Hat das Abitur in Greußen eine Zukunft?
Mittwoch, 06. März 2013, 00:01 Uhr
Unter diesem Motto ludt die CDU Kyffhäuserkreis zu ihrem 1. Politischen Stammtisch nach Greußen ein. Bei diesem viel diskutierten Thema schaute auch kn vorbei.
Getroffen hatte man sich in Marktschänke "Goldener Löwe". Mit dem Kreisvorsitzende der CDU, Jens Krautwurst, dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion, Jörg Steinmetz, dem Landtagsabgeordneten Manfred Scherer sowie dem Bundestagsabgeordneten Johannes Selle hatte die CDU ihre Führungsspitze des Kreises mitgebracht, so sie nicht im Krankenstand sind.
Nach Informationen von kn waren auch Vertreter der Kreisverwaltung eingeladen worden, die aber, wie schon am Montag bei einer ähnlichen Verantwortung in Sondershausen, nicht erschienen waren. Welche Schulleiter eingeladen waren ist nicht bekannt, aber auffällig war schon, dass sich mit Ellen Neumann von der GS Käthe-Kollwitz Sondershausen nur ein Schulleiter anwesen war. Hat man das Gymnasium Greußen bereits abgeschrieben?
Zumindest in dieser Runde war man sich einig, man muss um das Gymnasium Greußen kämpfen und ein Schließungsbeschluss ist keine beschlossene Sache. Die CDU machte deutlich, dass man sich als Partei des ländlichen Raums profilieren will. Und in dieses Konzept passt nicht die Bildung von Großschulen.
In Einzelfällen kann mal eine Gemeinschaftsschule interessant sein, aber es kann nicht sein, dass die Regionen förmlich gezwungen werden sollen, Gemeinschaftsschulen zu bilden, nur um viele Schüler an einem Standort zu haben. In diesem Punkt waren sich die meisten Teilnehmer einig. Sehr deutlich sagte das Scherer: "Der Merten (Staatssekretär im Kultusministerium - Red) will auf biegen und brechen die Gemeinschaftsschulen durchsetzten."
Selle betonte, Greußen ist das 3. Zentrum im Kreis. Auch wenn es der "schwächste" gymnasiale Standort ist, sei doch die Zweizügigkeit gegeben, auch wenn in den Jahren 2018/19 vielleicht eine leichte Absenkung der Schülerzahlen möglich ist.
Steinmetz warnte, wenn das Gymnasium Greußen verschwindet, geht ein wichtiger Standortfaktor für immer verloren. Ähnlich äußerten sich einige Teilnehmer und mahnten, mit den Schulen verschwinden auch die Lehrer und damit gebildete Kräfte aus der Region.
Steinmetz stellte auch kritisch fest, die Mängel an den Schulen (u.a. Brandschutz) waren schon immer da, dass muss auch allen Kreistagsmitgliedern bewusst gewesen sein. Zum Thema Gutachten sagte er weiter, die Zahlen können nicht das einzige Kriterium sein, auch die Standortfaktoren sind wichtig.
Kritisch ein Gesprächsteilnehmer: Es geht nur noch nach Finanzen und die Inhalte zählen überhaupt nicht mehr. Bildung sei aber ein Investition in die Zukunft. Er beklagte auch, dass zu wenig kreisübergreifend die Schulbelegung diskutiert werde. Auch wurde gewarnt, Standorte nicht gegenseitig auszuspielen.
Kritisch stellte Scherer fest, es gibt in ganz Deutschland nur noch einen CDU Kultusminister. Bildungspolitik muss man auch im ländlichen Raum durchsetzen und da muss eben gegebenenfalls an anderen Stellen gespart werden. Scherer forderte auf, ein Signal zu setzen und Schulen möglichst kleinteilig in der Fläche zu erhalten: "Lieber einzügig im Ort, als vierzügig und die Kinder durch die Gegend zu karren". Bei zu großen Schulen leide auch die Qulität der Ausbildung, wurde Scherer von Gesprächsteilnehmern ergänzt.
Ein Redner verwies darauf, dass es zur Schulentwicklung am Gymnasium bereits ein Konzept gäbe. Selbst das Schulamt würde schon mitziehen. Weil Bildung Landespolitik ist, will die Landrätin die Thematik Gemeinschaftsschule durchsetzen, was nicht Wille der Eltern wäre.
Krautwurst stellte für die CDU fest, im Kreis werden sich einige Dinge ändern müssen. Der Kreistag muss eventuell auch unpopuläre Entscheidungen treffen. Er wiederholte den Vorwurf vom Montag, der Personalbestand in der Kreisverwaltung sei zu hoch. Sozialausgaben müssen kritisch hinterfragt werden. Wir müssen im Kreistag nicht der vorgeschlagenen Schulnetz plan bestätigen, sondern die Kreistagsmitglieder müsse der Verwaltung sagen, wie die Schulnetzplanung auszusehen habe.
Einig war man sich auch in einem besonders wichtigem Punkt: In Greußen gab es eine gute Ausbildung bei den Schülern. Das belegten auch gute Ergebnisse in solchen Wettbewerben wie der Mathe-Olympiade.
Fasst man die Diskussion zusammen, dann ist es der Wille der Kreis- CDU, dass Gymnasium Greußen zu erhalten, um auf die Überschrift der Einladung zu kommen.
Unabhänig vom Thema kreisliche Schulpolitik kam die Forderung eines Teilnehmers, es müsse für Schulen ein ähnliches Investitionspaket für ganz Deutschland geschaffen werden, wie es das Konjunkturpaket II war.
Manfred Scherer erinnerte, dass der Thüringer Bauminister Carius (CDU) eine Förderrichtlinie für Sporthallenbau erlassen hat (ab 1.1.2013)
Jens Krautwurst informierte, dass es am 5. April einen CDU Kreisparteitag geben werde, bei dem im Wesentlichen kreisliche Themen behandelt werden sollen.
