kyffhaeuser-nachrichten.de

Vogel des Jahres – die Bekassine

Dienstag, 19. Februar 2013, 19:40 Uhr
Zum Vogel des Jahres 2013 wurde die Bekassine gewählt. Renate Weinert vom NABU informiert mehr über diesen Vogel und seinem Vorkommen im Kyffhäuserkreis.

Seit 1971 werden in jedem Jahr der Vogel des Jahres gekürt, inzwischen sind zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten, aber auch Biotope, Mineralien und Flüsse dazu gekommen. Letztendlich soll durch die Aktionen auf den notwendigen Schutz der Arten und den Erhalt von Lebensräumen hingewiesen werden und das Mittun jedes einzelnen angeregt werden.

Die Bekassine gehört zur Familie der Schnepfenvögel und wird im Volksmund auch noch „Himmelsziege“ genannt. Wir werden den Vogel kaum sehen, denn er ist ein Meister der Tarnung und Anpassung in Mooren und auf Feuchtwiesen, Verlandungszonen von Teichen und nassen, mit Erlen und Weidengebüschen bestandenen Wiesen. Etwas häufiger ist die Bekassine noch in Niedersachsen, Schleswig-Hostein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, aber auch auf Binnensalzstellen anzutreffen. Die Bekassine lebt in weiten Teilen Europas bis zum Nordkap, sie überwintert in Afrika (Uganda), aber auch in West- und Südeuropa, selten im Brutgebiet.

Unter Umständen kann man den taubengroßen Vogel zur Balzzeit hören. Der Balzflug der männlichen Tiere beginnt im Februar und dauert bis zum Mai. Die Männchen fliegen bis zu 50 m hochund lassen sich dann zur Seite abkippen und im steilen Flug aus der Höhe fallen, durch die gespreizten Schwanzfedern entsteht ein „Meckergeräusch“. Der auffällige Balzflug kann viele Minuten wiederholt werden und stellt ein Imponiergehabe der Männchen dar. Die Bekassine besitzt einen für die Körpergröße sehr großen Schnabel, sie ist in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv und sucht flache Gewässerränder auf überfluteten Wiesen oder an Torfstichen auf, um mit dem langen Schnabel im Untergrund nach Nahrung zu stochern.Der Brutplatz wird vom Weibchen ausgesucht, und das Weibchen baut auch das Nest in einer flachen Mulde. Meist werden vier Eier gelegt, die Brutzeit beträgt ca. 20 Tage. Während dieser Zeit hält das Männchen Wache.

In Deutschland leben nur noch 5.500 bis 6.700 Brutpaare, die Hälfte des Bestandes von vor 20 Jahren. Leider dürfen in anderen Ländern der EU die Bekassine noch bejagt werden. Hauptursache für den starken Rückgang der Art ist allerdings die systematische Zerstörung der Lebensräume. Dazu gehören Moore mit ihren Torfböden, feuchte oder nasse Wiesen und mitunter auch reich strukturiertes feuchtes Grünland. Durch zu frühe Mahd allerdings werden die Gelege zerstört.

Um Arten zu schützen, muß man die Standorte und die dort vorkommenden Arten kennen und mit Landwirten und Unteren Naturschutzbehörden zusammenarbeiten. Zum Artenschutz tragen weiterhin Maßnahmen wie das EUlife Projekt „Binnensalzstellen Nordthüringens“ bei. In diesem Projekt waren u.a. das Esperstedter Ried und der Solgraben in Artern einbezogen.
Renate Weinert
Nabu Kyffkäuserkreis
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de