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Konjunktur zieht wieder an

Donnerstag, 24. Januar 2013, 12:44 Uhr
Die Thüringer Wirtschaft kehrt auf den Wachstumspfad zurück. Neben einer stabilen Geschäftslage sorgt nun auch wieder vorsichtiger Optimismus beim Blick auf die kommenden Monate für eine Verbesserung der Konjunkturaussichten. Einzelheiten wie immer in Ihren Nordthüringer Online-Zeitungen...


So steigt der Klimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Situation als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, im Vergleich zum Herbst 2012 um sechs Punkte auf 107 von 200 möglichen Prozentpunkten. Das ist das Ergebnis der jüngsten Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter rund 900 Mitgliedsbetrieben.

„In den Chefetagen werden die pessimistischen Stimmen wieder etwas leiser. Branchenübergreifend bewerten immerhin 86 Prozent der Unternehmer ihre aktuelle Situation mit gut bis befriedigend“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Der Negativtrend bei den Auftragseingängen sei erst einmal gestoppt. Damit dürfte auch die Kapazitätsauslastung jetzt langsam steigen. Die Ertragslage habe sich bereits wieder verbessert. Inzwischen würden 84 Prozent der Befragten mit Gewinn oder zumindest kostendeckend arbeiten.

„Für die nächsten Monate sind die Erwartungen etwas optimistischer als noch im Herbst 2012“, verweist der IHK-Chef auf eine leichte Stimmungswende. So sei die Zahl der Pessimisten von 26 auf 19 Prozent gefallen. Doch vor allem die exportorientierten Firmen spürten nach wie vor die nur schleppende wirtschaftliche Entwicklung bei wichtigen europäischen Handelspartnern.

Entsprechend zurückhaltend blieben die Investitionsabsichten. „Vorsicht“ sei das Wort der Stunde. So beabsichtigten 42 Prozent der Unternehmer ihre Ausgaben erst einmal zu senken oder gar nicht zu investieren. Für den Arbeitsmarkt bedeute dies: „Die Firmenchefs sind gezwungen, ihre Personalplanungen intensiv zu überdenken. Stellenzuwächse wie in den vergangenen Jahren sind 2013 deshalb nicht zu erwarten. Allerdings ist auch Beschäftigungsabbau aktuell kein Thema“, betont Gerald Grusser. Qualifizierte Fachkräfte würden knapp. Da sei es durchaus verständlich, dass die überwiegende Mehrzahl der Betriebe (79 Prozent) ihre Mitarbeiterzahl halten wolle. Sieben Prozent planten sogar neue Jobs zu schaffen.

Trotz anhaltenden Störfeuers habe sich die Industrie einmal mehr als konjunktureller Leistungsträger erwiesen. Fast jeder dritte Manager berichte inzwischen wieder von gut gehenden Geschäften und 59 Prozent seien mit der aktuellen Entwicklung durchaus zufrieden.

„Die Ertragszuwächse erreichen zwar nicht mehr die deutlichen zweistelligen Werte der vergangenen Jahre, dennoch bewegt sich die Mehrzahl der Betriebe im positiven Bereich“, stellt der IHK-Hauptgeschäftsführer fest. Immerhin arbeiteten 52 Prozent der Befragten mit Gewinn und 36 Prozent noch kostendeckend. Wieder steigende Auftragseingänge ließen auch den Blick auf die kommenden Monate optimistischer ausfallen. 85 Prozent der Unternehmer würden einen günstigeren oder gleich bleibend guten Geschäftsverlauf erwarten.

„Dagegen haben sich für den Einzelhandel nicht alle Erwartungen erfüllt. Vor allem das Weihnachtsgeschäft brachte nicht die erhoffte Umsatzsteigerung. Bei rund der Hälfte der Händler macht sich die zunehmende Kaufzurückhaltung der Verbraucher negativ bemerkbar“, sagt Grusser. Jeder dritte Befragte berichte von einer schlechten Geschäftsentwicklung. Trotz der guten Arbeitsmarktsituation und besseren Einkommensperspektiven bleibe die Lage angespannt.

Mit negativen Witterungseinflüssen habe momentan besonders das Baugewerbe zu kämpfen. So schätzten auch saisonal bedingt 30 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage mit schlecht ein. Alles in allem bewege sich die Branche aber auf einem gleich bleibend stabilen Niveau. Mittlerweile arbeiteten 31 Prozent der Firmen in der Gewinnzone. Gegenüber dem Herbst 2012 habe sich die Kapazitätsauslastung noch einmal verbessert.

Fazit des IHK-Hauptgeschäftsführers: „Die Wegstrecke bleibt zunächst holprig. Erste Wachstumsimpulse verleihen der Konjunktur jedoch neue Dynamik. Für 2013 sind die Unternehmer wieder zuversichtlicher, wenngleich sich die Rahmenbedingungen weiterhin schwierig gestalten.

Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung bleiben die Staatsschuldenkrise sowie die steigenden Energiepreise im Zuge der Energiewende. Hier ist die Politik dringend gefordert, ein wirtschaftsfreundliches Umfeld zu schaffen sowie eine transparente und umsichtige Energiepolitik zu betreiben.“
Autor: red

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