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Um Verständnis gebeten

Mittwoch, 06. Februar 2013, 23:44 Uhr
Zu einer Bürgerversammlung für die Anwohner des Festgebietes zum Thüringentag 2013 hatte der Sondershäuser Bürgermeister eingeladen. Und der Carl-Schroeder-Saal wurde gut von Interessenten gefüllt.

Die Vorbereitungen des 14. Thüringentages, der vom 7. bis 9. Juni 2013 in Sondershausen laufen auch Hochtouren. Rechtzeitig vor Beginn der Großveranstaltung stellte Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) nochmals eindeutig klar, dass der Thüringentag eine große Chance ist, Sondershausen in Thüringen und ganz Deutschland weiter bekannt zu machen. Auch wenn wir, schon wegen der etwas dezentralen Lage im Norden Thüringens nicht mit 300.000 Besuchern rechnen könne, wie Eisenach oder Gotha, aber auch die gewünschten 150.000 Besucher werden eine Herausforderung sein, dass erläuterte Kreyer den Anwohner des Festgebietes im gut gefüllten Carl-Schroeder-Saal ein.

Um Verständnis gebeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Um Verständnis gebeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Mit Veranstaltungscheforganisator Karl-Heinz Langhorst, der 1. Beigeordneten Cornelia Kraffzick (SPD), dem Bürgermeister selbst, sowie Karl-Heinz Timm von der unteren Verkehrsbehörde und dem Fachbereichsleiter Bau und Ordnung Manfred Kucksch machte man deutlich, wer wollen wissen, was die Bürger bewegt, wenn es um die Sperrmaßnahmen geht. Denn eines wurde klar gesagt, ohne Sperrungen, teilweise in der Innenstadt auch total, lässt sich so ein Fest nicht organisieren. Auch in Gotha musste ich als Bürgermeister des nächsten Thüringentages mein Auto auf einen der Besucherparkplätze abstellen, so Kreyer.

Zuerst erläuterte Langhort nochmals die wichtigen Programmhöhepunkte, angefangen von der Eröffnung mit der Ministerpräsidentin über die Nennung der verschiedenen Festmeilen (9), Dörfer (u.a. Kinderdorf, Weindorf und den verschiedenen Feststraßen. Auch wenn die offizielle Eröffnung durch die Ministerpräsidentin um 17:30 Uhr ist, geht der Thüringentag schon ab 15:00 Uhr (bis 21:00) in die Vollen. Das Jugendprogramm läuft Freitag und Samstag in der Zeit von 21:00 Uhr bis 04:00 Uhr ab. Das komplette Programm kann man sich als Flyer hier runterladen:
Programm Thüringentag


Danach gab Kucksch erste Information zu den 15 Schwerpunkten des Sicherheitskonzept, dass durch den TÜV geprüft wird. Ziel, so Kucksch, die Bürger sollen es eigentlich nicht wahrnehmen. Aber nach den Vorfällen in Duisburg wird der Sicherheit noch mehr Priorität eingeräumt. Ende März soll das komplette Programm vorliegen. Der Thüringentag stellt die Organisatoren vor enorme Herausforderungen, vor allem auch die Sicherheit und Ordnung betreffend. Um bei der erwarteten Besucherzahl ein sicheres Fest zu gewährleisten, sind aber auch Verkehrseinschränkungen unabdingbar.

Und hier setzte jetzt der Part von Karl-Heinz Timm ein. Die Einwohner erhielten detaillierte Informationen zu den geplanten Verkehrs- und Parkregelungen innerhalb des Festgebietes mit einem Flyer ( Anwohner Information - mit einer Zusatzinformation, das am Umzugstag zusätzlich noch die Hafermalz und die Külz-Straße wegen der Aufstellung der Fahrzeuge für den Umzug gesperrt werden müssen.

