kyffhaeuser-nachrichten.de

Nachwuchs wird selbst ausgebildet

Donnerstag, 29. November 2012, 13:50 Uhr
Auf dem Arbeitsmarkt hat sich in puncto Arbeitslosenquote nicht viel für das Eichsfeld geändert. Die Zahlen liegen konstant bei 5,6, erklärte der Leiter der Agentur für Arbeit Nordhausen, Karsten Froböse, der am Vormittag zur monatlichen Veröffentlichung der Zahlen ins Eichsfeld gekommen war und zwar nach Holungen in den Gasthof am Sonnenstein…


Das hatte seinen besonderen Grund, denn der Gasthof gehört zur Redemann GmbH, die seit fast 80 Jahren eine sehr erfolgreiche Spedition führt und die heute ihre Erfahrungen darlegen wollte. Das Unternehmen wurde 1933 von Anna Redemann als Fuhrbetrieb gegründet, 1951 von August Redemann übernommen und seit 1982 von Günther Redemann in dritter Generation geführt. 1995 wurde die Redemann GmbH gegründet, fünf Jahre später kam der Umzug von Holungen nach Worbis. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 68 Mitarbeiter und hat sich als Ziel gesetzt, jedes Jahr zwei künftige Kraftfahrer und zwei Schlosser auszubilden. Die Firma hat mehrere Niederlassungen in Deutschland.

Spedition Redemann (Foto: Ilka Kühn) Spedition Redemann (Foto: Ilka Kühn)


Zwei der angehenden Kraftfahrer waren beim Termin dabei: Sebastian Limburg aus Nordhausen und Josef Roza aus Leinefelde. Beide sind seit August bei Redemann in der Ausbildung. Sebastian Limburg, 21 Jahre, ist froh, dass er hier ausgebildet wird. Es ist auch so, wie er sich die Ausbildung vorgestellt hat, vielleicht noch besser. Die Technik interessiere ihn, die verschiedenen Fahrzeuge, erklärte er.

Josef Roza, ebenfalls 21 Jahre, hat vor der Ausbildung ein Eignungspraktikum von zwei Wochen absolviert, um mal in den Beruf reinzuschnuppern. Er merkte gleich, dass es das Richtige für ihn sei. Die Technik, der Kontakt zum Kunden begeistern ihn. Beide machen jetzt ihren PKW-Führerschein, nächste Woche geht es los. Die Firma Redemann unterstützt ihre Auszubildenden auch hier. Und ausgebildet wird für den eigenen Bedarf, sagte Frank Kube, der Betriebsleiter der Redemann GmbH.

Spedition Redemann (Foto: Ilka Kühn) Spedition Redemann (Foto: Ilka Kühn)
v.li. Josef Roza, Frank Kube, Sebastian Limburg, Günther Redemann, Karsten Froböse und Dieter Redemann. Foto: Ilka Kühn

So haben die jungen Leute eine gute Chance, hier nicht nur einen Ausbildungsberuf zu finden, sondern auch später dann den Job. Den könne man heute bis zur Rente machen, denn das Berufsbild habe sich sehr geändert und die Arbeitsbedingungen sind nicht mehr mit denen früherer Jahre vergleichbar, ergänzte der Betriebsleiter.

So ist es auch kein Wunder, dass sich auch Frauen hinters Lenkrad von Brummis setzen. Bei der Firma Redemann ist es eine Kollegin, die momentan im Babyjahr ist, im nächsten Jahr aber wieder arbeiten möchte. Von der Umsetzung ist das kein Problem, sie hat einen normalen Arbeitstag und fährt mit dem 7,5-Tonner zu üblichen Arbeitszeiten am Tag im Nahverkehr.

Auszubildende zu finden, kann man nicht dem Zufall überlassen. Die Firma Redemann ist deshalb überall präsent, wo es gilt, das Berufsbild vorzustellen und dafür zu werben, auf Berufsmessen, in Schulen. Außerdem gibt es eine ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und dem Bildungszentrum Nordhausen, betonte Dieter Redemann, Günther Redemanns Bruder, von der IHK öffentlich bestellter Kfz-Sachverständiger.

Jeder fünte Kraftfahrer ist über 55 Jahre und geht in den nächsten Jahren in Rente, sagte Karten Froböse. 456 freie Stellen gäbe es derzeit in Nordthüringen in den Verkehrsberufen. Gute Berufsperspektiven findet man hier in der Region. Die Zeiten, wo man sich nach außen orientiert hat, sind vorbei, führte er weiter fort. Im Eichsfeld hätten junge Leute Chancen, die sie in anderen Regionen so nicht finden. Nicht zuletzt ist es solchen Unternehmen wie der Redemann GmbH zu danken.
Ilka Kühn
Autor: en

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de