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Weniger Unterschiede im Osten

Mittwoch, 06. März 2013, 12:24 Uhr
Der Internationale Frauentag am 8. März bietet alljährlicher Anlass, die Einkommenssituation von Frauen und Männern in den Blick zu nehmen. Jetzt beschäftigt sich selbst die Thüringer Wirtschaft mit dem weiblichen Geschlecht...


In der politischen Debatte ist immer wieder von einem Entgeltunterschied von 22 Prozent die Rede, das heißt, dass für Frauen in Deutschland die Bruttostundenlöhne im Durchschnitt rund ein Fünftel unter denen der Männer liegen.

„Zu den Ursachen für Verdienstunterschiede gehören ein höherer Anteil von Teilzeittätigkeit, stärker unterbrochene Erwerbsbiographien, das eingeschränkte und spezifische Berufswahlverhalten von Mädchen sowie die Größe des Unternehmens, in dem Frauen tätig sind“, warnt Dr. Cornelia Haase-Lerch, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, daraus eine mögliche Diskriminierung abzuleiten.

Deutlich erkennbar seien allerdings die Gehaltsdifferenzen in den neuen Bundesländern. Hier wäre die kontinuierlichere Erwerbstätigkeit von Frauen sehr viel etablierter als im Westen. Nach Angaben der Agentur für Arbeit sei knapp ein Drittel der Thüringer Frauen in Teilzeit beschäftigt, wogegen die Quote im bundesweiten Durchschnitt mit 46 Prozent deutlich höher liege. Daher fielen die Entgeltunterschiede in den neuen Ländern mit 6 Prozent im Vergleich zu Westdeutschland mit 24 Prozent sehr viel geringer aus.

„Um die Potenziale der weiblichen Fachkräfte stärker zu nutzen, ist die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine der Hauptansatzpunkte“, so Cornelia Haase-Lerch. Eine gute Balance zwischen familiären und beruflichen Verpflichtungen könne längere Erwerbsunterbrechungen vermeiden.

Auch sei es zwingend notwendig, den Ausbau einer bedarfsgerechten Kinderbetreuung weiter voranzutreiben. Zwar liege die Betreuungsquote der unter 3-jährigen Kinder in Thüringen über dem Bundesdurchschnitt, jedoch müssten insbesondere für die Beschäftigten mit Schicht- oder Wochenenddiensten die Randzeitenbetreuung verbessert werden.
Autor: red

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