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Politik ist gefordert

Dienstag, 04. Dezember 2012, 15:21 Uhr
In der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums hatten sich gestern Eltern und Erzieher, sowie Vertreter der Politik und des Schulamtes zu einer Aussprache getroffen.

Die Eltern des Scholl-Gymnasiums fürchten, dass der Ausfall von Lehrern die Lernergebnisse der Schüler sehr negativ beeinflussen kann. Und solche Befürchtungen sind wohl nicht von der Hand zu weisen.

Politik ist gefordert (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Politik ist gefordert (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Egon Strödter, Direktor des Gymnasium „Geschwister Scholl“, Jana Schmidt, Schulelternsprecher des Geschwister Scholl Gymnasiums, Inge Nebe, Mitarbeiter des Schulamtes Nordthüringen, und CDU-Landtagsmitglied Manfred Scherer.

Zuerst erläuterte Strödter die Probleme, warum am Gymnasium ein Lehrermangel eingetreten ist. Zum Schuljahresbeginn war die Situation in dieser Form nicht absehbar. Erkrankungen, anfangs als kurt eingeschätzt, haben sich zu Langzeiterkrankungen entwickelt. Probleme ergaben sich dabei in den Fächern Mathematik, Geschichte und Deutsch.

Das Grundproblem, eigentlich fast an allen Schulen, es besteht kein "Lehrerüberhang" der den Ausfall von Lehrern über einen längeren Zeitraum kompensieren kann. Ingo Nebe vom Schulamt machte auch klar und deultlich, auch das Schulamt hat keine Möglichkeit, Lehrer für die Aushilfe bereits zu stellen. Obwohl es Einstellungstermin für Lehrer gibt 1.8 un d1.2.), hat das Schulamt zum Beispiel für den 1.2. keine Möglichkeit, durch Neueinstellung von Lehrern, erkrankte Lehrer zu ersetzten. Es dürfen nur Lehrer eingestellt werden, die planmäßig ausscheidende Lahrer (Ruhestand) ersetzen.

Nebe stellte klar, dass von der Schulleitung die Organisation des Unterrichts gut gelöst wurde. Auch von den Eltern selbst ging die Kritik nicht an die Schulleitung.

Politik ist gefordert (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Politik ist gefordert (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Fakt ist aber auch, durch ausfallenden Unterricht wird der Bildungsauftrag der Schule nicht mehr sicher gewährleistet. Selbststudium in Freistunden, an denen kein Lehrer Hilfestellung geben kann, bringt uns nicht das, was der Unterricht vermag. Diese Aussage des Schülersprechers kann man wohl nur unterstreichen. Und am Schulende, wenn die Prüfungsfragen für alle Schüler einheitlich kommen, wird nicht mehr unterschieden, hatte man viele Ausfallstunden, oder nicht.

Auch wenn Scherer darauf hinwies, dass in der laufenden Haushaltsdebatte über die Problematik Lehrereinstellungen diskutiert wurde, sehr viel Optimismus konnte er nicht verbreiten. Denn den Bürgern ist nicht leicht zu "verklickern", dass es auf der Seite einen Überhang von 1.000 Lehren in Thüringen gibt, davon aber keiner eigentlich an den Schulen, und schon gar nicht am Scholl-Gymnasium, einsetzbar ist.

Die Bürger und besonders die betroffenen Schüler und Eltern, erwarten eigentlich, weniger Erklärungen warum weshalb warum, sondern klare Maßnahmen, wie es organisatorisch auf die Reihe zubringen ist, dass das Schulamt in die Lage versetzt wird, bei längerem Ausfall erkrankter Lehrer, dass Abhilfe geschaffen werden kann. Jeder Schüler hat das Recht darauf, dass der Bildungsauftrag erfüllt wird und die Schüler die zugesicherte Stundenzahl auch bekommen.

Und hier kann nicht die Schulleitung für Abhilfe sorgen und auch nicht das Schulamt mit seinen begrenzten Möglichkeiten, sondern nur das Kultusministerium durch eine vernüftigte Organisation der Lehrereinstellung. Bei einem Altersdurchschnitt der Lehrer von rund 52 Jahren, muss man sich halt auf Langzeiterkrankungen einstellen. Ob man nun Springer einplant, ob für ganz Thüringen oder nur für die Schulamtsbereiche ist zu untersuchen, aber so wie es jetzt auf den Rücken der Schüler ausgetragen wird, kann es nicht bleiben. Was zurzeit am Scholl-Gymnasium passiert, kann jederzeit auch an anderen Schule passieren und passiert auch so, mal mehr, mal weniger.

Wenn dann auch noch Scherer mit der Hiobsbotschaft kommt, die Hochschulen bilden Lehrer am Bedarf der Schulen vorbei, und wegen der Autonomie der Hochschulen könne man nichts machen, ruft das erst recht das Unverständnis der Schüler und Eltern hervor. Auch wenn die gestrige Diskussion sicher nicht sofort helfen wird, aber der Einfluss und der Druck in Richtung Erfurt muss verstärkt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass Manfred Scherer in Erfurt offene Ohren findet.
Autor: khh

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