Die Anwohner im Bereich des Festgebietes werden natürlich in besonderer Weise von den Sperrungen im Festgebiet betroffen sein. Als Festgebiet wird die gesamte Kernstadt zwischen Alexander-Puschkin-Promenade, Güntherstraße, Ulrich-von-Hutten-Straße, Nordhäuser-Kreuzung, Schlossgelände und Schlosspark, ausgewiesen. Dieser Festbereich wird nur zu bestimmten Zeiten und sehr eingeschränkt nur für den Lieferverkehr befahrbar sein (siehe schon genannten Flyer).

Anwohner des Festgebietes, die ihre Fahrzeuge normalerweise im öffentlichen Verkehrsraum in der Innenstadt parken oder auf einem gemieteten oder privaten Grundstück abstellen und diese auch am Festwochenende benutzen wollen, erhalten als Ersatz kostenlos Stellflächen für ihre Fahrzeuge. Ich bitte um Ihr Verständnis, dass sich diese in einiger Entfernung zu Ihrer Wohnung befinden können, so alle Verantwortlichen zu den Anwohnern. Frei werden sein der Bundeswehrparkplatz, Flächen beim TAZ und auf dem Festplatz. Bereits vor der Stadt abgefangen werden die Besucher (4.000 Stellplätze) die sich auf kostenpflichtigen Parkplätzen hinstellen müssen. Das Parkticket gilt aus Busfahrschein für die Pendelbusse.

Eines machte Kreyer auch klar, damit keiner sagen kann, dass hätte ich nicht geahnt: Um die Sicherheit und auch die Befahrbarkeit zu gewährleisten, werden zwei Abschleppunternehmen bereitstehen, um die Verkehrsverbote durch zusetzen. Im freien Verkehrsraum wird es keine Parkflächen geben. Nur wer festzugewiesene Parkflächen hat (z.B. Innenhof Quartier usw.) kann sein Fahrzeug dort stehen lassen. Aber auch diesen Nutzern wurde klar gemacht, dass zu bestimmten Zeiten das Fahrzeug dann auch nicht mehr fortbewegt werden kann.

Für die Ein- und Ausfahrt in das Festspielgebiet bedarf es einer Ausnahmegenehmigung ebenso wie die Anlieferung von Waren für die Händler (Antrag Ausnahmegenehmigung). Im Bürgerbüro oder an der Pforte Rathaus finden die Bürger ebenfalls Flyer und Anträge. Für Behinderte und schwerstbehinderte werden Einzellösungen gefunden. Eine extra Infoveranstaltung wird es für die Pflegekräfte gegeben.

In der munteren Diskussion konnten die meisten Fragen geklärt werden. Wird es genügend Toiletten geben? Langhorst dazu: wir werden 15 bis 20 Toilettencontainer aufstellen, die ersten schon bei den Besucherparkplätzen. Was wird aus dem Busverkehr? Auch hier müssen sich die Anwohner auf etwas längere Wege einstellen (zum Busbahnhof oder der Gänsespitze), denn die Haltestellen in der Gartenstraße zum Beispiel werden nicht bedient werden. Auch wird es eine größere Polizeipräsenz geben. Die Beamten der PI Kyffhäuser werden durch Polizisten aus anderen Regionen verstärkt.

Kreyer, Kucksch und Timm baten um Verständnis, dass auch die Ausnahmegenehmigungen mit bedacht ausgegeben werden müssen. Es lässt sich nicht vermeiden, dass man vielleicht mal 500 m zu seinem Auto laufen müsse. Kreyer riet, versuchen Sie Ihre Fahrzeuge bei Freunden und Verwandten während der Festspielzeit unterzustellen.

Erfreulich sachlich blieben die Fragen der Bürgerinnen und Bürger, die bis auf wenige Ausnahmen gleich beantwortet wurden. Und wenn eine Bürgerin etwas ungehalten sagte, dann fahre ich halt in den Urlaub, so konnte Kreyer eben sagen, dann verpassen Sie den Thürigentag. Bis auf zwei kostenpflichtige Veranstaltungen wird alle anderen Veranstaltungen kein Eintritt erhoben. Ob man in einem Urlaub so viel Programm kostenfrei vor der Nase präsentiert bekommt, sollte bestimmt fraglich sein.
Autor: khh

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