduzieren. Die Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit wurde zum Projektstart, ausgehend vom Jahresdurchschnitt 2009 zu 2012, als gemeinsames Ziel zwischen allen drei Sozialleistungsträgern festgelegt. Die Zielerreichung zum Jahresende 2012 zeichnet sich ab. Der Geschäftsführer der Arbeitsagentur Karsten Froböse und der damalige Vizelandrat Georg Schäfer hatten dieses ambitionierte Ziel ins Auge gefasst. Wie kn erfahren hat lag der Ausgangswert 2009 bei 659 Jugendlichen und die Zielstellung 2012 liegt bei 330 Jugendlichen, was nach Aussage der heute Beteiligten mit Sicherheit unterschritten wird.
Im Jahr 2011 rückte die Reduzierung der Schulabgänger/innen ohne Hauptschulabschluss als ein weiteres konkretes Ziel des Arbeitsbündnisses in den Fokus, um insbesondere Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf den Start ins Berufsleben zu erleichtern. Deshalb hat das Arbeitsbündnis 2012 die Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt Nordthüringen verstärkt. Regelmäßig finden gemeinsame Gespräche zwischen Schulleitung, Beratungslehrer/in, Berufsberater/in und Sozialarbeiter/innen der Projekte an den Schulen statt, um ab der Klasse 7 Schüler/innen mit hohem Risiko eines fehlenden Hauptschulabschlusses zu identifizieren und individuelle Unterstützungsangebote zu entwickeln. Die Reduzierung der Schulabgänger/innen ohne Hauptschulabschluss bis zum Ende des Jahres 2013 auf 6,4% ist erklärtes Ziel.
In den jeweiligen Begleitausschüssen und/ oder Projektbeiräten der Programme und Projekte der Jugendsozialarbeit vor Ort sind die Vertreter/innen alle drei Rechtskreise aktiv beteiligt. Ebenso wird in Arbeitskreisen (z.B. Jugendhilfeausschuss, Arbeitskreis Jugendsozialarbeit) und Gremien (z.B. Örtlicher Beirat des Jobcenters Kyffhäuserkreis) zusammen gearbeitet.
Durch rechtskreisübergreifende Hospitationen und gemeinsame Fallbesprechungen wurde und wird den Fachkräften der 3 Rechtskreise ermöglicht, einen Blick in das tägliche Arbeitsfeld des Anderen zu werfen und ggf. für bestehende Zwänge und Begebenheiten zu sensibilisieren. Ebenso soll dadurch der Arbeitsalltag "persönlicher" gestaltet werden, in dem man ein Gesicht zu den Namen auf dem Papier oder zur Stimme am Telefon kennen lernt.
Erstmals im Juni 2011 wurde eine Übersicht zu allen aktuelle Programmen, Projekten und Aktivitäten am Übergang Schule-Ausbildung-Beruf im Kyffhäuserkreis zusammengestellt. Die Arbeitshilfe soll den Akteuren in der Agentur für Arbeit, Schwerpunkt Berufsberatung, dem Jobcenter, Schwerpunkt U25, dem Jugend- und Sozialamt und flankierenden Projekten und Maßnahmen der Beschäftigungsförderung junger benachteiligter Menschen eine schnelle Übersicht über aktuelle Aktivitäten im Landkreis in diesem Bereich verschaffen. Eine bessere Abstimmung der Maßnahmen und die Absprache der Akteure untereinander sollen zu einer bedarfs-gerechteren und zielgruppenorientierten Angebotspalette im Landkreis führen. Sie wird halbjährlich aktualisiert.
Am 19. Januar 2013 findet eine gemeinsame Jugendkonferenz zum Thema "Gemeinsam für Jugend und Zukunft im Kyffhäuserkreis" statt. Schwerpunkt werden Angebote am Übergang Schule - Ausbildung - Beruf für benachteiligte Jugendliche im Kyffhäuserkreis sein.
Der Kyffhäuserkreis wird im Arbeitsbündnis "Jugend und Beruf" die vereinbarten Ziele mit Nachdruck verfolgen, die Zusammenarbeit in bewährter Form fortführen und sukzessive optimieren. Die Prozesse am Übergang Schule-Ausbildung-Beruf sind sehr komplex und unterliegen ständigen Veränderungen. Somit muss der Erfolg des Bündnisses im Arbeitsalltag kontinuierlich neu gestaltet werden.
Nicht zuletzt wollen die beteiligten Akteure vor Ort mit ihrem Engagement auch einen Beitrag zur Vermeidung von Abwanderung leisten, um jungen Menschen gute berufliche und soziale Perspektiven im Kyffhäuserkreis bieten zu können.
SPD- Bundestagsmitglied Steffen-Claudio Lemme und der Bürgermeisterkandidat für Roßleben Steffen Sauerbier (SPD) informierten sich über die Arbeitsweise. Dabei erfuhren sie, dass es eben nicht irgend ein weiteres Projekt ist, sondern hier der Schwerpunkt auf dem Gebiet Kooperation liegt. Für das Arbeitsbündnis "Jugend & Beruf" im Kyffhäuserkreis fließen keine zusätzlichen Mittel oder Förderbeiträge, betonte Elisabeth Katzmann gegen über kn.
Das Arbeitsbündnis wird wohl in nächster Zeit noch um eine Säule erweitert werden. Wie Gabriela Helbing informierte, gibt es schon Gespräche mit dem Schulamt Nordthüringen, um für die Jugendlichen auch rechtzeitig die Schule mit einbeziehen zu können. Damit schließt sich auch der Kreis, da ja mit der 2. Chance und der Kompetenzagentur auch schon weitere Partner im Boot sitzen, eingeschlossen die neue Schulsozialarbeiterin Silvana Mittwoch, die seit Juli 2012 ihre Tätigkeit aufgenommen hat.