Autor: khhGetroffen hatte man sich in Marktschänke "Goldener Löwe". Mit dem Kreisvorsitzende der CDU, Jens Krautwurst, dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion, Jörg Steinmetz, dem Landtagsabgeordneten Manfred Scherer sowie dem Bundestagsabgeordneten Johannes Selle hatte die CDU ihre Führungsspitze des Kreises mitgebracht, so sie nicht im Krankenstand sind.
Nach Informationen von kn waren auch Vertreter der Kreisverwaltung eingeladen worden, die aber, wie schon am Montag bei einer ähnlichen Verantwortung in Sondershausen, nicht erschienen waren. Welche Schulleiter eingeladen waren ist nicht bekannt, aber auffällig war schon, dass sich mit Ellen Neumann von der GS Käthe-Kollwitz Sondershausen nur ein Schulleiter anwesen war. Hat man das Gymnasium Greußen bereits abgeschrieben?
Zumindest in dieser Runde war man sich einig, man muss um das Gymnasium Greußen kämpfen und ein Schließungsbeschluss ist keine beschlossene Sache. Die CDU machte deutlich, dass man sich als Partei des ländlichen Raums profilieren will. Und in dieses Konzept passt nicht die Bildung von Großschulen.
In Einzelfällen kann mal eine Gemeinschaftsschule interessant sein, aber es kann nicht sein, dass die Regionen förmlich gezwungen werden sollen, Gemeinschaftsschulen zu bilden, nur um viele Schüler an einem Standort zu haben. In diesem Punkt waren sich die meisten Teilnehmer einig. Sehr deutlich sagte das Scherer: "Der Merten (Staatssekretär im Kultusministerium - Red) will auf biegen und brechen die Gemeinschaftsschulen durchsetzten."
Selle betonte, Greußen ist das 3. Zentrum im Kreis. Auch wenn es der "schwächste" gymnasiale Standort ist, sei doch die Zweizügigkeit gegeben, auch wenn in den Jahren 2018/19 vielleicht eine leichte Absenkung der Schülerzahlen möglich ist.
Steinmetz warnte, wenn das Gymnasium Greußen verschwindet, geht ein wichtiger Standortfaktor für immer verloren. Ähnlich äußerten sich einige Teilnehmer und mahnten, mit den Schulen verschwinden auch die Lehrer und damit gebildete Kräfte aus der Region.
Steinmetz stellte auch kritisch fest, die Mängel an den Schulen (u.a. Brandschutz) waren schon immer da, dass muss auch allen Kreistagsmitgliedern bewusst gewesen sein. Zum Thema Gutachten sagte er weiter, die Zahlen können nicht das einzige Kriterium sein, auch die Standortfaktoren sind wichtig.
Kritisch ein Gesprächsteilnehmer: Es geht nur noch nach Finanzen und die Inhalte zählen überhaupt nicht mehr. Bildung sei aber ein Investition in die Zukunft. Er beklagte auch, dass zu wenig kreisübergreifend die Schulbelegung diskutiert werde. Auch wurde gewarnt, Standorte nicht gegenseitig auszuspielen.
Kritisch stellte Scherer fest, es gibt in ganz Deutschland nur noch einen CDU Kultusminister. Bildungspolitik muss man auch im ländlichen Raum durchsetzen und da muss eben gegebenenfalls an anderen Stellen gespart werden. Scherer forderte auf, ein Signal zu setzen und Schulen möglichst kleinteilig in der Fläche zu erhalten: "Lieber einzügig im Ort, als vierzügig und die Kinder durch die Gegend zu karren". Bei zu großen Schulen leide auch die Qulität der Ausbildung, wurde Scherer von Gesprächsteilnehmern ergänzt.
Ein Redner verwies darauf, dass es zur Schulentwicklung am Gymnasium bereits ein Konzept gäbe. Selbst das Schulamt würde schon mitziehen. Weil Bildung Landespolitik ist, will die Landrätin die Thematik Gemeinschaftsschule durchsetzen, was nicht Wille der Eltern wäre.
Krautwurst stellte für die CDU fest, im Kreis werden sich einige Dinge ändern müssen. Der Kreistag muss eventuell auch unpopuläre Entscheidungen treffen. Er wiederholte den Vorwurf vom Montag, der Personalbestand in der Kreisverwaltung sei zu hoch. Sozialausgaben müssen kritisch hinterfragt werden. Wir müssen im Kreistag nicht der vorgeschlagenen Schulnetz plan bestätigen, sondern die Kreistagsmitglieder müsse der Verwaltung sagen, wie die Schulnetzplanung auszusehen habe.
Einig war man sich auch in einem besonders wichtigem Punkt: In Greußen gab es eine gute Ausbildung bei den Schülern. Das belegten auch gute Ergebnisse in solchen Wettbewerben wie der Mathe-Olympiade.
Fasst man die Diskussion zusammen, dann ist es der Wille der Kreis- CDU, dass Gymnasium Greußen zu erhalten, um auf die Überschrift der Einladung zu kommen.
Unabhänig vom Thema kreisliche Schulpolitik kam die Forderung eines Teilnehmers, es müsse für Schulen ein ähnliches Investitionspaket für ganz Deutschland geschaffen werden, wie es das Konjunkturpaket II war.
Manfred Scherer erinnerte, dass der Thüringer Bauminister Carius (CDU) eine Förderrichtlinie für Sporthallenbau erlassen hat (ab 1.1.2013)
Jens Krautwurst informierte, dass es am 5. April einen CDU Kreisparteitag geben werde, bei dem im Wesentlichen kreisliche Themen behandelt werden sollen.



